Ich war hochmotiviert, aber auch etwas nervös angesichts des streng anmutenden Programms. Jede Woche, ausser in den Schulferien, sollten wir einen ganzen Tag Schulungen haben. Die Uni lag bei mir schon einige Jahre zurück, doch ich wusste, dass es mir sicher nicht mehr ganz so leichtfallen würde, mich den ganzen Tag auf Unterrichtsstoff zu konzentrieren. Auch die Abschlussarbeit in Form einer Gruppen-Projektarbeit bereitete mir etwas Sorge. Mir war klar: Es würde eine grosse Herausforderung werden, meinen Familienalltag, die Arbeit und den Kurs unter einen Hut zu bekommen.
Schönes und nicht so Schönes
Die ersten Wochen waren vor allem eines: aufregend. Für mich als eher introvertierte Person stellte es bereits eine enorme Herausforderung dar, mit den vielen neuen Menschen warm zu werden. Doch die Frauen waren alle so herzlich und aufgeschlossen, dass wir schnell Gemeinsamkeiten fanden und sich die ersten kleinen Grüppchen bildeten. Die Kursinhalte waren (zumindest mir) nicht immer gänzlich neu, doch ich nahm die Auffrischung von bereits Bekanntem dankbar an und konnte mein Wissen schliesslich auch mit Neuem bereichern. Schön und abwechslungsreich waren auch die Exkursionen, bei denen wir den SBD und Bibliomedia besuchten sowie die Aargauer Kantonsbibliothek und die Stadtbibliothek Aarau besichtigten.
Ab der Mitte des Kurses liess bei mir die Motivation etwas nach, die Luft war raus. Das lag vor allem an der (für mich) anstrengenden Gruppenfindungsphase. Es war gar nicht so leicht, die richtigen Personen für die Abschlussarbeit zu finden und dann auch noch ein Thema zu wählen, das alle gleichermassen interessiert. Doch irgendwie haben wir es geschafft. Ich glaube, den Durchbruch brachte eine gemeinsame Sitzung mit dem ganzen Kurs, in der alle Frauen kurz ihr Thema, das sie interessierte, nennen konnten. So konnten wir uns nach Sympathie und Interesse für die Projektarbeit zusammentun.
Eine grosse Bereicherung
Während ich diese Zeilen schreibe, befinden wir uns noch mitten in der Projektarbeit. Die Unterrichtstage sind bereits vorbei, das Ziel ist in Sicht. Jetzt heisst es: anstrengen und durchhalten. Nachdem wir die schriftliche Projektarbeit abgegeben haben, folgt noch eine Präsentation und ein Fachaustausch mit der Kursleitung. Erst dann erfahren wir, ob wir bestanden haben. Ich drücke deshalb an dieser Stelle all den Frauen, die mit mir den Kurs absolviert haben, weiterhin die Daumen! Es war mir eine Freude, euch kennengelernt zu haben.
Besonders der Austausch in der Gruppe, die Sichtweisen und Erfahrungen der anderen Bibliothekarinnen zu bestimmten Themen und Arbeitsabläufen war sehr bereichernd. Diese Kontakte werden auch in Zukunft sehr hilfreich sein. Sogar ein paar Freundschaften wurden geknüpft. Absolut empfehlenswert!