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Handlungsfelder Wasserstrategie

Wasserversorgung

Das Handlungsfeld Wasserversorgung fokussiert auf die Sicherstellung der Wasserversorgung unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Qualitätsanforderungen für alle Anspruchsgruppen.

Die lückenlose Versorgungssicherheit von Mensch und Tier mit Trinkwasser in quantitativer und qualitativer Hinsicht ist teilweise bereits heute in Trockenperioden oder bei Unwettern gefährdet. Auch wenn der Kanton Aargau voraussichtlich weiterhin über vergleichsweise reichhaltige Wasserressourcen verfügen wird, zeigen die Klimaszenarien CH2025, dass sich die hydrologischen Bedingungen in der Schweiz – und damit auch im Aargau – infolge des Klimawandels deutlich verändern werden (MeteoSchweiz: Klimaszenarien CH2025). In Kombination mit dem Bevölkerungswachstum und unzureichender technischer Infrastruktur kann dies künftig zu einer Verschärfung der Wasserversorgungssituation führen, insbesondere in Trockenperioden und bei Nutzungskonflikten (Björnsen & Stählli 2014: Wasserressourcen der Schweiz). So mussten in den letzten Jahren verschiedene Wasserfassungen aufgegeben werden, weil die zugehörigen Grundwasserschutzzonen den gesetzlichen Anforderungen des Gewässerschutzes nicht mehr entsprachen (Grundwasserschutzzonen im Kanton Aargau (PDF, 995 KB)). Gleichzeitig wurden durch verbesserte Messtechniken neue Spurenstoffe im Grund- und Trinkwasser nachgewiesen, toxikologische Beurteilungen überprüft und in der Lebensmittelgesetzgebung festgelegte Höchstwerte für zusätzliche Substanzen gültig (zum Beispiel für Chlorothalonil-Abbauprodukte; sieheBAFU: Chlorothalonil im Grundwasser). In den nächsten Jahren werden weitere problematische Stoffe, wie zum Beispiel PFAS, an Bedeutung gewinnen (BAFU: PFAS im Grundwasser).

Zur Bereitstellung von qualitativ hochwertigem Trinkwasser stehen gemäss Gewässerschutzgesetzgebung die Instrumente des präventiven Ressourcenschutzes im Vordergrund. Eine weitere, begrenzte Möglichkeit ist der Ausbau von Trinkwasser-Gewinnungsanlagen, zum Beispiel mit neuen Fassungsstandorten oder der Grundwasseranreicherung. Spezifisch gibt es in den grossen Flusstälern noch Gebiete mit Ausbaupotenzial, welche vor allem für die Versorgung von grundwasserärmeren Seitentälern an Relevanz gewinnen werden (Lanz et al. 2014). Weitere Möglichkeiten sind die regionale Vernetzung und das Mischen von belastetem Rohwasser mit unbelastetem Wasser. Erst wenn diese Massnahmen ausgeschöpft sind, kommt eine weitergehende, mehrstufige Aufbereitung von Trinkwasser in Frage (zum Beispiel mit Aktivkohle, Pulveraktivkohle kombiniert mit Ultrafiltrationsmembran, Nanofiltration, Umkehrosmose; siehe auch: Grundlagenbericht zum Postulat 20.4087 Clivaz: Verunreinigungen des Trinkwassers mit Chlorothalonil). Dabei wird wichtig sein, bestehende Wasserressourcen nachhaltig zu sichern und zu nutzen.

Teilweise nehmen die Nutzungsansprüche für Nicht-Trinkwasserzwecke zu. So steigt der Bewässerungsbedarf mit fortschreitendem Klimawandel. Gleichzeitig müssen Wasserentnahmen aus Fliessgewässern zum Teil eingeschränkt werden, was den Druck auf die öffentliche Wasserversorgung erhöht (BAFU: Befragung der kantonalen Gewässerschutz- und Fischereifachstellen zu Auswirkungen von Trockenheit). Der Bewässerungsbedarf in der Landwirtschaft, in der gewerblichen Grünflächennutzung und in privaten Gärten kann in heissen und trockenen Sommermonaten in Zukunft lokal bis regional nicht mehr vollumfänglich gedeckt werden. Für Nutzungen, die nicht zwingend den Qualitätsanforderungen der Lebensmittelgesetzgebung genügen müssen (zum Beispiel Reinigungsarbeiten, thermische Nutzung, Kühlung, Energiegewinnung, Gartenbewässerung), müssen verstärkt alternative Wasserquellen und eigene Brauchwasserinfrastrukturen geprüft werden.

Der Raumplanung kommt beim Bau von Brauchwasserinfrastrukturen eine entscheidende Rolle zu. Ein interessanter Ansatz für die Landwirtschaft ist der Bau von Wasserretentionsinfrastrukturen (zum Beispiel Wasserspeicherbecken gespiesen durch Regenwasser). Jedoch kollidieren solche Vorhaben oftmals mit entgegenstehenden anderen öffentlichen Interessen (zum Beispiel Bodenverbrauch oder Siedlungs- und Landschaftsbild). Ebenfalls interessant wäre die Umnutzung von aufgegebenen Trinkwasserreservoiren. Nach den geltenden Bestimmungen der Gewässerschutzgesetzgebung und Lebensmittelgesetzgebung dürfen diese aber nicht für private Zwecke umgenutzt werden. Für Anlagen im Wald gilt gemäss Waldgesetzgebung eine Rückbau- und Wiederherstellungspflicht, sobald kein überwiegendes öffentliches Interesse mehr vorliegt, insbesondere zur Wiederherstellung ökologisch wertvoller Waldstandorte wie Feucht- und Nasswälder.

Eine Herausforderung ist dabei auch die Sicherstellung von ausreichend grossen Löschwasserreserven. Um Engpässen in den Sommermonaten vorzubeugen, sind auch Verbesserungen der Effizienz und Wassersparmöglichkeiten zu prüfen.

Umgang mit Zielkonflikten

Trinkwassernutzung vs. Wassernutzung für andere Zwecke

Mit dem Projekt "Planung Trinkwasserversorgungssicherheit"(PTS) (PDF, 31 Seiten, 1,7 MB) wird eine regionale koordinierte Wasserversorgungsentwicklung gefördert, damit die langfristige Trinkwasserversorgungssicherheit gewährleistet ist. Kommt es trotzdem zu Versorgungsengpässen, haben jene Nutzungen aus der öffentlichen Wasserversorgung Vorrang, welche wie die Lebensmittelproduktion auf Trinkwasserqualität angewiesen sind. Für andere Nutzungen werden separate Versorgungssysteme geprüft, soweit die Wasserressourcen dies zulassen.

Wirtschaftliche Interessen vs. Schutz natürlicher Ressourcen

Die Stossrichtungen der Wasserversorgung erlauben einen ganzheitlichen Umgang, welche die wirtschaftlichen Interessen der Landwirtschaft, der Industrie und des Gewerbes mit einer nachhaltigen Ressourcennutzung vereinen.

Eigenverantwortung und Gemeindeautonomie vs. Vorgaben des Kantons

Das Handlungsfeld respektiert die kommunale Verantwortung in der Organisation der Versorgung und die Eigenverantwortung der Bevölkerung im Umgang mit Trinkwasser. Gleichzeitig kommt der Kanton verstärkt seiner Koordinationsfunktion nach.

Systemrelevante Nutzungen vs. industrielle Prozesse

Die Priorisierung von Trinkwasser für lebensmittelrechtlich sensible Bereiche kann bei Engpässen zu Einschränkungen in anderen systemrelevanten Branchen wie zum Beispiel der Pharmaindustrie führen. Eine differenzierte Nutzung nach Wasserqualität ist daher sinnvoll.

Wasserspeicher und Brauchwasserinfrastrukturen vs. Raumplanerische und rechtliche Rahmenbedingungen

Die Realisierung von Wasserspeicherbecken, sämtlichen Wasserspeichern und auch die Umnutzung von aufgegebenen Trinkwasserversorgungsanlagen für Brauchwasserzwecke werden heute durch verschiedene rechtliche und raumplanerische Hürden erschwert. Im Rahmen der kantonalen Wasserstrategie soll der Handlungsspielraum dazu überprüft und – wo nötig und sinnvoll – angepasst werden.

Schnittstellen zu anderen Handlungsfeldern

imagemap-area-0imagemap-area-1imagemap-area-2imagemap-area-3imagemap-area-4 In diesem Bild werden die Schnittstellen zwischen Wasserversorgung und den anderen Handlungsfeldern der Wasserstrategie beschrieben und verlinkt.

Stossrichtungen

Trinkwasserversorgungssicherheit planen und umsetzen

Ziel der Stossrichtung: Der Kanton koordiniert und unterstützt die regionale Wasserversorgungsplanung, um die langfristige Trinkwasserversorgung zu sichern.

Im Gegensatz zu den nachfolgenden Stossrichtungen sind bei der öffentlichen Wasserversorgung zwingend die Anforderungen an die Trinkwasserqualität gemäss Lebensmittelgesetzgebung (LMG) einzuhalten. Um den beschriebenen Herausforderungen zu begegnen, setzt der Kanton Aargau in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden schrittweise die Lösungsansätze aus dem Projekt "Planung Trinkwasserversorgungssicherheit" (PTS) (PDF, 31 Seiten, 1,7 MB) um. Grundwasservorkommen mit Potenzial für die zukünftige Trinkwassergewinnung (insbesondere in den grossen Flusstälern) sind durch planerischen Schutz langfristig zu sichern.

Ein weiteres zentrales Element ist, die Verteilinfrastruktur zu optimieren und die Wasserversorgungen regional miteinander zu vernetzen. Jede Wasserversorgungsregion soll in sich eine ausgeglichene oder positive Trinkwasser-Mengenbilanz aufweisen und mindestens zwei voneinander unabhängige hydrologische Standbeine für die Wasserversorgung zur Verfügung haben. Für die regional koordinierte Wasserversorgungsplanung werden die kommunal vorhandenen Daten zu den Gewinnungs-, Aufbereitungs-, Speicher- und Verteilanlagen genutzt. Der Kanton trägt Grundwasserdaten bei und ergänzt sie soweit nötig. Dies ermöglicht eine zielgerichtete und wirtschaftliche Anpassung der Infrastruktur an die heutigen und zukünftigen Anforderungen.

Der Kanton achtet darauf, durch eine klare Kommunikation der Stossrichtung die Synergien zwischen den kommunalen Wasserversorgungen zu fördern und dadurch die begrenzten Ressourcen effizient einzusetzen.

Handlungsmöglichkeiten des Kantons

  • Die im Projekt PTS erarbeiteten Massnahmen schrittweise umsetzen.
  • Die Zusammenarbeit von Wasserversorgern in sinnvoll festgelegten regionalen Versorgungsgebieten fördern und koordinieren.
  • Die Verankerung der Erarbeitung der regionalen generellen Wasserversorgungsplanung (rGWP) im Richtplan prüfen.
  • Die Verbesserung von regional und kantonal verfügbaren Datengrundlagen fördern.
  • Den planerischen Schutz von Trinkwasserressourcen stärken und neue potenzielle Grundwasserschutzareale prüfen und ergänzen.
  • Die Einzugsgebiete der Trinkwasserfassungen ermitteln und bei Bedarf den Zuströmbereich bezeichnen, in welchem zusätzliche Grundwasserschutzmassnahmen zu treffen sind.
  • In Gebieten, in denen das Grundwasserdargebot im Verhältnis zum Trinkwasserbedarf gering ist, können Möglichkeiten zur Grundwasseranreicherung sowie alternative Speicherlösungen geprüft werden. Aufgrund des damit verbundenen Aufwands und der begrenzten Effizienz ist es sinnvoll, den potenziellen Nutzen sorgfältig zu prüfen und abzuwägen.

Synergien nutzen und Wirkung erzielen

  • Die langfristige Umsetzung des Projekts PTS stärkt die regional koordinierte Planung der Wasserversorgung und den Ausbau der Infrastruktur. Dies erhöht wiederum die Resilienz der Wasserversorgungen im gesamten Kanton und sichert gleichzeitig Gemeinden in grundwasserärmeren Seitentälern sowie kleinere Versorgungsgebiete besser ab.
  • Die Bündelung von Ressourcen und die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden fördern eine effiziente Nutzung der Infrastrukturen und erhöhen die Versorgungssicherheit.
  • Eine vorausschauende, der Klima- und Umfeldentwicklung angepasste Planung ermöglicht zielführende Investitionen in die Wasserversorgungsanlagen und macht sie dadurch nachhaltig.

Speicherlösungen und Brauchwassernutzung für Nicht-Trinkwasserzwecke ermöglichen

Ziel der Stossrichtung: Ergänzend und zur Entlastung der öffentlichen Wasserversorgung prüft der Kanton alternative Versorgungssysteme und unterstützt diese, wo es sinnvoll ist.

Aus dem Netz der öffentlichen Wasserversorgung sollen bei drohenden Nutzungskonflikten vorrangig Nutzungen mit lebensmittelrechtlichen Hygieneanforderungen bedient werden. In Gebieten mit knappen Trinkwasserressourcen sollen für andere Nutzungsansprüche, die keine Trinkwasserqualität erfordern, verstärkt alternative Wasserressourcen und Brauchwassersysteme genutzt werden. Dies betrifft insbesondere industrielle Prozesse, bei denen keine Trinkwasserqualität erforderlich ist. Voraussetzung für neue Infrastrukturen ist eine grossräumige Betrachtung der vorhandenen Wasserressourcen im Einzugsgebiet.

Für landwirtschaftliche Kulturen, bei denen keine hygienischen und chemischen Anforderungen an das Bewässerungswasser gestellt werden, können alternative Wasserquellen und Anlagen wie zum Beispiel nicht mehr genutzte Grundwasserfassungen oder Trinkwasserreservoire, Regenwasserfassungen oder andere Wasserspeicher aus Sicht der Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit für einzelne Betriebe eine Alternative darstellen. Einzelbetriebliche Speicherlösungen gibt es in der Schweiz bereits einige, insbesondere in Kombination mit Gewächshäusern. Regionale Speicherlösungen sind dagegen noch selten, da ihrer Realisierbarkeit raumplanerische Hürden entgegenstehen, die sich aus ökologischen Anforderungen sowie Flächen- und Nutzungskonflikten ergeben. Für landwirtschaftlich besonders bedeutende Regionen mit einem hohen Anteil an bewässerungswürdigen Kulturen können auch separate Brauchwassersysteme geprüft werden.

Je nach Nutzung können neben neuen Speichern insbesondere auch nicht mehr genutzte Trinkwasserfassungen geprüft werden. Dies sind beispielsweise Fassungen, die aufgrund unzureichenden Schutzes, beeinträchtigter Wasserqualität (zum Beispiel hohe Nitrat- oder Chlorothalonil-Werte) oder mangelnder Wirtschaftlichkeit für die kommunale Wasserversorgung stillgelegt wurden. Eine alternative Nutzung solcher Fassungen – etwa für Brauchwasserzwecke – kann unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll sein, entbindet jedoch nicht von der Verantwortung, weitere Belastungen zu vermeiden. Die Grundprinzipien des Gewässerschutzes und das Verursacherprinzip sollen davon unberührt bleiben.

Handlungsmöglichkeiten des Kantons

  • Die Machbarkeit multifunktionaler regionaler Speicher prüfen sowie Grundlagen und Instrumente zur Realisierung erarbeiten; insbesondere der kantonale Richtplan sowie die generellen und regionalen Wasserversorgungsplanungen. Die notwendigen Grundlagen und Umsetzungsinstrumente sind im Rahmen der regionalen Wasserversorgungsplanungen zu erarbeiten und deren strategische Verankerung im kantonalen Richtplan ist zu prüfen.
  • Einzelbetriebliche Speicherlösungen in der Landwirtschaft sowie bei der betroffenen Industrie und dem Gewerbe fördern.
  • Erarbeiten einer Übersicht alternativer Wasserbezugsorte.
  • Prüfung der Möglichkeiten zur Erhaltung bestehender Strukturen und deren Nutzung für alternative Zwecke.
  • Grundlagen für kleinere, dezentrale Speichermassnahmen (low tech, auch multi- und monofunktional) erarbeiten und bereitstellen.

Synergien nutzen und Wirkung erzielen

  • Ein gezielter, auf die verfügbare Grundwassermenge abgestimmter Einsatz alternativer Wasserquellen wie Brauchwasser und Regenwasser kann Trinkwasser-Bedarfsspitzen reduzieren und fördert die Nachhaltigkeit in der Wasserversorgung.
  • Durch lokale oder regionale Speicherlösungen wird die Wasserversorgung stabiler und krisenfester.

Bewusstseinswandel für einen sorgsamen Umgang mit der Ressource Wasser anstossen

Ziel der Stossrichtung: Das Problembewusstsein und die Eigenverantwortung der Bevölkerung und Wirtschaft für einen sorgsamen Umgang mit der Ressource Wasser werden gestärkt.

Wassersparen war im Kanton Aargau, dem Wasserschloss der Schweiz, bislang nur saisonal und gebietsweise ein Thema. Angesichts der heissen und trockenen Sommer der letzten Jahre, der bevorstehenden klimatischen Herausforderungen und des erwarteten Bevölkerungswachstums braucht es nun einen Bewusstseinswandel. Die Wasserstrategie soll dazu beitragen, diesen anzustossen.

Wasser ist ein lebenswichtiges Gut, das im Interesse der Allgemeinheit bewirtschaftet wird. Es steht nicht im Eigentum einzelner Akteurinnen oder Akteure, sondern unterliegt einer gemeinschaftlichen Verantwortung und öffentlichen Regulierung. Wer Wasser nutzt, trägt Verantwortung; mit Rechten gehen auch Pflichten einher. Ein sorgsamer Umgang mit der Ressource liegt im ureigenen Interesse der gesamten Gesellschaft und damit auch des Kantons. Dabei sind die unterschiedlichen Bedürfnisse nachgelagerter Nutzerinnen und Nutzer sowie künftiger Generationen zu berücksichtigen. Die Eigenverantwortung wird gestärkt, wenn der persönliche Wasserverbrauch bewusst wahrgenommen wird (direkter und indirekter Verbrauch). Ein gesellschaftlich verankertes Problembewusstsein fördert nachhaltige Entscheide und eine nachhaltige Ressourcennutzung. Voraussetzung dafür ist die Kenntnis des tatsächlichen Verbrauchs und des vorhandenen Einsparpotenzials, was heute in vielen Anwendungsbereichen noch fehlt. Die Digitalisierung bietet neue, einfache Möglichkeiten zur Erfassung des Wasserverbrauchs, die künftig stärker genutzt werden sollen. Technologische Entwicklungen eröffnen unter anderem in der landwirtschaftlichen Be- und Entwässerung sowie in der industriellen und gewerblichen Nutzung Einsparpotenziale. Auch im privaten Bereich kann die verstärkte Nutzung von Regenwasser anstelle von Trinkwasser einen Beitrag leisten.

Eine zentrale Rolle spielt auch die Bau- und Immobilienwirtschaft: Immobilienbesitzende sollen künftig stärker in die Pflicht genommen werden, wassersparende Technologien einzubauen, soweit sie keine trinkwasserhygienischen Nachteile bewirken, und die Regenwassernutzung bei Neubauten und Sanierungen zu berücksichtigen.

Handlungsmöglichkeiten des Kantons

  • Sensibilisierungskampagne für eine neue Wasserethik.
  • Beteiligung der Bevölkerung zum Beispiel mit Reallaboren, Wettbewerben, Innovations-/Pilotprogrammen, usw.
  • Auszeichnungen für Gemeinden mit besonders sorgsamem Umgang mit Wasser.
  • Integration von sorgsamem Umgang mit Wasser in den Lehrplan von Schulen und Bildungseinrichtungen.
  • Bei Konzessionen / Bewilligungen für die Nutzung von Grundwasser- und Oberflächengewässern soll nicht nur die Pumpleistung oder der Jahresverbrauch angegeben werden, sondern auch der tatsächlich genutzte Wasserverbrauch; das heisst, der Wasserbedarf für alle praktischen Nutzungen wie Laufbrunnen, Leitungsspülungen, Unterhaltsbetrieb oder andere betriebliche Prozesse soll systematisch erfasst werden.
  • Wirtschaft und Gewerbe anstossen, mit Massnahmen noch mehr Verantwortung zum effizienten Einsatz der Ressource Wasser zu übernehmen.
  • Die Bauwirtschaft und Immobilienbesitzer für die Nutzung von Regenwasser / den Einbau wassersparender Technologien in Neubauten und Renovierungen sowie eine differenzierte Verbrauchserfassung verpflichten.

Synergien nutzen und Wirkung erzielen

  • Die Sensibilisierung für einen sorgsamen Umgang mit der Ressource Wasser stärkt die Eigenverantwortung und trägt zur Umsetzung der weiteren Handlungsfelder dieser Strategie bei.