Veterinärdienst
Hier finden Sie einen Überblick über Interessantes aus dem Bereich Veterinärdienst.
Moderhinke-Bekämpfung: im ersten Bekämpfungsjahr wurden 18 % der Betriebe positiv getestet.
Die Moderhinke ist eine schmerzhafte und ansteckende Klauenerkrankung beim Schaf, die durch das Bakterium Dichelobacter nodosus verursacht wird. Sie führt nicht nur zu wirtschaftlichen Verlusten, sondern stellt auch ein erhebliches Tierschutzproblem dar. Mit dem Ziel, das Vorkommen der Erkrankung in maximal fünf Jahren auf unter ein Prozent zu reduzieren, führt die Schweiz seit dem Jahr 2024 ein nationales Programm zur Bekämpfung der Moderhinke durch. Dabei werden alle Schafhaltungen jährlich zwischen Oktober und März amtlich auf den Moderhinke-Erreger untersucht.
Gesamthaft gab es 2025 im Aargau 68 Moderhinke-Seuchenfälle. Dabei wurde die überwiegende Anzahl Fälle im Rahmen der ersten Untersuchungsperiode 2024/25 verzeichnet. Diese endete am 31. März 2025 mit einer Bilanz von 18 % positiv getesteten Betrieben.
Bei einem positiven Resultat wird der Schafbestand durch den Veterinärdienst für den Tierverkehr gesperrt und die Sanierung angeordnet. Die Sanierung liegt in der Verantwortung der Tierhaltenden und beinhaltet regelmässige Klauenschnitte, Klauenbäder sowie die konsequente Einhaltung definierter Biosicherheitsmassnahmen. Der Sanierungserfolg wird mittels Nachbeprobung überprüft. Betriebe mit ausbleibendem Sanierungserfolg werden eng durch den Veterinärdienst begleitet und erhalten die Auflage, eine Moderhinke-Fachperson hinzuzuziehen, mit dem Ziel der Überprüfung und Optimierung der Sanierungsmassnahmen.
13 Milchliefersperren wegen Hemmstoffnachweis, zu hohen Zell- oder Keimzahlen – deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.
Die Milchhygiene ist ein wichtiger Aspekt der Primärproduktion. Im Berichtsjahr wurden 108 Verkehrsmilchproduzenten kontrolliert, wobei 40 % von ihnen Beanstandungen im Bereich der Milchhygiene aufwiesen. Die Beanstandungen waren meist geringfügiger Natur und betrafen vor allem den mangelhaften Zustand des Milchlagerraums, die nicht vorhandenen Nachweise für den Melkmaschinenservice oder die fehlende Dokumentation der monatlichen Euterkontrollen.
Die Anzahl der Milchliefersperren lag mit 13 mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr (6). Davon erfolgten fünf Sperren aufgrund von positivem Hemmstoffnachweis.
Die Notwendigkeit von Beschlagnahmungen von Heim- und Wildtieren bleibt bestehen
2025 insgesamt 158 Tiere beschlagnahmt.
Der Veterinärdienst ist für den Vollzug der eidgenössischen Tierschutzgesetzgebung zuständig. Diese regelt die Mindestanforderungen an die Haltung und den Umgang mit Tieren, so auch für Heimtiere und in Gefangenschaft gehaltene Wildtiere. Meldungen zu Tierschutzverstössen werden vom Veterinärdienst nach Dringlichkeit beurteilt und die als mangelhaft gemeldeten Tierhaltungen zeitnah kontrolliert.
Beim Veterinärdienst sind im Berichtsjahr 594 Tierschutzmeldungen im Bereich Heim- und Wildtiere eingegangen. Dies sind 50 mehr als im Vorjahr. Die hohe Anzahl beschlagnahmter Tiere (158) zeigt, dass vermehrt Personen dazu tendieren, deutlich mehr Tiere zu halten, als sie zu versorgen in der Lage sind. Unter den beschlagnahmten Tieren waren viele Hunde (63) und Katzen (58), aber auch Reptilien (13) und Kaninchen (13). Dazu hat der Veterinärdienst 9 Ziervögel, 3 Degus und 1 Meerschweinchen beschlagnahmt.
Die Anzahl Meldungen zu Vorfällen mit Hunden (Total 795) ist seit Jahren erstmals rückläufig
2024 gingen 834 Meldungen ein
Bis Ende 2025 waren bei den Aargauer Gemeinden gemäss der Hundedatenbank AMICUS 46'800 Hunde registriert. Dies sind rund 200 weniger als im Vorjahr.
Die gemeldeten Vorfälle, bei denen ein Hund entweder einen Menschen oder ein Tier verletzt hat oder als übermässig aggressiv aufgefallen ist, sind im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen (- 39). Dies ist vor allem auf den Rückgang bei Vorfällen mit Hunden, die andere Tiere verletzten (-40) zurückzuführen. Die Anzahl Bissvorfälle mit Menschen blieben konstant hoch (+6). Sehr schwere Bissvorfälle, die eine Beschlagnahmung von Hunden erforderlich machten, gingen stark zurück. Der Veterinärdienst beschlagnahmte 2025 lediglich einen Hund, der aufgrund seiner Gefährlichkeit eingeschläfert werden musste. In einem weiteren gravierenden Vorfall wurde ein Hundehalteverbot ausgesprochen.
Statistiken
Ausführliche Informationen zum Veterinärdienst im PDF-Jahresbericht.