Inwertsetzung der Grabhügelnekropole in Unterlunkhofen
Verschiedene Massnahmen und Vermittlungselemente werten das grösste Grabhügelfeld der Eisenzeit in der Schweiz auf.
Inmitten eines lichten Waldes liegen im Bärhau in Unterlunkhofen 63 Grabhügel aus der älteren Eisenzeit (8. Jahrhundert v. Chr.). In damaliger Zeit gab es jedoch noch keinen Wald, die Nekropole war von weit her zu sehen. Während Jahrhunderten suchten Menchen den Friedhof immer wieder auf: um zu bestatten, zu gedenken, und wieder zu bestatten. Archäologisch nachgewiesen sind zwar die Gräber und bestatteten Menschen, über Rituale und Gedenkfeiern lassen sich aber nur Mutmassungen anstellen.
Heute ist der Ort im Wald ein Freizeit- und Erholungsort. Die nahe Feuerstelle im Wald ist Anzugspunkt für Familien und Gruppen. Spazier- und Wanderwege führen an der Grabhügelnekropole vorbei.
Das Projekt
Im Rahmen eines Kooperationsprojektes zusammen mit der Gemeinde und der Jagdgesellschaft Unterlunkhofen, der Abteilung Wald des Kantons und dem Forstbetrieb Mutschellen soll die Grabhügelnekropole im Bärhau aufgewertet und besser vermittelt werden. Dadurch soll der Naherholungsort in attraktiver Weise als lebenswerter und nachhaltiger Lebenraum für die Bevölkerung zugänglich werden.
Folgende Massnahmen sind geplant:
- Umbau des Waldes
- Neue Informationstafeln
- Informationsplattform
- Neue Wegführung
- Digitale Vermittlungselemente
Das Projekt wird finanziell unterstützt durch das "Förderprogramm 2025–2026: Lebenswerte und nachhaltige Orte" des Bundes.
Ein lichter Waldhain
Seit 2018 wurde in Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb der Wald im Bereich der Nekropole nachhaltig umgestaltet. Dabei wurde der Baumbestand mit gezielten, forstwirtschaftlichen Eingriffen in eine hainartige und klimaresistente Waldlandschaft transformiert. Dadurch kommen die Grabhügel besser zur Geltung und die Biodiversität wird nachweislich erhöht. Im Zusammenspiel von Natur und Kultur wird auf diese Weise ein lebenswertes Naherholungsgebiet aufgewertet.
Neues Wegnetz
Damit die einzelnen Grabhügel in ihrer Situation besser wahrnehmbar werden, wurde ein Netz aus Naturwegen zwischen den zugänglichen Grabhügeln angelegt. Der Besuch in der Nekropole soll damit intuitiv, aber leicht geführt ermöglicht werden.
Eine erhöhte Plattform an geeigneter Stelle innerhalb des Grabhügelfeldes soll den Besucherinnen und Besuchern die bestmögliche Sicht auf die Grabhügel und damit eine ganzheitliche Wahrnehmung des Ortes ermöglichen.
Erlebnisorientierte Vermittlung
Für die Wissensvermittlung werden neue Informationstafeln erstellt, die die Nekropole als Ganzes sowie einzelne Grabhügel und deren Bestattungen thematisieren. Digitale Vermittlungsangebote ergänzen die Informationstafeln und ermöglichen einen erlebnisorientierten Zugang: ein digitales 360°-Panorama lässt die Besucherinnen und Besucher in die Szenerie des eisenzeitlichen Grabhügelfelds eintauchen. Der bestehende Waldlehrpfad soll ebenfalls in die Vermittlung eingebunden werden.