Informatik Aargau
Mit dem Zusammenzug der Informatik Aargau im Bildungs- und Verwaltungszentrum in Unterentfelden wurden betriebliche Synergien erschlossen.
Die Informatik Aargau des Departements Finanzen und Ressourcen war an vier verschiedenen Standorten in Aarau in Mietliegenschaften untergebracht, was abteilungsinterne Abläufe und die Führung erschwerte und teilweise ineffizient machte. Entsprechend wurde seit Ende 2017 nach einem neuen, zentralen Standort für alle Mitarbeitenden gesucht. Ende 2018 sicherte der Regierungsrat mit dem Erwerb des damaligen Bildungszentrums Unterentfelden und der dazugehörigen Parzelle weitsichtig eine strategische Landreserve für die Erfüllung von öffentlichen Aufgaben, und folgte somit seinem Leitgrundsatz "Eigentum vor Miete". Zudem kann mit der Umsetzung jährliche Mietkosten von rund 600'000 Franken eingespart werden.
Steckbrief
| Standort | Unterentfelden |
|---|---|
| Besteller | Departement Finanzen und Ressourcen (DFR) |
| Nutzer | Informatik Aargau |
| Generalplaner | Batimo AG Architekten SIA, Zofingen |
| Bauzeit | Oktober 2021 - September 2022 |
| Kosten | Kreditkosten 10.68 Millionen Franken (Bewilligung 8. Juni 2021) zuzüglich Teuerung |
Projektbeschrieb
Das im Jahre 1976 erstellte Gebäude wurde in Skelettbauweise, namentlich einer Betonstützen- und Flachdeckenkonstruktion ausgeführt. Die vorgehängten Fassadenbrüstungen aus Waschbeton mit Sandwichdämmung sind an die Tragstruktur rückverankert. Die übrigen Aussenwände wurden in Backstein mit einer hinterlüfteten Metallfassade konstruiert. Die Dächer waren schon zusätzlich gedämmt und saniert worden.
Weitere Details
Voraussetzung für das Projekt war die Flächenkonzentration der Bauschule auf das Erdgeschoss sowie Teile des 1. Obergeschosses. In den freiwerdenden darüber liegenden Geschossen wurde damit der Einbau einer offenen Bürolandschaft für die Informatik Aargau möglich. Im Rahmen dieser Teilsanierung wurden unter anderem Massnahmen zur Erdbebenertüchtigung und Schadstoffbeseitigung am Gebäude durchgeführt. Strukturelle Eingriffe waren in den Obergeschossen nur für den Einbau des zusätzlich geforderten Fluchttreppenhauses auf der Südseite nötig. Neue Glasabschlüsse zur offenen Haupttreppenanlage bildeten zugleich den notwendigen Sicherheitsabschluss für die Räume der Informatik Aargau, wie auch die brandschutztechnische Trennung, welche der offene Grundriss gegenüber den anderen Nutzungen und Geschossen verlangte. Im Erd- und im Untergeschoss wurden Erdbebenertüchtigungsmassnahmen erforderlich.
Mit den neuen Arbeitswelten, welche im partizipativen Verfahren unter Einbezug einer Umfeldanalyse entwickelt wurde, stehen den rund 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern attraktive und zeitgemässe Büroräumlichkeiten zur Verfügung. Im 2. und 3. Obergeschoss konnte eine maximale Öffnung erreicht werden. Einzelbüros im klassischen Sinn gibt es nicht mehr. Die bestehende Arbeitsfläche wurde in verschiedene Zonen unterteilt; so gibt es Bereiche für flexible Arbeitsplätze, für konzentriertes Arbeiten sowie für Sitzungs- und Rückzugsräume. Die Mehrheit der Arbeitsplätze steht allen Mitarbeitenden zur Verfügung (Desk Sharing-Prinzip), einige wenige Arbeitsplätze sind technisch bedingt fest zugeordnet. Die grossflächigen und flexibel nutzbaren Büroräumlichkeiten unterstützen zeitgemässe Arbeitsformen, fördern die teamübergreifende Zusammenarbeit und schaffen so ein kreatives Umfeld und effiziente Arbeitsabläufen. Die Überlegungen und Erkenntnisse aus diesem Projekt flossen in die Richtlinie 'Immobilienstandards Allgemeine Verwaltung' ein.
Nachhaltigkeit
Das Projekt wurde unter den Gesichtspunkten der Kreislaufwirtschaft und der Nachhaltigkeit entwickelt. Die bereits thermisch getrennte Ausführung der vorhandenen Fensterkonstruktionen konnte im Sinne des Erhalts der grauen Energie belassen werden. Jedoch wurde unter dem Aspekt der Energieeffizienz vorab die alte Verglasung in der Fassade ausgetauscht. Um den Anforderungen an zeitgemässe Arbeitsplätze nachzukommen, wurde bei der zu ersetzenden Gebäudetechnik auf eine wirtschaftliche und energiesparende Ausführung Wert gelegt sowie konsequent die Wärmerückgewinnung bei der Lüftungs- und Kälteanlage umgesetzt. Bei der aus dem Jahr 2000 stammenden Photovoltaikanlage wurde der Lebenszyklus mittels technischer Anpassungen verlängert. Die Photovoltaikanlage leistet somit weiterhin einen wichtigen Beitrag an die Betriebsenergie. Ergänzend dazu wird die Entwicklung des Areals von der interdepartementalen Begleitgruppe Natur 2030 auditiert und weiterentwickelt. interdepartemenralen Begleitgruppe Narur 2030 auditiert und weiterentwickelt.