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An der Geschichte weiterbauen

Die Villa Blumenhalde ist seit 1956 im Eigentum der Ortsbürgergemeinde Aarau und heute Sitz des Zentrums für Demokratie Aarau (ZDA). Um dessen steigenden Platzbedarf zu decken, wurden der klassizistischen Villa in zwei Etappen Anbauten hinzugefügt. Die neuen Elemente orientieren sich an der Geometrie und der Ausstrahlung der historischen Anlage: Sie stehen in deren Fassadenfluchten und suchen auch sonst Analogien zur Villenfassade. Dennoch sprechen die Anbauten ihre eigene, heutige Sprache. Respektvoller Abstand und eine kluge Abstimmung von Formen, Materialien und Proportionen haben ein stimmiges Zusammenspiel von Alt und Neu ermöglicht.

Villa Blumenhalde in Aarau

Der Glasbau aus den 1990er Jahren verbindet die historische Bausubstanz und den Anbau aus Sichtbeton.
An den Altbau grenzt der historische Garten, dem die Villa ihren Namen verdankt. Auch er wurde nach historischem Vorbild gartendenkmalpflegerisch saniert. Auch dank des diskreten Anbaus behielt er seine Ausstrahlung.

Wo früher am Südhang des Aarauer Hungerbergs der Staatsmann, Pädagoge und Schriftsteller Heinrich Zschokke mit seiner Familie residierte, wird heute Grundlagenforschung zur Demokratie betrieben. Die Umnutzung der zweigeschossigen Familienvilla zu einem Standort der öffentlichen Dienste erforderte 1990 neben einer Renovierung auch eine Erweiterung des historischen Gebäudes. Der neue Anbau wurde als eigenständiger Baukörper konzipiert und über einen verglasten Innenhof mit der alten Bausubstanz verbunden. 2014 wurde dieser Erweiterungsbau beidseitig um je einen weiteren Anbau ergänzt. Die drei Anbauten bilden ein zusammenhängendes Volumen aus Sichtbeton. Dennoch lassen die Gestaltung und die Gliederung der Neubauten dem historischen Bau Raum und Luft.

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Wichtig für die Verbindung von Alt und Neu ist auch der Aussenraum: Das alte Pflaster von Fassade zu Fassade und der verbindende Treppenabgang zur unteren Ebene tragen wesentlich zur Ensemblewirkung bei.

Neue und alte Architektur haben unterschiedliche Geschichten, das sieht und spürt man. Und doch gehen sie aufeinander ein: Die Geometrie der Anbauten orientiert sich an den Fassadenfluchten des Bestands. Die Fenster setzen den Rhythmus der Fensteröffnungen der alten Villa fort. Mit ihrer fassadenbündigen Verglasung bilden die übergrossen Kastenfenster eine aktuelle Analogie zu den Vorfenstern der Villa.

Die besondere Atmosphäre der Anlage lebt von diesem fein abgestimmten Vis-à-vis alter und neuer Elemente. Hinter der Villa liegen die Anbauten, vor ihr erstreckt sich der historische Garten, dem sie ihren Namen verdankt. Das Zusammenspiel verschiedener Epochen erzählt die Geschichte des Ortes.

Villa Blumenhalde in Aarau

Baujahr 1818
Nutzung Sitz des Zentrums für Demokratie Aarau (ZDA)
Renovation Erweiterungsbau: 1989–1990
Anbau: 2014
Realisierung Erweiterungsbau: Meier + Oehler Architekten
Anbau: Andreas Marti & Partner Architekten AG, Aarau
Bauherrschaft Ortsbürgergemeinde Aarau
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