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Dossiers & Projekte

Strategiepaket Sprachen

Kinder und Jugendliche stehen auf einem Schulhof neben einem Wegweiser mit den Beschriftungen deutsch, english und français. Im Hintergrund sind ein Schulgebäude und Fahrräder sichtbar.

Das Strategiepaket Sprachen hat zum Ziel, die Sprachkompetenzen der Schülerinnen und Schüler in Deutsch und Französisch an den Aargauer Volksschulen zu verbessern.

Mit dem Strategiepaket Sprachen will der Kanton Aargau die Sprachenbildung an der Volksschule gezielt weiterentwickeln. Die Rahmenbedingungen für den Sprachenerwerb in Deutsch und Französisch sollen verbessert werden.

Ausgangslage

Das Beherrschen der deutschen Sprache ist entscheidend für den Bildungserfolg, die berufliche Integration und die gesellschaftliche Teilhabe. Dies sind zentrale Elemente, damit eine Demokratie funktioniert und der Wohlstand unseres Landes erhalten bleibt. Leistungsmessungen wie die Checks in der Nordwestschweiz, PISA und die Überprüfung der Grundkompetenzen (ÜGK) zeigen aber: Viele Aargauer Schülerinnen und Schüler verfügen in den Unterrichtsfächern Deutsch und Französisch über ungenügende Kompetenzen. Der Trend zeigt nach unten. Mit dem Strategiepaket Sprachen will der Regierungsrat dieser Entwicklung gezielt entgegentreten.

Ziele

Ziel des Strategiepakets Sprachen ist es, den Sprachenerwerb in Deutsch an den Aargauer Volksschulen zu verbessern und die Lernziele in Französisch am Ende der Volksschule zu erreichen. Die Deutschkompetenzen aller Schülerinnen und Schüler sollen dabei wirksam gestärkt werden. Möglichst alle fremdsprachigen Schülerinnen und Schüler sollen beim Eintritt in die Volksschule mit hoher Priorität Deutsch lernen. Zudem soll der Französischunterricht erst in der 6. oder 7. Klasse starten und an der Realschule flexibilisiert werden. Durch die Verschiebung des Französischunterrichts stehen in der Primarschule zusätzliche Lektionen zur Verfügung, sodass für alle Schülerinnen und Schüler ein gezielter Schwerpunkt auf die Förderung der Deutschkompetenzen gelegt werden kann.

Inhalt

Das Strategiepaket Sprachen gliedert sich in drei Teilprojekte:

Integrationsstrategie

Mit der Integrationsstrategie soll sichergestellt werden, dass möglichst alle fremdsprachigen neuzugezogenen Schülerinnen und Schüler mit hoher Priorität Deutsch lernen. Um Qualität und Wirkung zu sichern, wird der Kanton die Förderangebote für neu zugezogene fremdsprachige Schülerinnen und Schüler im Volksschulalter in Zukunft stärker steuern. Beim Eintritt in die Volksschule erfolgt die Deutschförderung entweder in Angeboten wie beispielsweise Integrationsklassen oder durch einen festgelegten Mindestumfang an Förderung in Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Dies in Abhängigkeit der entsprechenden Voraussetzungen der einzelnen Schulen. 

Fremdsprachenstrategie

Die Fremdsprachenstrategie sieht vor, dass der Französischunterricht verschoben und gleichzeitig gestärkt wird: Er soll neu ab der 6. oder 7. Klasse beginnen, gleichzeitig aber durch mehr Lektionen pro Woche intensiviert werden. Der Englischunterricht erfolgt wie bisher ab der 3. Klasse. Der Kanton Aargau bekennt sich dabei zu den vereinbarten Grundkompetenzen der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) in Französisch am Ende der Volksschule. In der Realschule soll der Französischunterricht flexibilisiert werden. Alle Schülerinnen und Schüler sollen am Ende der obligatorischen Schule in den Fremdsprachen jene Kompetenzen erreichen, die für ihren weiteren schulischen und beruflichen Bildungsweg nötig sind. Des Weiteren sind Anpassungen bei den Lehrmitteln sowie Massnahmen bei der Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen vorgesehen.

Deutschkompetenzstrategie

Im Zentrum der Deutschkompetenzstrategie steht die Stärkung der Deutschkompetenzen aller Schülerinnen und Schüler an der Aargauer Volksschule. Die Förderung soll möglichst früh einsetzen und zentrale sprachliche Schlüsselkompetenzen stärken. Ein wichtiger Beitrag dazu leistet die frühe Sprachförderung vor dem Kindergarten, die der Kanton gezielt stärkt. Die Gemeinden werden dabei beim Auf- und Ausbau von Förderangeboten unterstützt. In der Volksschule sollen zusätzliche Unterrichts- und Förderangebote geschaffen werden. Daneben sollen Massnahmen ergriffen werden, um die Erziehungsberechtigten stärker darauf zu sensibilisieren, wie sie die Sprachentwicklung ihrer Kinder unterstützen können.

Für eine erfolgreiche Umsetzung des Strategiepakets Sprachen ist die Unterrichtsqualität entscheidend. Der Kanton setzt deshalb auf gut ausgebildete und motivierte Lehr- und Fachpersonen sowie wirksame Lehrmittel.

Zeitplan

Da der Rechtsetzungsprozess noch offen ist, kann aktuell noch kein Detailzeitplan vorgelegt werden. Ab 2028 werden die Massnahmen aus dem Strategiepaket Sprachen gestaffelt eingeführt.