Ziel 6: Verlässliche Reisezeiten für den motorisierten Individualverkehr (MIV) sowie Verflüssigung des Verkehrs
Die Resultate der Auswertungen erlauben keine einheitlichen und umfassenden Aussagen zur Entwicklung der Fahrzeiten für alle untersuchten Strecken. Die Untersuchung auf der Mellingerstrasse zeigt jedoch klare Verbesserungen in Bezug auf die Reisezeiten.
Mit Reisezeitauswertungen anhand von Auto-Navigationsgeräten wurde überprüft, ob die Fahrzeiten für den MIV seit Umsetzung des Verkehrsmanagements Baden-Wettingen innerhalb der Stadt verlässlicher geworden sind. Verglichen wurden Daten aus der Zeitspanne von 2010/2011 (vor Umsetzung der ersten Massnahmen des Verkehrsmanagements) und 2019 (nach Umsetzung des Projekts Schulhausplatz und weiterer Massnahmen des Verkehrsmanagements) auf acht verschiedenen Strecken vom Stadtrand bis zum Schulhausplatz und in die entgegengesetzte Richtung.
Die Resultate erlauben keine einheitliche Aussage zur Entwicklung der Fahrzeiten über alle Strecken, Tageszeiten und Richtungen hinweg. Insgesamt ist jedoch von einer etwas grösseren Verlässlichkeit der Fahrzeiten auszugehen. Interessant ist jedoch der genauere Blick auf einzelne der untersuchten Strecken. Mit sogenannten Weg-Zeit-Diagrammen lässt sich deutlich erkennen, auf welchen Teilabschnitten Zeit verloren wurde und immer noch verloren wird, beziehungsweise wo der Verkehr inzwischen besser fliesst.
Auswertung Mellingerstrasse
Als Beispiel wird hier das Weg-Zeit-Diagramm für die Mellingerstrasse (Baregg bis Schulhausplatz) morgens zwischen 7 und 9 Uhr dargestellt. Die Visualisierung zeigt, dass 2019 der Zeitverlust bis zum Badener Tor grösser ist als 2010/2011. Zwischen Badener Tor und Schulhausplatz hingegen zeigt die relativ flache Steigung der blauen Linie, dass es 2019 auf diesem Streckenabschnitt zu weniger Verzögerungen kommt und die Fahrt flüssiger läuft. 2010/2011 stieg spätestens ab dem Bereich Schadenmühle durch den Rückstau vom Schulhausplatz her der Zeitverlust an (steileres Ansteigen der schwarzen Linie), so dass die gesamte Fahrt zwischen Baregg und Schulhausplatz damals länger dauerte als heute. Die Darstellung zeigt gut die Wirkung des Verkehrsmanagements auf: Durch die verstärkte Dosierung am Badener Tor hat der Rückstau und damit auch der Zeitverlust an diesem Punkt zugenommen. Danach hingegen (im Inneren des Siedlungsgebiets) läuft der Verkehr flüssiger und wird weniger von Stopps und Rückstau beeinträchtigt als früher. Insbesondere die umgebaute Lichtsignalanlage am Schulhausplatz ermöglicht ein relativ zügiges Weiterkommen. Dieses Resultat bestätigt auch die Auswertung der Messdaten aus den RVBW-Bussen, die ebenfalls darauf hinweisen, dass die Fahrt zwischen Badener Tor und Schulhausplatz inzwischen flüssiger läuft.