Was kann ich beitragen?
Luft/Lärm/NIS
Nutze Akkugeräte statt Benzinmotoren
Benzinbetriebene Gartengeräte wie Rasenmäher, Motorsägen oder Laubbläser stossen nicht nur klimaschädliches CO₂ aus, sondern auch Feinstaub und unverbrannte Kohlenwasserstoffe. Da kleinere Motoren oft über keine oder nur unzureichende Abgasfilter verfügen, belasten sie die lokale Luftqualität erheblich. Wer solche Geräte bedient, atmet die Abgase zudem direkt ein. Hinzu kommt, dass Benzingeräte meist deutlich lauter sind als ihre elektrischen Alternativen. Moderne Akkugeräte sind heute sehr leistungsstark und schonen gleichzeitig das Klima, die Luftqualität im eigenen Garten sowie das Gehör der nutzenden Personen und der Nachbarschaft.
Verwende lösungsmittelfreie Reiniger und Farben
Viele herkömmliche Farben, Lacke und Reinigungsmittel enthalten flüchtige organische Verbindungen, sogenannte VOCs (Volatile Organic Compounds). Diese Lösungsmittel verdampfen beim Streichen oder Putzen in die Raumluft und können beim Einatmen Kopfschmerzen, Schwindel oder allergische Reaktionen auslösen. Gelangen diese Dämpfe ins Freie, tragen sie unter Sonneneinstrahlung zudem zur Bildung von gesundheitsschädlichem Sommersmog (Ozon) bei. Wasserbasierte, lösungsmittelfreie Alternativen schützen sowohl die Gesundheit als auch die Umwelt und sind heute in breiter Auswahl erhältlich.
Weitere hilfreiche Informationen und Tipps rund um umweltschonende Farben finden Sie unter: stiftungfarbe.org
Setzte leise Geräte, Fahrzeuge und Reifen ein
Lärm ist nicht nur unangenehm, sondern ein oft unterschätztes Umweltproblem. Dauerhafte Lärmbelastung verursacht beim Menschen Stress, stört den Schlaf und kann langfristig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Auch die Tierwelt leidet stark darunter, da Lärm ihre lebenswichtige Kommunikation, die Brutpflege und die Orientierung beeinträchtigt. Bei Gartengeräten und Haushaltsgeräten lohnt sich ein Blick auf die Dezibel-Angaben, und bei Autoreifen gibt das offizielle Reifenlabel Auskunft über das Rollgeräusch. Bereits eine Reduktion um wenige Dezibel macht einen spürbaren Unterschied für eine ruhigere und gesündere Umgebung.
Hilfreiche Informationen zum Schweizer Reifenlabel findest du beim Bundesamt für Energie (BFE) und Vergleiche für leise Haushaltsgeräte auf topten.ch.
Nimm Rücksicht und halte die Mittags- und Nachtruhe ein
Ruhephasen sind für Menschen und Tiere gleichermassen wichtig, um sich zu erholen. Maschinenlärm, laute Musik oder lärmintensive Gartenarbeiten während der Ruhezeiten bedeuten nicht nur für die Nachbarschaft grossen Stress, sondern schrecken auch Vögel und andere Wildtiere auf. Wer solche Arbeiten auf die Zeiten ausserhalb der Mittags- und Nachtruhe legt, zeigt Rücksicht gegenüber Mitmenschen und leistet einen aktiven Beitrag zur Lärmminderung. Eine verlässlich ruhige Umgebung ist eine Grundvoraussetzung für allgemeines Wohlbefinden und erholsamen Schlaf.
Weitere Informationen zum Schutz vor Lärm und Tipps für eine ruhigere Umgebung finden Sie bei der Schweizerischen Lärmliga unter: laermliga.ch
Grundwasserschutz/Abwasser
Sammle Regenwasser, um deinen Garten zu bewässern
Regen, welcher auf die Dächer fällt, wird mit Dachrinnen gesammelt und in Dachwasserleitungen abgeleitet. Dort können Regenwassertanks oder Zisternen installiert und das Regenwasser gespeichert werden. Dieses Wasser eignet sich ideal zur Bewässerung der Pflanzen im Garten. Dadurch kann der Trinkwasserverbrauch insbesondere im Sommer reduziert werden. Dies spart Kosten für den Trinkwasserkonsumenten und Ressourcen zur Bereitstellung von wertvollem Trinkwasser.
Verwende keine Pflanzenschutzmittel
Pflanzenschutzmittel gelangen nach ihrer Anwendung in den Boden und teilweise auch in die Oberflächengewässer. Pflanzenschutzmittel und deren Abbauprodukte werden aus dem Boden ausgewaschen und versickern aus den Oberflächengewässern ins Grundwasser. Das Grundwasser wird als Trinkwasser genutzt und die Trinkwasserqualität dadurch beeinträchtigt.
Entsorge Speisereste, Abfälle und Medikamente nicht im WC
Nur menschliche Ausscheidungen und Toilettenpapier gehören in die Toilette; feste Stoffe wie Feuchttücher, Hygieneartikel, Essensreste, Öle und Chemikalien müssen im Restmüll oder bei Sammelstellen entsorgt werden.
Abfälle, Speisereste und Öle in der Kanalisation verursachen schwere Schäden, Verstopfungen in Rohren und Pumpwerken, hohe Reinigungskosten, Rattenplagen und belasten die Umwelt.
Medikament und Chemikalien können in der Kläranlage nicht vollständig beseitigt werden und gelangen so in unsere Gewässer.
Bodenschutz
Bringe keine Asche im Garten oder Kompost aus
Holzasche enthält nützliche Nährstoffe und hat eine kalkende Wirkung auf den Boden. Gleichzeitig werden aber Schwermetalle, die im Holz natürlicherweise in kleinen Mengen vorkommen, beim Verbrennen in der Asche angereichert, da sie nicht mitverbrennen. Je nach Verbrennungsprozess können zudem weitere giftige Stoffe entstehen. Wird ausserdem behandeltes Holz wie z.B. lackiertes, gestrichenes oder geleimtes Holz verbrannt, kann die Asche noch mehr Schadstoffe anreichern. Wenn man solche Asche im Garten oder auf dem Kompost verteilt, gelangen diese Stoffe in den Boden, werden wiederum angereichert und geraten später möglicherweise auch in Lebensmittel.
Setze Dünger im Garten nur massvoll ein.
Pflanzen können nur so viele Nährstoffe aufnehmen, wie sie tatsächlich benötigen. Wird zu viel Dünger ausgebracht, wird der Überschuss im Boden akkumuliert oder ausgewaschen. Eine Anreicherung im Boden kann die Bodenorganismen sowie die Pflanzen schädigen. Wird der Dünger ausgewaschen kann er ins Grundwasser, Bäche oder Seen gelangen und dort die Umwelt belasten.
Verwende keine Pflanzenschutzmittel im Garten
Ähnlich wie beim Dünger können überschüssige Pflanzenschutzmittel in den Boden gelangen oder ausgewaschen werden. Pflanzenschutzmittel treffen somit nicht nur die zu bekämpfenden Schädlinge, sondern auch Nützlinge. Besser sind vorbeugende Massnahmen wie robuste Sorten wählen, Rücksicht auf den Boden nehmen und das Fördern von Nützlingen.
Vermeide Bodenarbeiten, wenn der Boden nass ist
Nasser Boden ist sehr empfindlich und lässt sich leicht verdichten. Bei der Bearbeitung werden die kleinen Hohlräume zusammengedrückt. Dadurch kann der Boden weniger Wasser und Luft speichern, das Wurzelwachstum und die Bedingungen für Bodenorganismen werden erschwert. Zudem können Bodenverdichtungen Staunässe fördern, was wiederum die Wachstumsbedingungen für Pflanzen erschwert. Deswegen sollte der Boden erst bearbeitet werden, wenn er abgetrocknet ist.
Abfallwirtschaft
Teile Produkte mit anderen Menschen
Sharing Economy - Teilen anstatt Besitzen:
Indem du Produkte teilst oder von anderen ausleihst, hilfst du Ressourcen zu schonen und Abfälle zu vermeiden. Du sparst nicht nur Platz, sondern auch Geld. Es gibt viele Möglichkeiten Produkte zu teilen oder auszuleihen. Die Angebote reichen von Nachbarschaftshilfe bis zu professionellen Mietservices und Sharing-Plattformen.
Video zur Ausstellung Zürich zirkulär: Mission Kreislauf: Ein Leben lang
Repariere defekte Produkte, anstatt sie wegzuwerfen
Tipps zum Reparieren:
- Auf der Plattform Reparaturführer.ch findest du Reparatur-Profis in deiner Region sowie Anleitungen und Tipps zum Reparieren.
- Besuche ein Repair-Café in deiner Nähe. Wo und wann diese stattfinden, findest du unter www.repair-cafe.ch.
- Kaufe langlebige Produkte, die sich gut reparieren lassen. So hast du länger Freude daran.
Trenne deinen Abfall und rezykliere, wenn es möglich ist
Indem du Abfälle trennst und einer Separatsammlung der Gemeinde oder einem Entsorgungsunternehmen übergibst, können daraus wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen werden.
Weitere Informationen zum Recycling:
- So funktioniert Recycling in der Schweiz (swissrecycle.ch)
- Quiz - Wie gut bist du im Recycling (swissrecycle.ch)
Vermeide Fremdstoffe:
- Fremdstoffe in der Sammlung müssen aufwändig aussortiert werden und verteuern oder verunmöglichen das Recycling.
Vermeide es, Kunststoffe im Grüngut zu entsorgen
Grüngut ist nur grün gut:
- Kunststoffe im Grüngut sind ein Problem. Was nicht aussortiert werden kann, landet im Kompost und somit auf unseren Feldern und in unseren Gärten. Ist die Verschmutzung zu gross, kann das Grüngut nicht verwertet werden und muss in einer Kehrichtverbrennungsanlage verbrannt werden.
- Grüngut sammeln - aber richtig!
- Grünabfälle richtig entsorgen: www.stop-plastic.ch
Oberflächengewässer
Nach Anwendung von Salben, die Hände mit Papier abwischen
Bei der Anwendung schmerzmittelhaltigen Cremes, Salben und Gels können Arzneimittel ins Abwasser und schliesslich in Gewässer gelangen. Die ins Abwasser gelangende Arzneimittelmenge kann reduziert werden, in dem man sich die Hände mit einem Papiertuch abwischt, dieses im Hausmüll entsorgt, und erst dann die Hände wäscht. Das Papiertuch wird in der Kehrrichtverbrennungsanlage verbrannt und so vor dem Eintrag ins Abwasser bewahrt. Alternativ kann das Tragen von Einweg-Handschuhen bei der Anwendung solcher Produkte und anschliessender Entsorgung im Hausmüll die Einträge von Schmerzmittel in die Gewässer reduzieren.
Siehe auch: Erst Wischen … dann Waschen! – Postkarte zum Umgang mit arzneimittelhaltigen Cremes und Gels
Verwende keine Pflanzenschutzmittel
Pflanzenschutzmittel richten schon in kleinsten Mengen Schaden in Gewässer an und sickern ins Grundwasser. Die Einhaltung der Anwendungsvorschriften ist sehr wichtig für den Schutz der Gewässer und des Trinkwassers. Sie sollten nie Reste von Pflanzenschutzmittel ins Abwasser spülen oder solche in Gewässernähe oder auf befestigten Flächen anwenden. Besser verwenden Sie Alternativen für die Unkraut- und Schädlingsbekämpfung und für die Gesundung von Nutz- und Zierpflanzen im eigenen Garten. Gartenratgeber zeigen Ihnen wie es geht.
Siehe auch: Aktion Gartenchemiker - Kanton Aargau
Vermeide Mikroplastik im Gewässer und lass keinen Abfall liegen
Abfälle gehören nicht in die Gewässer. Dennoch findet man häufig Abfälle wie PET-Flaschen und Plastiktüten in Gewässern. Nebst dem, dass es unschön aussieht, können Plastik- und Mikroplastik-Partikel in Gewässern aquatischen Lebewesen durch Verschlucken oder Verletzungen schädigen. Sie transportieren und konzentrieren chemische Schadstoffe und werden nur sehr langsam abgebaut. Besser ist, den Abfall – auch Zigarettenstummel, Glasflaschen, Alu-Dosen etc. – in der dafür vorgesehenen Abfallsammlung zu entsorgen und wenn vor Ort nicht vorhanden, dann mitnehmen und zu Hause entsorgen.
Benutze umweltverträgliche Waschmittel und Kosmetika
Kosmetika und Waschmittel können Inhaltsstoffe wie Tenside, UV-Filter, Konservierungsmittel oder Mikroplastik aufweisen, welche in der Umwelt schlecht abgebaut werden und Wasserlebewesen schädigen können. Von vielen Stoffen sind die Auswirkungen auf die Umwelt aber noch unklar. Besser ist, umweltverträgliche Waschmittel und Kosmetika zu benutzen, um vorsorglich die Gewässer weniger zu belasten. Wie erkenne ich, dass ein Produkt umweltverträglich ist? Siegel und Labels geben bereits erste Hinweise und Inhaltstoffe prüfen – Mikroplastik, Phosphate, SLS/SLES und synthetische Konservierungsmittel sind nicht umweltverträglich.