Hauptmenü

Resultate Wirkungskontrolle Schulhausplatz Baden

Ziel 7: Keine Erhöhung der Verkehrsmenge

Ein ausdrückliches Ziel der Neugestaltung war es, die Menge des motorisierten Individualverkehrs (MIV) auf dem Schulhausplatz und seinen Zufahrtsachsen nicht zu erhöhen. Die Messungen zeigen, dass verglichen mit den Zahlen aus dem Jahr 2012 nach der Inbetriebnahme des neugestalteten Schulhausplatzes keine Zunahme des MIV zu verzeichnen war.

Das Projekt Schulhausplatz war vor allem darauf ausgerichtet, dem Fuss- und Veloverkehr sowie dem öV verbesserte Verkehrsinfrastrukturen zur Verfügung zu stellen, um die Attraktivität dieser Verkehrsmittel in Baden zu erhöhen. Ein leistungsmässiger Ausbau für den MIV war ausdrücklich nicht Ziel des Projekts, da dieser unweigerlich auch zu einer Verkehrszunahme auf den Zufahrtsachsen führen würde, die sich bereits vor Start der Bauarbeiten am Schulhausplatz an ihren Kapazitätsgrenzen befanden (insbesondere Bruggerstrasse). Im Rahmen der Wirkungskontrolle wurden daher nicht nur die Verkehrsmengen am Schulhausplatz selber, sondern auch an allen Einfallstoren nach Baden gemessen und mit Werten aus dem Jahr 2012 verglichen. So konnte festgestellt werden, wie sich die Verkehrsmengen über den Schulhausplatz und im Gesamtsystem Baden-Zentrum entwickelt haben. Messstellen befanden sich auch auf der Siggenthaler Brücke und auf der Bruggerstrasse kurz vor der Zufahrt zum Schulhausplatz.

Insgesamt gleichgebliebene Gesamtbelastung auf den Zufahrtsachsen

Die Erhebungen (Zwei-Wochen-Zählungen mit automatischen Zählgeräten) ergaben, dass 2019 täglich insgesamt rund 110'200 Fahrzeuge die Grenzen des Zentrums von Baden auf den grossen Zufahrtsachsen überfuhren (ein- und ausfahrend). Im Vergleich dazu belief sich 2012 die Menge des ein- und ausfahrenden Verkehrs täglich auf 110'800. Es zeigt sich also eine nahezu stabile, nicht angestiegene Verkehrsbelastung auf hohem Niveau. Dies weist darauf hin, dass der neu gestaltete Schulhausplatz keinen massgeblichen Mehrverkehr aus der nahen und weiten Umgebung in die Stadt Baden zieht. Nicht enthalten in diesen Zahlen ist jedoch der Binnenverkehr innerhalb von Baden, der auch einen gewissen Anteil am Gesamtverkehrsvolumen auf den Badener Strassen und somit auch auf dem Schulhausplatz ausmacht.

Es ist festzustellen, dass vor allem die Messpunkte, bei denen der Verkehr von Norden nach Baden einfährt, zwischen 2012 und 2019 ein Wachstum erfahren haben (Siggenthaler Brücke, Landvogteischloss). Zusätzlich weist auch die Messstelle an der Schwimmbadstrasse Richtung A1-Anschluss Neuenhof ein nennenswertes Wachstum auf. Eine deutliche Abnahme bei der ein- und ausfahrenden Verkehrsmenge ist hingegen von Wettingen her zu erkennen. Alle anderen Einfahrtsachsen bewegen sich in den gleichen Messbereichen wie 2012. Es gibt verschiedene Ansatzpunkte zur Erklärung dieser Verschiebungen. Die gestiegenen Belastungszahlen am Landvogteischloss und an der Schwimmbadstrasse weisen auf eine Zunahme des Verkehrs von Norden zum A1-Anschluss Neuenhof Richtung Zürich hin (in beide Richtungen). Die weiteren Verschiebungen (Zunahme auf der Siggenthaler Brücke und Abnahme durch Wettingen) lassen sich durch die durchgeführten Erhebungen nicht abschliessend erklären. Mögliche grossräumige Verlagerungen und Veränderungen bei der Verkehrsnachfrage als Grund für die Verschiebungen könnten erst mit künftigen Erhebungen bestätigt oder widerlegt werden.

Abnahme der Verkehrsbelastung am Schulhausplatz

Die Verkehrserhebungen am Schulhausplatz selber ergaben eine Abnahme der Gesamtbelastung des Knotens von rund 45'400 Fahrzeugen am Tag im Jahr 2012 auf rund 38'700 Fahrzeuge am Tag im Jahr 2019. Dies entspricht einer relativ starken Gesamtabnahme von 14.8 Prozent verteilt auf die vier Zufahrtachsen. Die Abnahme kommt jedoch nicht vollständig überraschend. Bereits über die vergangenen 10 bis 20 Jahre betrachtet ist am Schulhausplatz insgesamt eine Stabilisierung der Verkehrszahlen auf der Bruggerstrasse und der Neuenhoferstrasse sowie eine Abnahme auf der Mellingerstrasse und der Hochbrücke zu beobachten.

Da die nach Baden ein- und ausfahrende Verkehrsmenge zwischen 2012 und 2019 grundsätzlich gleichgeblieben ist, sind folgende Erklärungen für die Verkehrsabnahme am Schulhausplatz denkbar:

  • Der nach Baden ein- und ausfahrende Verkehr fährt vermehrt Ziele an, die ihn nicht über den Schulhausplatz führen.
  • Möglicherweise haben sich gewisse Verlagerungseffekte, die sich während der Bauzeit eingespielt haben, noch nicht zurückentwickelt.
  • Der Badener Binnenverkehr über den Schulhausplatz hat sich reduziert (beispielsweise durch eine Zunahme der öV-Benutzenden und/oder des Fuss- und Veloverkehrs). Die Entwicklung des Motorisierungsgrads der Stadt Baden unterstützt diese These. Seit etwa 2015 nimmt der Motorisierungsgrad (Anzahl Fahrzeuge pro 1000 Einwohner) in der Stadt konstant ab. Dies spricht dafür, dass zumindest die Einwohnerinnen und Einwohner von Baden sich vermehrt mit anderen Verkehrsmitteln in der Stadt bewegen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Ziel, die Verkehrsbelastung des Schulhausplatzes und des Gesamtsystems Baden-Zentrum nicht zu erhöhen, erreicht werden konnte.