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Angebote für Schulklassen

Livecoding mit Sonic-Pi

Actioncy GmbH – Musik – 4. bis 9. Klasse, Sekundarstufe II

© Actioncy GmbH, Foto: Felix Bänteli

Die Schülerinnen und Schüler begeben sich auf eine Entdeckungsreise zum Thema Klang. Warum klingt etwas physikalisch, so wie es klingt? Wie können Sounds mit dem Computer verändert werden?

Mit der Software Sonic-Pi ist das Erzeugen von Synthesizer-Klängen über die Programmiersprache Ruby in Echtzeit möglich. Dabei wird der Computer zum Musikinstrument. Nach der gemeinsamen Orientierung in Sonic-Pi folgen kurze Programmier-Übungen. Die Schülerinnen und Schüler wagen Soundexperimente mit Code und bauen Berührungsängste mit der Technik ab. Neben gezielter Recherche wird auch spielerisch die Syntax der Programmierung mit Variablen erprobt. Für die Sound-Performances in Gruppen arbeiten alle an eigenen Kompositionen. Einfache Rhythmen und Melodien entstehen live aus Samples und Synthesizer-Sounds.

Bezug zum Aargauer Lehrplan Volksschule

  • Die Schülerinnen und Schüler können ihre Umwelt und musikalische Elemente hörend wahrnehmen, differenzieren und beschreiben. (MU.2.A.1)
  • Die Schülerinnen und Schüler können Instrumente, Klangquellen und elektronische Medien erkunden, damit experimentieren, improvisieren und nach Vorlagen spielen. (MU.4.B.1)
  • Die Schülerinnen und Schüler können Aussagen, Vermutungen und Ergebnisse zu Zahlen und Variablen erläutern, überprüfen, begründen. (MA.1.B.2)
  • Die Schülerinnen und Schüler können Zahl- und Operationsbeziehungen sowie arithmetische Muster erforschen und Erkenntnisse austauschen. (MA.1.B.1)

Detailinformationen

OrtSchulhaus
Datennach Vereinbarung
Kosten/DauerFr. 700.– für einen halben Tag (mit Impulskredit Fr. 350.–), inklusive Material
Gruppengrösse1 Schulklasse
Kontakt workshop@actioncy.ch
Websitewww.actioncy.ch

Hintergrundbericht

Junge Menschen hören sie: Elektronische Musik! Den Wenigsten sind die Möglichkeiten bewusst, wie elektronische Klänge erzeugt und zu welchem Mass sie verändert werden können. Umso erstaunlicher ist es, dass die Ursprünge der elektronischen Instrumente weit zurückführen. Im Workshop werden ein paar wichtige Pionierinnen und Pioniere der elektronischen Musikgeschichte vorgestellt.

© Actioncy GmbH, Foto: Felix Baenteli

Der Computer als Werkzeug

Der Synthesizer ist ein elektronisches Musikinstrument aus dem praktisch alle Klangfarben aller Geräusche elektronisch mit Strom herausgeschält werden können. Computer sind auch elektronische Geräte mit denen somit auch Töne synthetisiert werden können. Zusätzlich zu den für die elektronische Musikkultur relevanten Synthesizer-Sounds kommt die Open-Source-Software "Sonic-Pi" mit verschiedenen Klangbeispielen (Samples) daher.

Als Arbeitshilfe dienen ausgedruckte Vorlagen, die Cloud der Actioncy GmbH, Webseiten und das ausführliche Tutorial in Sonic-Pi. Das Spezielle am Musizieren mit Sonic-Pi ist, dass die Synthesizer- und Samplesounds in Form von Codes über die Tastatur live umprogrammiert werden. Soll es also anders klingen, muss ein Programm in der Programmiersprache Ruby – unmittelbar während gespielt wird – umgeschrieben werden. Die dafür nötigen Kurzbefehle und andere wichtige Computerkenntnisse werden in diesem Kurs erlernt.

Rhythmus/Algorithmus

Anders als in der herkömmlichen Musikproduktion ist nicht nur die Arbeitsmethode, sondern auch die kompositorische Herangehensweise. Wer groovende Rhythmen mit dem Computer machen will, benötigt trotz ihrem reimenden Namen keine Algorithmen. Wiederholungen, Verschiebungen und Transponierungen von melodiösen und rhythmischen Mustern prägen aber auch die Welt der Musik.

Ob Schleifen, Funktionen und Variablen: Die Grundlagen der Programmierung werden direkt mit akustischem Feedback anhand von praktischen Beispielen erprobt.

Felix Bänteli Künstler, Kulturvermittler und Leiter der Workshopagentur Actioncy GmbH

Ist eine Person eher arrhythmisch veranlagt, aber arithmetisch begabt, kommt sie in diesem Workshop nicht zu kurz. Schliesslich steht das "Pi" im Namen auch für die Kreiszahl "Pi" (3.141...). Es wird also eher mit dem Ausrechnen und Ändern von Zahlen als dem klassischen Anschlagen einer Seite Musik gemacht. Zahlen in Sonic-Pi können nämlich Tonhöhen, Pausen, Abspiellängen und vieles mehr definieren.

© Actioncy GmbH, Foto: Felix Baenteli

Performances und Community

Mit kurzen experimentellen Kunstperformances zum Abschluss wird das konstruktive, positive Miteinander zelebriert. Während des Workshops machen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Computern live Musik und gliedern sich somit in die weltweite "TopLap-Community" ein. Performende aus dieser Szene teilen sich an sogenannten "Algoraves" den Code auf ihren Laptops über einen Beamer, passen den Sound unmittelbar an und werden von den anderen angefeuert. Die Schülerinnen und Schüler tauchen für eine kurze Zeit in diese Musikszene ein und lernen den Umgang mit dem Computer sowohl als Nutzende wie auch als aktiv Mitgestaltende.

© Actioncy GmbH, Foto: Mathias Spichtig

Über den Autor

Felix Bänteli arbeitet selbstständig als Künstler. Neben eigenen Arbeiten und der individuellen Betreuung von interaktiven Kunstprojekten vermittelt er Grundlagen der Elektronik, Informatik und Mechanik für Kulturschaffende. Als Leiter der Workshopagentur Actioncy GmbH ist er unterwegs an Schulen in der ganzen Schweiz. In seiner Freizeit ist er Mitglied in der SGMK (Schweizerische Gesellschaft für Mechatronische Kunst) und dem LABOR Luzern.