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Angebote für Schulklassen

Machen wir Unsichtbares sichtbar!

Rehmann-Museum – Visuelle Kunst & Film – alle Stufen

© Rehmann-Museum, Bild: Maimuna Kinteh

Wie entsteht Geschichte? Was ist real, und was ist erfunden? Mit der neuen Sonderausstellung "Mo Diener – Hologramm" verwandelt sich das Rehmann-Museum in einen Ort der verborgenen Erzählungen. Die Ausstellung schlägt eine Brücke durch die Zeit: Auf zeitgenössische Installationen, Videos und Mo Dieners Hologramm folgen im Rundgang historische Schätze – von Funden der Kantonsarchäologie Aargau und des Museum Schiff bis hin zur Replik einer steinzeitlichen Doppelaxt. Die Schülerinnen und Schüler tauchen in Themen wie Archiv und Fiktion ein, hinterfragen bestehende Erzählungen, werden selbst zu Autorinnen und Autoren und erschaffen in einem kreativen Prozess eigene Kunstwerke.

Bezug zum Aargauer Lehrplan Volksschule

  • Die Schülerinnen und Schüler können die Wirkung bildnerischer Grundelemente untersuchen und für ihre Bildidee nutzen. (BG.2.B.1)
  • Die Schülerinnen und Schüler können ein Repertoire an angemessenen Vorgehensweisen zum Ideenfinden und Planen aufbauen und dieses im Schreibprozess zielführend einsetzen. (D.4.C.1)
  • Die Schülerinnen und Schüler können Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen Lebensweisen und Lebensräumen von Menschen wahrnehmen, einschätzen und sich als Teil der einen Welt einordnen. (NMG.7.4)
  • Die Schülerinnen und Schüler können sich an ausserschulischen geschichtlichen Bildungsorten zurechtfinden und sie zum Lernen nutzen. (RZG.7.1)
Detailinformationen
OrtRehmann-Museum, Laufenburg
Daten30. August bis 13. Dezember 2026, nach Vereinbarung
Kosten/Dauer
  • Fr. 250.– für 1.5 Stunden Workshop (mit Impulskredit Fr. 125.–)
  • Fr. 300.– für 2 Stunden Workshop (mit Impulskredit Fr. 150.–)
FahrtkostenBeteiligung möglich
Gruppengrösse1 Schulklasse
KontaktPatrizia Solombrino, Tel. 062 874 42 70, patrizia.solombrino@rehmann-museum.ch
Websitewww.rehmann-museum.ch/vermittlung/schulen

Interview mit Patrizia Solombrino

Im Interview gibt Geschäftsführerin Patrizia Solombrino Einblick in das Angebot "Machen wir Unsichtbares sichtbar!" und zeigt auf, was Schulklassen in der Austellung erwartet.

Geschichtenerzählen ist immer eine Mischung aus Fakten und Fantasie.

Eine lächelnde Frau vor einer Stadtlandschaft mit unscharfen Gebäuden und Bergen im Hintergrund.
© Patrizia Solombrino
Patrizia Solombrino Geschäftsführerin Rehmann-Museum

Was zeichnet die Arbeiten der Künstlerin Mo Diener aus? Und warum eignet sich der Workshop besonders gut, um mit Schülerinnen und Schülern über Geschichte und Fiktion ins Gespräch zu kommen?

Hologramm, vor dunklem Hintergrund, bestehend aus einem geschwungenen, spiralförmigen Lichtstreifen in blau-weissen Tönen.
© Andrea Luca Ammann

Mo Diener ist eine Zürcher Video- und Performancekünstlerin, deren Werke neben Screens auch raumgreifende Installationen und ein Hologramm im Rehmann-Museum umfassen. Wenn man in diese Bildwelten eintaucht, stellt sich grundlegend die Frage: Wie viel von dem, was wir sehen, prägt unsere eigene Gegenwart, und wie viel davon ist reine Fiktion? Geschichtenerzählen ist immer eine Mischung aus Fakten und Fantasie. Konkret lädt etwa die Replik eines steinzeitlichen Steinbeils dazu ein, über dessen einstigen Nutzen zu spekulieren, während die holografische Projektion, worin das Steinbeil thematisiert wird, Zeiten und Orte wie in einem Traum ineinander verschmelzen lässt.

Wie können die Lehrpersonen die Schülerinnen und Schüler auf den Besuch vorbereiten?

Die Frage zielt offiziell auf die Vorbereitung ab, doch der grösste Mehrwert entsteht bei diesem Angebot in der Nachbereitung. Im Klassenzimmer wird genau das aufgegriffen, was der Ausstellungsbesuch an Reibungspunkten hinterlassen hat: Die Lehrpersonen nehmen die Fragen der Schülerinnen und Schüler zur Echtheit von Fundstücken auf, klären aufgetretene Unklarheiten und diskutieren die Diskrepanz zwischen Geschichte und Mythos. So werden die gemachten Erfahrungen und die im Workshop entstandenen experimentellen "Bubble Prints" im Nachgang reflektiert, wodurch das im Museum Erlebte nachhaltig verankert und mit dem Schulalltag oder auch mit der Lebensrealität der Schülerinnen und Schüler verknüpft wird.

Wie knüpft der kreative Teil an den Ausstellungsbesuch an?

Mehrere Bildschirme hängen an einer Wand in einem dunklen Raum. Auf den Bildschirmen sind schwarz-weisse Filme mit Personen und Neonstreifen zu sehen. Flaschen sind an Kabeln befestigt.
© Andrea Luca Ammann

Um kleinere Gruppen zu haben, wird die Klasse bereits zu Beginn aufgeteilt. Im Anschluss an den Rundgang oder zu Beginn werden Seifenblasen-Prints erstellt, wodurch zufällige Bildstrukturen und abstrakte, organische Kompositionen entstehen. Da unser Gehirn Abstraktes immer interpretiert, sehen wir in diesen Bildstrukturen andere Formen, die ganz viel mit unseren Erinnerungen, Träumen oder auch Fantasien zu tun haben. In diese Bilder zeichnen die Schülerinnen und Schüler mit Stiften hinein und schaffen so ihre eigene Bildgeschichte aus Fakten, Erinnerungen und Fiktion. Spannend wird sein, was die Schülerinnen und Schüler dann zu ihren Bildern erzählen.

Welche Impulse bietet das Vermittlungsangebot für die Weiterarbeit im Unterricht?

Grundsätzlich hilft der Museumsbesuch den Schülerinnen und Schülern, das Gesehene präzise zu beschreiben und ihre Dialogfähigkeit zu schärfen. Sie verfassen eigene Geschichten, diskutieren über ihre persönliche Wahrnehmung und erkennen, wie sehr die eigene Persönlichkeit den Blick auf die Dinge prägt. Und sie lernen dabei exemplarisch, wie historische Erzählungen durch gesellschaftliche Konventionen geformt werden und warum kritisches Hinterfragen unerlässlich ist. Das Angebot bietet damit wertvolle Impulse, um gezielt Bildideen zu entwickeln, Fantasie und Kreativität umzusetzen und Geschichten zu Bildern zu erfinden.