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Ausgrabungen & Untersuchungen

Sins-Südwestumfahrung

Drohnenaufnahme mit Ausgrabungsfläche im Vordergrund und klarer Weitsicht bis zu den Bergen.
Foto Kantonsarchäologie, © Kanton Aargau

Oktober bis Dezember 2018 untersuchte die Kantonsarchäologie den Bereich einer geplanten Strassenumfahrung in Sins.

Bei geologischen Sondierungen nahe der Flur "Pfrundweidli" stiess man schon im Jahr 2014 auf Fragmente prähistorischer Keramik und Siedlungsspuren, die wahrscheinlich in die Bronzezeit datieren.

Im Vorfeld der Baumassnahmen für die Umfahrungsstrasse fand von Oktober bis Dezember 2018 eine Rettungsgrabung statt, um die archäologischen Befunde zu dokumentieren. Das untersuchte Areal hatte eine Fläche von 4250 Quadratmeter. Bereits zu Beginn der Kampagne entdeckte das Grabungsteam Gebäudereste aus römischer Zeit und prähistorische Strukturen.

Günstige Lage

Foto Kantonsarchäologie, © Kanton Aargau

Die Fundstelle liegt in der Randzone einer Moräne an einer etwas erhöhten Stelle. Die verkehrstechnisch günstige Lage des Ortes, sowie die vielen Quellen in der Umgebung, die Frischwasser boten, waren ausschlaggebend für die Wahl des Standortes. Die Fundstelle befindet sich etwa 10 Kilometer entfernt von Zuger- und Baldeggersee, an deren Ufern Überreste von Pfahlbauten aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit belegt sind.

Spuren aus der Römerzeit

Foto Kantonsarchäologie, © Kanton Aargau

Zuerst trug das Team den Humus und eine fast fundleere Deckschicht mit dem Bagger ab. Auf die Arbeit mit den schweren Maschinen folgte ein Handabtrag, um die relevanten Befunde freizulegen und zeichnerisch sowie fotografisch zu dokumentieren.

Bronzene Haarnadel. Foto Kantonsarchäologie, © Kanton Aargau

Die Ausgräberinnen und Ausgräber stiessen nach etwa 70 Zentimetern auf eine Steinpflasterung, die römische Ziegel und zahlreiche handgeschmiedete Nägel enthielt. Zusammen mit einer Steinsetzung, die einen rechten Winkel bildet, deutet diese Schuttschicht den Grundriss von Gebäuden aus der Römerzeit an. Ein Bestandteil eines Zaumzeugs, Fragmente von Gefässkeramik, eine Bronzenadel sowie Bruchstücke eines Topfs aus Lavez passen ebenfalls in diese Zeit. Der Fund eines Flintensteins und glasierte Keramik aus dem 18. oder 19. Jahrhundert zeigen, dass die Stelle auch in jüngerer Vergangenheit besiedelt war.

Bronzezeitliche Siedlungsreste

Direkt neben den römischen Ziegeln fanden sich auch Fragmente prähistorischer Keramik. Die Römer scheinen im Zuge ihrer Bautätigkeiten bronzezeitliche Strukturen erfasst zu haben. Unter der Steinpflasterung zeichneten sich Siedlungsreste ab, wie zum Beispiel Pfostenlöcher und Gruben.

Neben groben Gefässen fanden die Ausgräberinnen und Ausgräber auch sogenannte Feinkeramik. Beides stellten die Menschen vor Ort selbst her: In der Umgebung von Sins sind alle nötigen Rohmaterialien für die Herstellung von Tongefässen vorhanden. Der Ton wurde mit feinen Steinpartikeln versetzt, damit er stabiler wurde. Diese Magerung besteht wahrscheinlich aus Granit, der in Form von Findlingen in der Umgebung natürlich vorkommt.

Impressionen