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Staat und Politik

Politik

Der Bereich Politik bietet umfassende Einblicke in die Resultate von Wahlen und Abstimmungen im Kanton Aargau – von den Grossratswahlen über die Nationalratswahlen bis hin zu eidgenössischen Abstimmungen. Zudem werden Auswertungen zu den im Aargauer Stimmregister eingetragenen Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern sowie zu ihrer Wahl- und Abstimmungsbeteiligung präsentiert.

Die Wahlbeteiligung im Kanton Aargau unterscheidet sich stark zwischen kantonalen und eidgenössischen Wahlen. So gab bei den Nationalratswahlen 2023 fast die Hälfte der Stimm- und Wahlberechtigten ihre Stimme ab, bei den Grossratswahlen 2024 tat dies nur rund ein Drittel der Wahlberechtigten. Diese unterschiedlich hohe Wahlbeteiligung lässt sich seit etwa 20 Jahren beobachten. Die "fünfte Schweiz", also die im Aargauer Stimmregister eingetragenen Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, wächst seit 2010 stark, während ihre Stimmbeteiligung zurückgegangen ist.

Aargauer Stimmregister der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer können sich bei der zuständigen Schweizer Vertretung im Land, in dem sie residieren, anmelden, um ihre politischen Rechte in der Schweiz wahrzunehmen. Im Kanton Aargau wird das Stimmregister seit 2010 zentral von der Staatskanzlei geführt; seither hat sich die Zahl der registrierten Personen mehr als verdoppelt. Wer als Auslandschweizerin oder Auslandschweizer im Aargauer Stimmregister eingetragen ist, kann an eidgenössischen Wahlen und Abstimmungen teilnehmen. Zu Beginn jedes Jahres veröffentlicht der Kanton die Zahlen per 31. Dezember des Vorjahrs der im Aargauer Stimmregister registrierten Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer.

12'710 Auslandschweizer/innen waren Ende 2025 im Aargauer Stimmregister gemeldet.
2/3 davon lebten 2025 in Europa.
20 % betrug 2025 ihre durchschnittliche Stimmbeteiligung.

Per 31. Dezember 2025 sind 12'710 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer registriert. Das sind 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Etwas mehr als die Hälfte lebte 2025 in Deutschland, Frankreich, den Vereinigten Staaten oder Italien, die übrigen. verteilten sich auf 135 weitere Länder.

Die untenstehende Grafik zeigt die zwanzig Länder, in denen 2025 die meisten Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer lebten.

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Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, die im Aargauer Stimmregister eingetragen sind, können sich an eidgenössischen Wahlen und Abstimmungen beteiligen. Zwischen 2010 und 2025 ist die Beteiligung an eidgenössischen Abstimmungen von 41 auf 20 Prozent zurückgegangen. Auch bei den Nationalratswahlen hat die Beteiligung abgenommen: 2011 beteiligten sich 31 Prozent, 2023 noch 17 Prozent der registrierten Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer.

Weitere Informationen:

Dokumente, Tipps und weitere wichtige Informationen zum Zentralen Stimmregister und Wahlbüro für Auslandschweizer/innen des Kantons Aargau, Staatskanzlei

Grossratswahlen

Der Grosse Rat des Kantons Aargau wird von den Stimmberechtigten für vier Jahre gewählt. Mit seinen 140 Mitgliedern bildet er das Parlament und damit die oberste gesetzgebende Behörde des Kantons. Er beschliesst Gesetze, übt die Oberaufsicht über die staatlichen Tätigkeiten aus, entscheidet über wichtige Finanzfragen und wählt verschiedene kantonale Behörden. Diese Aufgaben erfüllen die Ratsmitglieder in öffentlichen Plenarsitzungen und in nichtöffentlichen Kommissionssitzungen.

32,6 % betrug die Wahlbeteiligung 2024.
1'023 Kandidierende stellten sich 2024 zur Wahl.
39,6 % war 2024 der Frauenanteil der Kandidierenden.

Am 20. Oktober 2024 wurden die 140 Mitglieder des Grossen Rats für die Amtsperiode 2025/2028 gewählt. Die Sitze werden proportional zur Bevölkerungszahl auf die elf Bezirke verteilt. Die Anzahl Sitze nach Bezirk reichen von je 7 in Laufenburg und Zurzach bis 29 in Baden. Die Wahlresultate zeigen, wie sich die politischen Kräfteverhältnisse im Kanton Aargau verändern und welche Parteien in den einzelnen Bezirken und insgesamt am stärksten vertreten sind.

Resultate auf Kantonsebene

Sitzverteilung

Sitzverteilung Grosser Rat, 2025–2028.
Sitzverteilung Grosser Rat, 2025–2028.

Grafik zur Sitzverteilung im Aargauer Grossen Rat für die Legislaturperiode 2025-2028. Die Sitze werden durch farbige Punkte in einem Halbkreis aufgeführt.

Mit 48 Sitzen (+5 Sitze gegenüber den Wahlen 2020) ist die Schweizerische Volkspartei (SVP) die stärkste Partei im Aargauer Grossen Rat. Die zweitstärkste Partei ist die Sozialdemokratische Partei (SP) mit 23 Sitzen (unverändert) gefolgt von der FDP.Die Liberalen (FDP) mit 22 Sitzen (+1). Die Mitte kommt auf 18 Sitze (unverändert), die Grünen auf 10 (–4) und die Grünliberale Partei (GLP) auf 11 Sitze (–2). Die zwei kleinsten im Grossen Rat vertretenen Parteien sind die Evangelische Volkspartei (EVP) mit 5 Sitzen (–1) und die Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) mit 3 Sitzen (+1).

Panaschierverhalten 2024

Die Grafik zeigt das Panaschierverhalten der Wählerinnen und Wähler an den Grossratswahlen 2024. Jede Partei ist mit einer anderen Farbe dargestellt.
Panaschierverhalten bei den Grossratswahlen, 2024.

Die Grafik zeigt das Panaschierverhalten der Wählerinnen und Wähler an den Grossratswahlen 2024. Jede Partei ist mit einer anderen Farbe dargestellt.

Das Panaschierverhalten zeigt, von welchen Parteilisten (einschliesslich Listen ohne Bezeichnung) Stimmen an Kandidierende anderer Parteien vergeben wurden. Bei den Grossratswahlen 2024 erhielten die Kandidierenden der Grünen den grössten Anteil der Stimmen als Panaschierstimmen (ohne übrige Parteien), nämlich 32,5 Prozent. Am meisten davon stammten von den Listen der SP (18'906 Stimmen), während umgekehrt 9'584 Stimmen von den Grünen-Listen an SP-Kandidierende flossen. Die SVP erhielt mit 8,0 Prozent den kleinsten Anteil der Stimmen als Panaschierstimmen; gleichzeitig gingen 41'647 Stimmen von SVP-Listen an Kandidierende anderer Parteien. Insgesamt 178'774 Stimmen (8,7 Prozent) stammten von Listen ohne Bezeichnung.

Entwicklung der Wähleranteile

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Wähleranteile bei Grossratswahlen nach Partei zwischen 1953 und 2024.
Wähleranteile nach Partei bei den Grossratswahlen, in Prozent, 1953–2024.

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Wähleranteile bei Grossratswahlen nach Partei zwischen 1953 und 2024.Dabei sieht man den Gewinn an Wähleranteil bei der SVP ab Ende 1990er-Jahre und den relativ stabilen Wähleranteil der SP seit den 1980er-Jahren.

Die Wahlergebnisse zeigen, dass die Parteien Die Mitte (Fusion von CVP und BDP im Jahr 2021), FDP, SP und SVP seit 1953 die grössten Wähleranteile haben. Die EVP erreicht seit Jahrzehnten einen kleinen, aber stabilen Anteil (2024: 3,9 %). Der Landesring der Unabhängigen (LdU) kam 1954 noch auf 4,2 Prozent Wähleranteil, tritt aber seit 2001 nicht mehr zu den Grossratswahlen an.

Die folgenden Parteien sind über den Betrachtungszeitraum neu entstanden: die Schweizer Demokraten (SD), die Grünen, die Freiheits-Partei der Schweiz (FPS), die Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP) und die Grünliberale Partei (GLP). Die Parteien SD, FPS und BDP (letztere ist 2021 mit der CVP zur Partei Die Mitte fusioniert) wurden im selben Zeitraum wieder aufgelöst.

Seit 1997 ist die SVP die stärkste Partei im Kanton Aargau. 2024 erzielte sie einen Wähleranteil von 33,9 Prozent und legte damit um 3,6 Prozentpunkte gegenüber 2020 zu. Die Grünen verzeichneten mit –2,6 Prozentpunkten den stärksten Rückgang.

Resultate auf Bezirksebene

Sitze pro Bezirk

Die Grafik zeigt die Sitzverteilung der Grossratsmitglieder nach Partei und Bezirk nach den Grossratswahlen 2024.
Anzahl Grossratsmitglieder nach Bezirk und Partei, 2024.

Die Grafik zeigt die Sitzverteilung der Grossratsmitglieder nach Partei und Bezirk nach den Grossratswahlen 2024.

Die 140 Sitze des Aargauer Grossen Rats werden proportional zur Bevölkerungszahl auf die elf Bezirke verteilt. Am meisten Mandate entfallen dabei auf den Bezirk Baden (29 Sitze). Die Bezirke Laufenburg und Zurzach stellen mit je sieben Sitzen die kleinste Anzahl Grossratsmitglieder.

Die SVP ist in allen Bezirken die stärkste Partei und verfügt insgesamt über 48 Sitze im Grossen Rat. Mit 23 Sitzen ist die SP kantonsweit die zweitstärkste Kraft; sie erreicht in acht Bezirken den zweiten Platz. In zehn Bezirken kommt die FDP auf gleich viele Mandate wie die SP, in einem Bezirk Die Mitte. In drei Bezirken stellt Die Mitte zudem die alleinige zweithöchste Fraktion.

Resultate auf Gemeindeebene

Wahlbeteiligung

Grossratswahlen 2024: Wahlbeteiligung nach Gemeinde, in Prozent.
Grossratswahlen 2024: Wahlbeteiligung nach Gemeinde, in Prozent.

Die Choroplethenkarte des Kantons Aargau zeigt die Wahlbeteiligung bei den Grossratswahlen 2024 nach Gemeinde.

Die Wahlbeteiligung bei den Grossratswahlen 2024 lag kantonsweit bei 32,6 Prozent. Sie variierte aber deutlich zwischen den Gemeinden. Die Wahlbeteiligung war mit über 50 Prozent in den Gemeinden Habsburg und Williberg am höchsten. In den Gemeinden Mumpf, Sisseln und Spreitenbach lag sie mit unter 20 Prozent vergleichsweise niedrig.

Kandidierende

Bei der Gesamterneuerungswahl des Grossen Rats vom 20. Oktober 2024 waren 140 Sitze zu besetzen. Insgesamt haben sich dafür 1'023 Kandidierende angemeldet. Dabei stellten die SVP, SP und FDP mit je 140 Personen gefolgt von der Mitte und den Grünen mit je 139 Personen die meisten Kandidierenden. Die kleinsten Listen mit je nur einer Person stellten die erstmals antretenden Parteien Fit – Freiheit (Bezirk Zofingen), NB – Neues Bewusstsein (Bezirk Laufenburg) sowie DBP – DieBürgerPartei (Bezirk Bremgarten).

Kandidierende nach Geschlecht

Grossratswahlen 2024: Kandidierende nach Geschlecht und Partei; absolute Zahlen in Klammern und in der Grafik. Orange Balken zeigen die Anzahl Frauen, bleu sind die Sitze von Männern.
Grossratswahlen 2024: Kandidierende nach Geschlecht und Partei; absolute Zahlen in Klammern und in der Grafik.

Der Frauenanteil der Kandidierenden lag über alle Parteien hinweg bei 39,6 Prozent und damit 1,7 Prozentpunkte über dem Wert der letzten Grossratswahlen 2020. Die SP (52,9 %) und die Grünen (50,4 %) erreichten einen Frauenanteil von 50 Prozent und mehr. Unter den Parteien mit mindestens zwei Kandidierenden trat für die Musikpartei keine Frau an. Der Frauenanteil unter den Kandidierenden sinkt über die vier nach Wähleranteil gemessen grössten Parteien von der SP (52,9 %) über Die Mitte (41,7 %) und der FDP (30,7 %) bis zur SVP (20,7 %).

Bisherige und Neu-Kandidierende

Grossratswahlen 2024: Bisherige und Neu-Kandidierende nach Amtsdauer und Partei.
Grossratswahlen 2024: Bisherige und Neu-Kandidierende nach Amtsdauer und Partei.

Unter den 1'023 Kandidierenden befanden sich 126 bisherige Mitglieder des Grossen Rats, während 14 bisherige Ratsmitglieder nicht mehr antraten. Die Zahl der Wiederantretenden entsprach der bisherigen Sitzverteilung: Die SVP stellte 40, die SP 20 sowie FDP und Die Mitte je 17 bisherige Grossratsmitglieder.

Bei den wiederantretenden Grossratsmitgliedern verzeichnete die FDP mit 17,6 Prozent den höchsten Anteil an Kandidierenden, die bereits über drei Legislaturperioden im Aargauer Grossen Rat amtierten. Die SVP folgte mit einem Anteil von 15,0 Prozent. Die GLP wies den höchsten Anteil (72,7 %) an Wiederantretenden auf, die bisher maximal eine Legislatur im Grossen Rat sassen.

Weitere Angaben zu den Aargauer Grossratswahlen, Statistikportal Statistik Aargau:

Kantonsregierung: Regierungsräte, Landammänner und Landstatthalter

Der Regierungsrat ist die Exekutive des Kantons Aargau und besteht aus fünf Regierungsrätinnen und Regierungsräten, die vom Volk gewählt werden. Aus ihrer Mitte wählt der Grosse Rat jeweils für ein Jahr den Landammann als Regierungspräsidenten oder Regierungspräsidentin sowie den Landstatthalter als Stellvertretung.

1993 wurde Stéphanie Mörikofer-Zwez (FDP) als erste Frau in den Aargauer Regierungsrat gewählt. Von den 996 Aargauer Gemeinderätinnen und Gemeinderäten waren Ende 2025 291 Frauen, was einem Anteil von 29,2 Prozent entspricht. Unter den Gemeindeammännern lag der Frauenanteil Ende 2025 bei 19 Prozent. Das heisst, dass 37 Frauen einen der insgesamt 194 Landammänner-Posten innehatten.

Nationalratswahlen

Bei Nationalratswahlen bestimmen die Stimmberechtigten alle vier Jahre die 200 Mitglieder der grossen Kammer des Schweizer Parlaments. Der Kanton Aargau stellt in der aktuellen Legislaturperiode 2024/28 16 Nationalrätinnen und Nationalräte. Die Auswertungen von Statistik Aargau zeigen unter anderem wie sich Wähleranteile, Sitzzahlen und Wahlbeteiligung im Kanton über die Zeit entwickeln.

46,6 % betrug 2023 die Wahlbeteiligung bei den Nationalratswahlen im Aargau.
713 Kandidierende stellten sich 2023 zur Wahl.
40,1 % der Kandidierenden 2023 waren Frauen.

Im Jahr 2023 traten 713 Kandidierende (422 Männer und 291 Frauen) an, um eines der 16 Nationalratsmandate des Kantons Aargau zu gewinnen. Die SVP konnte ihre Position als stärkste Partei im Kanton Aargau mit sieben Nationalrätinnen und Nationalräten behaupten. Dahinter folgten SP, FDP und Die Mitte.

Panaschierverhalten

Panaschierverhalten bei den Aargauer Nationalratswahlen 2023.
Panaschierverhalten bei den Aargauer Nationalratswahlen 2023.

Sankey-Diagramm, welches das Panaschierverhalten der Aargauer Wählerinnen und Wähler bei den Nationalratswahlen 2023 darstellt.

Das Panaschierverhalten zeigt, von welchen Parteilisten (53 Listen, inklusive Listen ohne Bezeichnung) Stimmen an Kandidierende anderer Parteien vergeben wurden. Die EVP erhielt den grössten Anteil an Panaschierstimmen pro Partei (inklusive junger Listen), nämlich 33,6 Prozent. Die SVP erhielt den geringsten Anteil mit 7,6 Prozent.

Die meisten Panaschierstimmen flossen von der SVP zur FDP: Die FDP erhielt von den SVP-Listen (inklusive Unterlisten und Jungen Listen) 24‘047 Stimmen. Umgekehrt bekam die SVP auch viele Panaschierstimmen der FDP (16‘587). Unter den Gewählten erhielt Marianne Binder-Keller (Die Mitte) die höchste Zahl an Panaschierstimmen (19‘786), während Simona Brizzi (SP) die niedrigste Zahl an Panaschierstimmen erhielt (4‘195). Dabei zählen Panaschierstimmen sowohl von anderen Listen als auch von der eigenen Partei.

Entwicklung der Wähleranteile

Diagramm zur Entwicklung der Wähleranteile bei Nationalratswahlen zwischen 1947 und 2023.

Diagramm zur Entwicklung der Wähleranteile bei Nationalratswahlen zwischen 1947 und 2023.

Seit 1947 weisen die Parteien Die Mitte (aus der Fusion von CVP und BDP im Jahr 2021 entstanden), FDP, SP und SVP die grössten Wähleranteile auf. Die einzige Kleinpartei, die seit 1947 bei jeder Wahl Stimmen gewinnen konnte, ist die EVP.

Seit 1991 ist die SVP die stärkste Partei im Kanton Aargau. 2023 konnte sie ihren Wähleranteil im Vergleich zu 2019 um vier Prozentpunkte auf 35,5 Prozent erhöhen. Im gleichen Zeitraum verringerte sich der Wähleranteil der Grünen von 9,8 Prozent (2019) auf 7,1 Prozent (2023). Die übrigen Parteien verzeichneten im Vergleich zu den Nationalratswahlen 2019 geringe Veränderungen des Wähleranteils.

Entwicklung der Wahlbeteiligung

Entwicklung der Wahlbeteiligung bei Nationalratswahlen, 1919–2023.
Entwicklung der Wahlbeteiligung bei Nationalratswahlen, 1919–2023.

Liniendiagramm zur Entwicklung der Wahlbeteiligung bei Nationalratswahlen zwischen 1919 und 2023.

Die Wahlbeteiligung an den Nationalratswahlen 2023 im Kanton Aargau lag mit 46,6 Prozent um 1,9 Prozentpunkte über derjenigen der letzten Nationalratswahl (2019: 44,7 %). Die Abschaffung des Wahl- und Stimmzwangs und die Einführung des Frauenstimmrechts im Jahr 1971 hatten einen signifikanten Einfluss auf die Entwicklung der Wahlbeteiligung. In den Kantonen Zürich, Bern, Luzern und Basel-Stadt lag die Wahlbeteiligung 2023 etwas höher als im Kanton Aargau (zwischen 47,0 Prozent im Kanton Zürich und 50,3 Prozent im Kanton Luzern).

Weitere Informationen:

Ständeratswahlen

Bei den Ständeratswahlen bestimmen die Stimmberechtigten, wer den Kanton Aargau im Ständerat, der kleinen Kammer des eidgenössischen Parlaments, vertritt. Jeder Kanton ist mit zwei Sitzen vertreten (ausgenommen Halbkantone, die je nur über einen Sitz verfügen).

Für die Amtszeit 2023 bis 2027 wurde Thierry Burkart (FDP) im ersten Wahlgang mit 105'897 Stimmen gewählt. Der zweite Aargauer Ständeratssitz ging im zweiten Wahlgang an Marianne Binder-Keller (Die Mitte) mit 84'431 Stimmen.

Abstimmungen

Bei Abstimmungen entscheiden die Stimmberechtigten über konkrete Vorlagen, wie zum Beispiel Gesetze, Verfassungsänderungen oder Volksinitiativen.

Kantonale Abstimmungen

Die kantonalen Abstimmungen zeigen, wie die Aargauer Stimmbevölkerung zu wichtigen kantonalen Sachfragen Stellung nimmt.

Bei den letzten kantonalen Abstimmungen im Juni 2026 wurde der Verpflichtungskredit für die Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr (VERAS) mit 54,3 Prozent angenommen. Es wurden 127'559 Ja-Stimmen und 107'554 Nein-Stimmen abgegeben. Gleichzeitig wurde die Initiative "Bildungsqualität sichern – JETZT!" mit 57,4 Prozent abgelehnt. Es wurden 102'803 Ja-Stimmen und 138'666 Nein-Stimmen abgegeben. Die Stimmbeteiligung war mit zirka 56,5 Prozent bei beiden Vorlagen sehr hoch.

Eidgenössische Volksabstimmungen

Bei eidgenössischen Volksabstimmungen entscheiden die Stimmberechtigten über gesamtschweizerische Vorlagen, etwa zu Bundesgesetzen, Verfassungsänderungen oder Initiativen.

Begriffsdefinitionen Auslandschweizer/innen

Auslandschweizer/innen

Im Ausland lebende Schweizerinnen und Schweizer können ihre politischen Rechte zur Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen durch die Anmeldung bei der Schweizer Vertretung im Ausland, bei der sie immatrikuliert sind, erwerben. Seit 2015 gilt als Stimmgemeinde die letzte Wohnsitzgemeinde in der Schweiz. Bei Personen, die noch nie Wohnsitz in der Schweiz hatten, gilt die Heimatgemeinde als Stimmgemeinde.

Zentrales Stimmregister

Seit dem 1. Januar 2010 führt die Staatskanzlei das Zentrale Stimmregister für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer des Kantons Aargau. Änderungen im Stimmregister erfolgen laufend.

Begriffsdefinitionen Wahlen und Abstimmungen

Panaschieren

Panaschieren bedeutet, dass Wählerinnen und Wähler bei Proporzwahlen (z.B. National- oder Grossratswahlen) Kandidierende von verschiedenen Parteilisten auf einem Wahlzettel kombinieren. Dabei können sie Kandidierende streichen, andere aus derselben oder aus fremden Listen hinzufügen oder doppelt aufführen. Die Stimmen werden den gewählten Personen und gleichzeitig deren Parteien angerechnet.