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Lebendige Dorfgeschichte

In der alten Bäckerei von Hägglingen, dem denkmalgeschützten Dubachhaus, sollte neue Wohnlichkeit entstehen – nicht trotz, sondern gerade dank des Alters des Gebäudes. In dem ehemaligen Bauernhaus finden heute sechs Wohnungen Platz. Der Charakter und der historische Wert des Gebäudes blieben den Bewohnerinnen und Bewohnern und der Nachbarschaft erhalten. Dass das gelungen ist, hat vor allem mit dem Enthusiasmus der Bauherrschaft für historische Gebäude zu tun. Und mit ihrer Erfahrung im Umgang mit den wertvollen Altbauten.

Dubachhaus in Hägglingen

Das Bauernhaus mit Backstube aus dem Jahr 1820 wurde zum Mehrfamilienhaus, blieb dabei aber ein wertvoller Teil des historischen Ortsbilds von Hägglingen.
Komfort mit Altbaucharme: Wo immer möglich wurde die alte Bausubstanz erhalten und saniert. Im Korridor zeugen der Plattenboden und die Holzdecke von der Geschichte des Gebäudes.
Die renovierte, mit Lehm verputzte Flechtwerkwand gibt dem neuen Badezimmer seine besondere Atmosphäre.
Das Wohnhaus, ein wertvolles Baudenkmal, wurde saniert, die marode Scheune ersetzt. Altbau und Neubau ergänzen sich wie selbstverständlich.

Das Dubachhaus ist wichtig für das Ortsbild von Hägglingen, steht es doch mitten in einer Zeile historischer Gebäude und im Umfeld der alten Kirche. Dass das Bauernhaus, in dem bis 1963 Brot gebacken wurde, in seinem äusseren Erscheinungsbild zu Beginn des Umbaus 2014 noch vollständig erhalten war, machte es zu einem wertvollen Baudenkmal. Allein schon die strassenseitig noch erhaltenen Originalfenster sind bei Gebäuden dieses Alters im Kanton Aargau eine Seltenheit.

Die Bauherrschaft ist seit langem auf die Sanierung historischer Gebäude spezialisiert. Ein Glücksfall für das Dubachhaus. In enger Zusammenarbeit mit den Behörden hauchte sie der alten Bäckerei unter Berücksichtigung nicht nur der Nutzerbedürfnisse, sondern auch der Architekturgeschichte, der Umgebung und des Ortsbilds neues Leben ein. Das Wohnhaus von 1820 mit Backstube konnte erhalten, saniert und umgebaut werden. Das Scheunengebäude musste wegen seines schlechten Zustands abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden. Im Erdgeschoss der ehemaligen Scheune wurde ein Restaurant eingerichtet.

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Von grossem historischem Wert und eine besondere handwerkliche Herausforderung bei der Sanierung: die Doppelfenster. Die inneren Fenster wurden saniert, die äusseren erneuert.

Im Umgang mit der historischen Substanz gab es einige bauliche und handwerkliche Knacknüsse, beispielsweise bei der Wärmedämmung der Fenster. Die inneren Originalfenster wurden repariert und restauriert, die etwas jüngeren Vorfenster dagegen durch eigens entwickelte, gut dämmende Kastenfenster ersetzt. Dafür mussten zwar die Aussenfenster angetastet werden, doch im Gegenzug blieben die Gesamtwirkung der Fassade und der historische Charakter der Stuben erhalten. Auch im Innenraum konnten viele Teile der alten Substanz wie Türen, Öfen, Täfer und Böden renoviert und erhalten werden. Sogar der alte Backofen hat den Umbau als Relikt in einer Badezimmerwand der Parterrewohnung überlebt.

Zwischen Wirtschaftlichkeit, Erhalt der Bausubstanz und den heutigen Anforderungen an Wohnqualität konnte, auch dank der Begeisterung und Offenheit der Besitzer, ein herausragendes Beispiel bäuerlicher Bautradition erhalten und neu belebt werden.

Dubachhaus in Hägglingen

Baujahr 1820
Nutzung Wohnhaus und Restaurant
Renovation Umbau Wohnhaus 2014–2015
Ersatzneubau Scheune 2016
Realisierung René Landolt-Rey, Hägglingen
MH Hochbauatelier GmbH, Muri
Bauherrschaft Monika und René Landolt-Rey
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