Region Aarau
Das Verkehrsmanagement Region Aarau steuert den Verkehr auf dem bestehenden Strassennetz gezielt und nutzt die vorhandene Infrastruktur möglichst effizient. Ziel ist es, den Verkehrsfluss in den Siedlungsgebieten zu verbessern, Ausweichverkehr zu reduzieren und den öffentlichen Verkehr zu stärken. Das Projekt basiert auf dem Verkehrsmanagement-Konzept von 2013 und wird seit mehreren Jahren schrittweise umgesetzt und weiterentwickelt.
Einleitung
Das Verkehrsmanagement Region Aarau ist ein langfristig angelegtes Projekt des Kantons Aargau zur besseren Steuerung des Verkehrs in der Region. Es baut auf dem Konzept aus dem Jahr 2013 auf. Zwischen 2018 und 2021 wurden die Steuer- und Leitdefinitionen sowie die Vorprojekte für die einzelnen Massnahmen erarbeitet. Die Umsetzung läuft damit seit über zehn Jahren und ein grosser Teil der Massnahmen ist bereits realisiert oder planerisch weit fortgeschritten.
Das Projekt ist in sechs Teilgebiete gegliedert: Aarau/Buchs, N1R/Tellistrasse, Entfelder-/Suhrentalstrasse, Wöschnau/Allmendweg, Staffeleggstrasse sowie Suhr/Gränichen. Im Zentrum steht dabei nicht der Ausbau auf neue Kapazitäten, sondern die gezielte Bewirtschaftung des bestehenden Netzes. Der Verkehr soll möglichst auf den Hauptachsen geführt, die Zentren und Quartiere vor Ausweichverkehr geschützt und die Zuverlässigkeit des öffentlichen Verkehrs verbessert werden.
Zum Verkehrsmanagement gehören insbesondere Lichtsignalanlagen, Dosierstellen, Busbevorzugungen sowie Systeme zum Lenken und Informieren. Ergänzend sind Verkehrsinformationsdisplays und Wechselwegweiser vorgesehen, die auf Staus, Ereignisse und Reisezeiten hinweisen und – wo sinnvoll -– auf Alternativrouten lenken können. Die Steuerung erfolgt zunehmend vernetzt: Inzwischen sind alle Lichtsignalanlagen im Raum Aarau in den regionalen Verkehrsrechner integriert und können für die übergeordnete Steuerung genutzt werden.
Das Verkehrsmanagement wird zudem mit weiteren regionalen und kantonalen Planungen abgestimmt, insbesondere mit dem Gesamtverkehrskonzept (GVK) Region Aarau sowie mit Grossprojekten wie VERAS. Mehrere noch ausstehende Massnahmen werden derzeit in diesem übergeordneten Zusammenhang geprüft, konkretisiert und weiterbearbeitet.
Ziele
Mit dem Verkehrsmanagement Region Aarau werden mehrere verkehrliche und räumliche Ziele verfolgt. Im Vordergrund steht ein möglichst flüssiger und stetiger Verkehrsablauf auf den Zufahrtsachsen und im Zentrum. Gleichzeitig sollen Stau und Ausweichverkehr im Siedlungsgebiet reduziert und die negativen Auswirkungen auf das untergeordnete Strassennetz möglichst gering gehalten werden.
Ein weiteres zentrales Ziel ist die Verbesserung der Zuverlässigkeit des öffentlichen Verkehrs. Dies geschieht etwa durch Busspuren, Busbevorzugungen an Lichtsignalanlagen und Zuflusssteuerungen, damit Busse im dichten Verkehr verlässlicher und stabiler verkehren können.
Darüber hinaus soll die bestehende und neu gebaute Verkehrsinfrastruktur insgesamt optimal bewirtschaftet werden. Das Projekt trägt damit dazu bei, die vorhandenen Kapazitäten wirksamer zu nutzen und die Siedlungsräume besser zu schützen. Gleichzeitig wird ausdrücklich festgehalten, dass auch mit der Umsetzung der vorgesehenen Massnahmen keine vollständig staufreie Verkehrsabwicklung möglich sein wird.
Massnahmen
Die Massnahmen des Verkehrsmanagements Region Aarau sind in sechs Teilgebiete gegliedert und werden schrittweise umgesetzt. Bereits bestehend oder realisiert sind unter anderem die Dosierung auf der Entfelderstrasse, die Busspur und Dosierstelle Wöschnau, Optimierungen im Bereich Suhrebrücke und Tellikreisel, Anpassungen zur Vermeidung von Überstauungen zwischen Kreuzplatz und Gais sowie Leistungsoptimierungen an den Knoten Bären und Kreuz in Suhr.
- Im Teilgebiet Entfelder-/Suhrentalstrasse sind zusätzliche Lichtsignalanlagen an den Knoten Knoblauch und Oberfeld in Oberentfelden sowie eine Dosierstelle auf der Köllikerstrasse vorgesehen, um den Verkehr gezielter zu lenken und das Zentrum von Aarau zu entlasten.
- Im Teilgebiet Wöschnau/Allmendweg ist neben den bestehenden Massnahmen eine Dosierstelle am Allmendweg geplant, um Ausweichverkehr zu vermeiden und den Verkehr Richtung Zentrum gleichmässig auf die beiden Zufahrtsachsen zu verteilen.
- Im Raum Staffeleggstrasse dienen die Massnahmen dem Schutz der Ortsdurchfahrt Küttigen und der Kanalisierung des Verkehrs auf der neuen Staffeleggstrasse.
- Im Teilgebiet N1R/Tellistrasse liegt der Schwerpunkt darauf, Verlustzeiten für den öffentlichen Verkehr zu reduzieren und Ausweichverkehr durch das Gebiet Telli zu vermeiden.
- Im Teilgebiet Aarau/Buchs wurden bereits Steuerungen angepasst, damit sich die Knoten Kreuzplatz und Gais nicht gegenseitig überstauen. Weitere Lichtsignalanlagen – etwa bei Bavaria, Tramstrasse/Südallee und Tram-/Bühlstrasse – sind im Bau oder stehen kurz vor der Umsetzung.
- Im Teilgebiet Suhr/Gränichen wurden bereits mehrere Optimierungen umgesetzt, während in Gränichen am Kreisel Oberfeld eine Dosierstelle geplant ist, um den Stau möglichst vor das Siedlungsgebiet zu verlagern.
Ergänzt werden diese lokalen Massnahmen durch übergeordnete Instrumente. Dazu gehören Verkehrsmanagement-Pläne für vordefinierte Szenarien bei Überlastungen oder Ereignissen, Verkehrsinformationsdisplays, Wechselwegweiser sowie Reisezeiterfassungen. Sie sollen dazu beitragen, den Verkehr frühzeitig zu informieren, auf dem Hauptnetz zu halten und vorhandene Kapazitäten möglichst gleichmässig auszunutzen.