Zweijahresbericht der Strafanstalt Lenzburg
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Probleme im Strafvollzug
Zunehmende Gewalttätigkeit, psychisch kranke Gefangene, die Behandlung gemeingefährlicher Straftäter sowie Zahlen, Daten und Fakten des Strafvollzugs waren die Themen an einer Medienkonferenz in der Strafanstalt Lenzburg. Der traditionelle Zweijahresbericht wird demnächst im Grossen Rat behandelt.
Regierungsrat Kurt Wernli hob hervor, dass letztes Jahr mit durchschnittlich 176 Insassen eine sehr hohe Belegung erreicht wurde (1998: 172). Haupteinweisungsgrund waren Delikte gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Delikte gegen Leib und Leben. Der Ausländeranteil lag bei knapp 80 %. Der Grund für diesen hohen Prozentsatz liegt darin, dass Ausländer ohne Wohnsitz in der Schweiz als besonders fluchtgefährdet gelten. Deshalb werden sie in eine geschlossene Anstalt wie beispielsweise die Strafanstalt Lenzburg eingewiesen.
Ein besonderes Vollzugsproblem ist gemäss Strafanstaltsdirektor Martin-Lucas Pfrunder die Behandlung der verhaltensgestörten bis schwer geisteskranken Gefangenen. Ihr Anteil beläuft sich auf knapp 20 % aller Insassen. Zusätzliche Schwierigkeiten bietet auch die hohe Gewaltbereitschaft unter den Gefangenen. Das Vollzugspersonal muss sich immer wieder mit Schlägereien und Gewalttätigkeiten unter den verschiedenen Ethnien auseinandersetzen.
Ein weiteres Problem stellen die sogenannten gemeingefährlichen Straftäter dar. Allfällige Vollzugserleichterungen werden regelmässig von einer Fachkommission beurteilt, die nach dem Mord vom Zollikerberg neu eingesetzt worden ist. Die bisherigen Erfahrungen sind nach Auffassung von Urs Michel, Chef Abteilung Strafrecht, nur positiv.
Die Probleme des Strafvollzuges verdecken oft die Sicht auf die betriebswirtschaftlichen Aspekte der Strafanstalt Lenzburg. Die Anstalt hat ein Budget von knapp 20 Millionen Franken. Als neugewählter Verwalter ist seit dem 1. April 2000 Bernhard Täschler dafür verantwortlich. Er stellte die umfangreiche Palette von Produkten vor, welche in den verschiedenen Gewerbebetrieben produziert werden.