INV-WET915B Bahnhof Güterschuppen, 1876 (Dossier (Bauinventar))

Archive plan context


Identifikation

Signatur:INV-WET915B
Signatur Archivplan:WET915B
Titel:Bahnhof Güterschuppen
Ansichtsbild:
1/2
Bildlegende:Güterschuppen, Ansicht von Südosten (2014)
Bezirk:Baden
Gemeinde:Wettingen
Ortsteil / Weiler / Flurname:Bahnhof
Adresse:Güterstrasse 8
Versicherungs-Nr.:325
Parzellen-Nr.:3252
Koordinate E:2666089
Koordinate N:1256980
Situationsplan (AGIS):http://www.ag.ch/app/agisviewer4/v1/html/agisviewer.htm?config=agis_geoportal_fs.json&thema=185&scale=5000&basemap=base_landeskarten_sw&x=2666089&y=1256980

Chronologie

Entstehungszeitraum:1876
Grundlage Datierung:Schriftliche Quelle

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Teil einer Baugruppe
Weitere Teile der Baugruppe:WET915A, WET915C, WET915D
Nutzung (Stufe 1):Verkehrs- und Infrastrukturbauten
Nutzungstyp (Stufe 2):Güterschuppen

Dokumentation

Würdigung:Der 1876 im Zuge einer Streckenverlegung der Schweizerischen Nordostbahn entstandene Bahnhof Wettingen gehört in seiner Gesamtanlage zu den besterhaltenen Bahnhofensembles im Kanton. Mit dem Aufnahmegebäude, dem Güterschuppen, der Drehscheibe und der Lokremise (Bauinventarobjekte WET915A-D) sind die wesentlichen Bestandteile noch vorhanden und bezeugen damit auf anschauliche Weise die Bahnhofarchitektur jener Zeit. Der 2013 zu einem Ladenlokal umgenutzte Güterschuppen hat sein charakteristisches äusseres Erscheinungsbild und wesentliche Teile der historischen Bausubstanz bewahrt. Dem in der Art des Schweizer Holzstils gestalteten Gebäude kommt aufgrund seiner Authentizität ein hoher materieller Zeugenwert zu.
Bau- und Nutzungsgeschichte:1847 wurde als erste Eisenbahnlinie der Schweiz die Nordostbahn zwischen Zürich und Baden eröffnet ("Spanisch-Brötli-Bahn"). Das Trassee, das ursprünglich auf dem linken Limmatufer verlief, wurde 1875 mit dem Bau der Eisenbahnbrücke Neuenhof-Wettingen auf die rechte Uferseite und damit näher zum Dorf Wettingen verlegt. Im Jahr danach konnte der Wettinger Bahnhof zwischen dem ehemaligen Kloster und dem Dorf eröffnet werden. Die Nordostbahn liess ein mittelgrosses Bahnhofsgebäude nach dem von Ingenieur August Beckh und Architekt Jakob Friedrich Wanner entworfenen Muster der Einheitsbahnhöfe an der Strecke Turgi–Koblenz errichten [1]. Zur Bahnhofsanlage gehören nebst dem Aufnahmegebäude (Bauinventarobjekt WET915A) ein Güterschuppen (Bauinventarobjekt WET915B), eine Drehscheibe (WET915C) und eine Lokremise (WET915D).
Zusammen mit dem Aufnahmegebäude wurde 1876 auch ein Güterschuppen erstellt, der anfänglich aber wesentlich geringere Ausmasse mit nur 4 Achsen aufwies (Typ freistehender Güterschuppen II.Klasse der NOB). Anlässlich der Bahnhoferweiterung von 1912 wurde das Gebäude auf seine heutige Grösse mit insgesamt acht Achsen verlängert. 1925 fand eine Verlängerung der Güterschuppenrampe statt. 2013 erfolgte unter weitgehender Wahrung der Grundstruktur und des äusseren Erscheinungsbildes der Einbau eines Migrolino-Laden. Gleichzeitig wurde die ursprüngliche Farbfassung der Holzfassaden gemäss Analyse der Firma Stöckli AG, Stans, wiederhergestellt.
Beschreibung:Westlich des Aufnahmegebäudes steht parallel zu den Gleisen der freistehende Güterschuppen als langgezogener Ständerbau, geborgen unter einem weit ausladenden, ungebrochenen Satteldach. Der traufseitig die Laderampen überspannende Dachvorsprung wird von einer durch Büge und Zangen gestützten Flugpfettenkonstruktion getragen. Über einem Natursteinsockel erhebt sich das Gebäude als Ständerkonstruktion mit vertikaler Bretterschalung mit Deckleisten. Im oberen Bereich ist die Schalung leicht überstehend und endet mit einer Spitzschnittverzierung. Verschalte Eckständer und Laubsägeornamentik an den Giebeln, Toren und Fenstern sind charakteristische Zierelemente aus der Zeit des Schweizer Holzstils. Die beiden Giebelfelder weisen schmucke Drillings-Staffelfenster auf, welche als typische Stilelemente der Aargauischen Südbahn zu bezeichnen sind.
Anmerkungen:[1] Vgl. hierzu Stutz 1976, S. 142 (Kat. 48).
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), lokale Bedeutung.
- Karl Holenstein/Markus Fischer, Kanton Aargau, Aufnahmegebäude und Güterschuppen, Kurzinventar Stand 2013.
Literatur:- Carl August Zehnder, 100 Jahre Bahnhof Wettingen, in: Badener Neujahrsblätter 1977, S.80-82.
- Roman Brüschweiler/Anton Kottmann/Fritz Senft/Max Oettli, Geschichte der Gemeinde Wettingen, Wettingen 1978, S.428-431.
- Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 7: Der Bezirk Baden II, Basel 1995, S. 217.
- Stöckli AG, Stans, Bericht zur Befundlage der Fassade, November 2012.
- Werner Stutz, Bahnhöfe der Schweiz, Zürich 1976.
Reproduktionsbestimmungen:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

URL for this unit of description

URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=126838
 

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