Zentralgefängnis Lenzburg
Neubau (026)
Baudokumentation
Dokumentation – Neubau Zentralgefängnis Lenzburg (PDF, 24 Seiten, 1,5 MB)
Projekt in Kürze
- Planung und Architektur: Bollhalder Eberle Architektur, St. Gallen; Karl Steiner AG, Bern (Generalunternehmer)
- Bauzeit: November 2008 bis Januar 2011
- Erstellungskosten: 39'100'000 Franken
Projektbeschrieb
Das Zentralgefängnis Lenzburg liegt im südlichen Teil der kantonseigenen Kiesgrube Wyl. Das Baufeld grenzt nach Osten an die Landwirtschaftszone Bergfeld und nach Westen an die Wilstrasse. Die Mulde wurde geschickt genutzt, indem ein Untergeschoss als Vollgeschoss freigelegt wurde. Das Gebäude verschwindet mit seiner massiven Umfassungsmauer in der Kiesgrube, somit erscheint das 118 Meter lange und 24 Meter breite Gebäude weniger massig. Erd- und Obergeschoss treten hinter der Umfassungsmauer kaum in Erscheinung was die Gesamtmasse geringer erscheinen lässt.
Durch die Toranlage hindurch gelangt man in die Fahrzeugschleuse, von wo aus man den Gefängnisvorplatz bzw. den Zugangsbereich im Erdgeschoss erreicht. Hier sind allgemeine Räume wie Verwaltung und Betrieb angeordnet. Im zentralen Kontrollraum werden sämtliche Ein- und Austritte überwacht. Das Obergeschoss bildet das eigentliche Zellengeschoss, hier ist ein Grossteil der 95 Zellen mit 107 Plätzen organisiert, zusätzlich sind innenliegende Spazierhöfe vorhanden. Im Untergeschoss befinden sich weitere Zellenplätze, Technik- und Lagerräume.
Das Zentralgefängnis wird als multifunktionale Vollzugseinrichtung betrieben. Die Bedürfnisse der Untersuchungshaft, des Vollzugs von kurzen Freiheitsstrafen, sowie zweier Spezialvollzugsabteilungen sind gedeckt. Die flexible Struktur gewährleistet variable interne Zuordnungen und Adaptionen auf spätere neue Bedürfnisse. Die Gebäudehülle besteht aus einer Betonkonstruktion, mit einer hinterlüfteten, schwarzen Naturschieferfassade. Alle Metallfenster, exklusive Besucherkorridor, sind mit Stahlgittern versehen. Die massive Bauweise bietet ausreichend Schutz gegen Vandalismus und Ausbruch. Die Material- und Farbwahl im Innenraum sind auf das Minimum reduziert: Bodenbeläge aus Hartbeton und PU, Wände in Sichtbeton, Korridor aus lackierten Cemspanfronten und heruntergehängten Metalldeckenpanelen. Die Wärmeerzeugung erfolgt über eine Holzschnitzelfeuerung und als Ergänzung bei tiefen Aussentemperaturen mit einem Gaskondensationsheizkessel. Die Warmwassererzeugung erfolgt primär über die Sonnenkollektoranlage und wird zusätzlich von der Wärmeerzeugung unterstützt.