Aktuelles vom Klingnauer Stausee
Ob Beobachtungstipps, Informationen zu gefiederten Gästen oder geplante Veranstaltungen: Hier finden Sie vierteljährlich spannende und aktuelle Informationen rund um den Klingnauer Stausee.
Fauna
Herbstzug bei den Vögeln
Zahlreiche Vögel sind nun wieder auf dem Weg in ihre Winterquartiere. Der Herbstzug hat bereits Ende Juli begonnen und zieht sich bis in den November hinein. In dieser Zeit können am Klingnauer Stausee immer wieder Raritäten beobachtet werden. Darunter sind besondere Watvögel wie der Alpenstrandläufer oder die Pfuhlschnepfe. Anfang September ziehen zudem Greifvögel wie der Wespenbussard, später sind Singvögel wie die Beutelmeise unterwegs. Spätestens im November treffen schliesslich die Wintergäste ein, zum Beispiel die Löffelente.
Tagesaktuelle Meldungen auf ornitho.ch
Die besonderen Reiher
Bis etwa Ende September kann noch die Zwergdommel beobachtet werden. Dieses Jahr haben vermutlich drei Paare im Schilfgürtel gebrütet. Somit stehen die Chancen gut, eine Zwergdommel am Schilfrand oder fliegend zu entdecken. Im Flug wirkt der Vogel beige-braun mit einem spitzen Schnabel und gelblichen Füssen. Die Männchen sind auf der Oberseite schwarz gefärbt. Die Zwergdommel ist die kleinst Reiherart Europas und wird nur etwa 30 Zentimeter gross.
Wenn die Zwergdommel weggezogen ist, taucht meist im Oktober die Rohrdommel auf. Die grössere Verwandte ist braun gestrichelt und bis zu 80 cm gross. Sie ist ebenfalls perfekt an das Leben im Schilf angepasst, kommt am Klingnauer Stausee aber nur als Wintergast vor.
Flora
Wildfrüchte
An den Sträuchern entlang des Uferweges stechen jetzt zahlreiche rote Früchte ins Auge. Dabei handelt es sich um zwei unterschiedliche Arten: Die Früchte des Weissdorns sind dunkelrot und matt. Der Weissdorn ist zudem an den kleinen, stark eingekerbten Blättern zu erkennen. Glänzend hellrot sind hingegen die Früchte des Gemeinen Schneeballs. Seine Blätter erinnern in der Form an Weinlaub oder Ahorn und verfärben sich im Herbst dunkelrot. Wer genauer hinsieht, wird an anderen Sträuchern auch dunkelblaue oder schwarze Früchte erkennen. Die blau bereiften Früchte des Schwarzdorns sind dabei besonders auffällig: Etwa so gross wie eine Blaubeere hängen sie zu Dutzenden an den Ästen.
Die Beeren sind im Herbst und Winter eine wichtige Nahrungsquelle für die Vögel. Darum können in den beerentragenden Sträuchern oft Singvögel beobachtet werden, darunter auffällige Arten wie Dompfaff oder Kernbeisser.
Stausee
Mähen für die Artenvielfalt
Im September wird wieder ein Teil des Schilfes gemäht. Diese Arbeiten sind in regelmässigen Abständen notwendig, um die Biodiversität in diesem Flachmoor von nationaler Bedeutung langfristig zu erhalten. Ohne Pflege würde der Schilfgürtel zuerst verbuschen und sich danach zu einem Wald entwickeln.
Das Mähen wird mit einem speziellen Raupenfahrzeug ausgeführt, um den Boden zu schonen. Das Schnittgut wird zudem abgeführt. Damit die notwendigen Geräte auf die Schilfinseln kommen, wird eine temporäre Überfahrt über den Kanal errichtet und danach wieder zurückgebaut. Das Betreten der Schilfflächen ist jedoch auch während der Mäharbeiten nicht erlaubt – bitte bleiben Sie auf dem Dammweg!
Veranstaltungen
Rangertour
Im Mai hat der Rangerdienst Klingnauer Stausee seinen Betrieb aufgenommen. Am 20. September 2026 gibt die Leiterin des Rangerdienstes erstmals auf einer Führung Einblick in die vielfältigen Aufgaben der Rangerinnen und Ranger. Zudem berichtet sie über Aktuelles aus Flora und Fauna und zeigt den Teilnehmenden das Schutzgebeit aus einer neuen Perspektive.
Zugvogeltag EuroBidwatch
Mit erfahrenen Ornithologinnen und Ornithologen die Zugvögel beobachten, bestimmen und zählen: Am jährlichen Zugvogeltag von BirdLife am 4. Oktober 2026 ist das Naturzentrum Klingnauer Stausee mit einem Infostand beim Aussichtsturm präsent. Hier erfahren Sie spielerisch viel Wissenswertes rund um das Phänomen Vogelzug. Auf dem Turm können Sie mit Unterstützung von Expert/innen auch seltene Arten erspähen. Alle Beobachtungen werden abends gesammelt an BirdLife Schweiz gemeldet.
Vortragsabend Goldschakal
Der Goldschakal ist auch in der Schweiz auf dem Vormarsch. An einem Vortragsabend am 29. Oktober 2026 informiert die KORA über den aktuellen Stand seiner Ausbreitung, seine Biologie und das Goldschakal-Projekt.