Temperaturmessung im Hallwilersee
Der Kanton Aargau misst in Zusammenarbeit mit der Eawag und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) im tiefsten Bereich des Hallwilersees mit einer vertikalen Messkette die Temperatur und die Sauerstoffkonzentration des Sees kontinuierlich in verschiedenen Tiefen. Ziel ist es, die Auswirkungen des Klimawandels auf die aquatischen Lebensräume zu beobachten. Die Daten dienen zudem als Grundlage für die Massnahmenplanung um und im Hallwilersee.
Die kontinuierliche Temperaturmessung wurde im Rahmen eines vom BAFU finanzierten Pilotprojekts von 2022 bis 2024 installiert. Seit 2025 betreibt der Kanton mit Unterstützung der Eawag (dem Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs) und des BAFU die Temperaturüberwachungsstation im Hallwilersee weiter. Die Temperaturmesskette misst die Wassertemperatur kontinuierlich in 18 verschiedenen Tiefen. In drei Tiefen (25 m, 40 m und 43 m) wird seit 2025 auch der Sauerstoff kontinuierlich gemessen. Auch im Murtensee, im Ägerisee und in acht weiteren kleinen Seen werden ähnliche Messstationen betrieben. Ziel ist es, die Auswirkungen des Klimawandels auf diese Seen zu beobachten. Diese Seen sind bedeutend für die Trinkwasserversorgung, Fischerei, Erholung und Biodiversität.
Temperatur-Messsystem im Hallwilersee
Im Hallwilersee wird die Temperaturmesskette an der Seeoberfläche durch eine mit Solarzellen, Batterien und einem Mobilfunk-Kommunikationssystem ausgestattete Boje erkennbar gemacht. Die gemessenen Temperaturdaten werden in Echtzeit auf einen Server geliefert und sind im Internet einsehbar. Das Messsystem besteht aus einem Anker, einer kleinen Boje an der Wasseroberfläche und einem Stahlseil mit 18 Temperatur- und 3 Sauerstoffsensoren. Um Kollisionen mit Booten zu vermeiden ist die Boje mit Radarreflektor und Licht ausgestattet. Mit dem neuen Messsystem kann das Temperaturprofil und die Schichtung des Sees in Echtzeit verfolgt werden. Es hilft der Abteilung für Umwelt, die Daten aus der kantonalen Seeüberwachung besser zu interpretieren und die Seebelüftung besser zu steuern.
Bisherige Messungen im Hallwilersee
Im Rahmen des Projekts der Seesanierung wird der Zustand des Hallwilersees durch den Kanton Aargau seit 1985 jeden Monat im Bereich der tiefsten Stelle systematisch untersucht. Dazu werden verschiedene chemische, physikalische und biologische Parameter (Temperatur, Sauerstoff, Trübung, pH, verschiedene Nährstoffe, die Zusammensetzung des Planktons und die Konzentrationen von Mikroverunreinigungen) auf verschiedenen Seetiefen erhoben. Diese Untersuchungen dokumentieren den Fortschritt der Sanierungsmassnahmen. Sie dienen als wichtige Grundlage für die Massnahmenplanung im Einzugsgebiet und für die Steuerung der Seebelüftung. Die kontinuierlichen Temperatur- und Sauerstoffmessungen ergänzen die bestehenden Erhebungen.