Handlungsbereitschaft und Eigenverantwortung stärken durch Sensibilisierung und Bildung
Die transversale Stossrichtung hat zum Ziel, Sensibilisierung und Bildung im Klimaschutz zu stärken.
Der Klimawandel ist nicht nur eine ökologische, technische und finanzielle Herausforderung, sondern auch eine kommunikative. Fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Strategien bleiben wirkungslos, wenn sie nicht verstanden, akzeptiert und mitgetragen werden. Darum sind Kommunikation und Sensibilisierung zentrale Werkzeuge, um Wissen zu vermitteln, Bewusstsein zu schaffen und Veränderungen in der Gesellschaft anzustossen. Es geht darum, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen, Chancen und Risiken aufzuzeigen, Menschen adressatengerecht anzusprechen und sie zu motivieren, selbst aktiv zu werden.
Nachhaltige Entwicklung und damit wirksamer Klimaschutz sowie eine adäquate Klimaanpassung gelingen nur, wenn sich möglichst viele Akteurinnen und Akteure an Entscheidungsprozessen und der Umsetzung von Massnahmen beteiligen. Dazu ist es wichtig, Informationen zielgruppengerecht aufzubereiten und die inhaltliche Tiefe auf deren Bedürfnisse abzustimmen.
Handlungsmöglichkeiten Kanton
Der Kanton kann auf verschiedenen Ebenen informieren, sensibilisieren und Anspruchsgruppen einbinden. Die Kommunikation mit der Bevölkerung zielt darauf ab, individuelle Handlungskompetenz und Eigenverantwortung ebenso zu stärken wie das kollektive Verantwortungsgefühl. Sie macht deutlich, wie Klimarisiken jede und jeden betreffen, und regt so an, das eigene Verhalten zu überdenken und Verantwortung zu übernehmen. Dabei ist es zentral, die Beteiligung von Privatpersonen an kollektiven Lösungen zu ermöglichen. Klimaschutz und -anpassung werden über die individuelle Perspektive hinaus als gemeinschaftlicher Auftrag verstanden, der alle Generationen und gesellschaftlichen Gruppen miteinander verbindet.
Gegenüber Unternehmen und Gemeinden liegt der Schwerpunkt auf einer verstärkten Sensibilisierung für Klimarisiken und -chancen, dem Aufbau von sektorübergreifenden Netzwerken, der Förderung von Innovationen sowie der Vermittlung der gesetzlichen Vorgaben. Der Kanton kann durch gezielte Kommunikation unterstützen, zum Beispiel mit branchenspezifischen Dialogen oder Beratungs- und Förderangeboten, oder auch Anreize schaffen über Auszeichnungen.
Bei Bildungseinrichtungen ergibt sich eine besonders langfristige Hebelwirkung. Kinder und Jugendliche sind künftige Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger und Multiplikatoren. Der Kanton kann im Volksschulbereich unterstützend wirken, indem Schulprojekte zum Umgang mit dem Klimawandel gefördert werden. Er unterstützt ergänzend das Naturama Aargau gezielt im Themenbereich Umweltbildung. Auch im Ausbildungsbereich kann der Kanton Impulse setzen, indem er innovative Ansätze fördert, auszeichnet und sichtbar macht. Mit dem Ausbau der Fachhochschule Nordwestschweiz in den Bereichen Umwelt und Energie trägt der Kanton zudem dazu bei, dass Studierende von neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren und unmittelbar auf zentrale Herausforderungen unserer Zeit reagieren können. Gleichzeitig entstehen so zeitgemässe Weiterbildungsangebote für Fachkräfte im Aargau.
In der Politik und der Verwaltung sowie auf Fachebene übernimmt der Kanton verschiedene Rollen. Zum einen bereitet er klimarelevante Informationen zielgruppengerecht auf, verbreitet sie und sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben. Zum anderen fördert er den Austausch zwischen Disziplinen, Regionen und Sektoren sowie ermöglicht innovative und partizipative Projekte wie Wettbewerbe, Reallabore und ähnliche Formate.