Ziel 2: Erhöhung der Fahrgastzahlen im öffentlichen Verkehr
Die Fahrgastzahlen in den öffentlichen Bussen haben an den überprüften Querschnitten insgesamt zugenommen. Dies hängt möglicherweise mit den besseren Bedingungen für den öffentlichen Verkehr am Schulhausplatz zusammen.
Zur Überprüfung des Ziels 2 wurden Fahrgastdaten der Postauto AG auf den Linien 352, 353 und 354 an der Haltestelle "Baden, Kantonsschule" sowie der Linien 321, 322, 332 und 334 an der Haltestelle "Baden, Lindenplatz" ausgewertet. Die Zahlen aus dem Fahrplanjahr 2019 wurden mit den Zahlen aus dem Fahrplanjahr 2012 verglichen.
Insgesamt ist für den Zeitraum 2012 bis 2019 eine Zunahme der Fahrgastzahlen festzustellen. Dabei ist eine sehr leichte Zunahme von 1 bis 2 Prozent auf den Linien 332 und 334 (Mellingen-Heitersberg – Baden) bis zu einer bedeutenden Zunahme von über 20 Prozent auf der Linie 354 (Kaiserstuhl – Baden) zu erkennen. Einzig auf den Linien 321 und 322 (Niederrohrdorf – Baden) ist eine leichte Abnahme der Anzahl Fahrgäste von rund 4 Prozent festzustellen. Dies gilt aber nur für die Belegung von Montag bis Freitag. Am Samstag verzeichneten auch die Linien 321 und 322 eine Zunahme der Fahrgäste. Der Nachfragerückgang dürfte mit einer Angebotsverbesserung der Bahn auf der Relation Rohrdorferberg – Zürich zu begründen sein: 2018 wurde die S3 respektive S11 Aarau – Zürich mit Halt in Mellingen-Heitersberg in der Hauptverkehrszeit an Werktagen vom Stunden- zum Halbstundentakt verdichtet und die Buslinie 331 Widen – Rohrdorferberg – Mellingen-Heitersberg als Zubringer entsprechend verstärkt. So wird die schnellste Verbindung vom Rohrdorferberg nach Zürich via Bahnhof Mellingen-Heitersberg halbstündlich angeboten und damit im Gegensatz zur Verbindung mit Umsteigen in Baden deutlich attraktiver. Die Frequenzen auf der Buslinie 331 sind zwischen 2012 und 2019 um 56 Prozent gestiegen, wobei der Grossteil des Entwicklungssprungs ab 2018 stattgefunden hat.
Die Entwicklung der Fahrgastzahlen ist folglich insgesamt als positiv zu bewerten. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese nur teilweise von den Vorteilen des neu gestalteten Schulhausplatzes für den öV abhängt. Vielmehr ist der Entscheid der Reisenden, den öV anstelle eines anderen Verkehrsmittels zu benutzen, von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Vor allem spielt auch die generelle Bevölkerungszunahme in der Region Baden (2012 bis 2019: plus 7.6 Prozent) eine Rolle in Bezug auf die Belegung des öV.