Zustand der Aargauer Böden
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Weiterhin Richtwertüberschreitungen
Die Schadstoffbelastung der Aargauer Böden hat sich im Vergleich zwischen der Erhebung 1991/92 mit jener von 1996/97 nicht wesentlich verändert. Die Richtwertüberschreitungen haben sich mehrheitlich bestätigt. Dennoch können an mehreren Standorten Zu- oder Abnahmen der Schadstoffgehalte festgestellt werden.
Mit einer Sondernummer aus der Reihe UMWELT AARGAU berichtet das Baudepartement über den Zustand der Aargauer Böden. Das Kantonale Bodenbeobachtungsnetz gibt mit periodischen Erhebungen Auskunft über Höhe und Veränderungen der Schadstoffbelastung der Aargauer Böden.
Mit der zweiten Hauptuntersuchung 1996/97 ist es erstmals möglich Veränderungen zur Ersterhebung von 1991/92 zu dokumentieren. Es wurden 38 ausgewählte Standorte erneut analysiert: 22 Landwirtschafts- und 16 Waldstandorte.
Knapp die Hälfte der untersuchten Standorte weisen Richtwertüberschreitungen gemäss der Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo) auf. Damit wurden die Überschreitungen der ersten Hauptuntersuchung mehrheitlich bestätigt. Das bedeutet, dass die Fruchtbarkeit des Bodens an diesen Standorten langfristig nicht gewährleistet ist. Dem Schutz der Böden muss weiterhin hohe Aufmerksamkeit geschenkt werden. Bei zwölf Standorten sind die Richtwertüberschreitungen natürlichen Ursprungs. Das heisst, die Verwitterung von schwermetallhaltigem Ausgangsgestein sowie tiefe pH-Werte des Bodens können ebenso zu Schadstoffanreicherungen oder Richtwertüberschreitungen führen wie Schadstoffeinträge über die Luft oder über landwirtschaftliche Hilfsstoffe. Vor allem bei Mittelland-Waldstandorten stellt die Bodenversauerung ein Problem dar. Massnahmen gegen die Bodenversauerung werden in Zusammenarbeit mit weiteren Stellen geprüft.
Prüf- und Sanierungswerte gemäss VBBo sind nicht überschritten. Eine direkte Gefährdung von Menschen, Tieren und Pflanzen besteht an keinem Standort. Solche Überschreitungen können jedoch bei speziellen Standorten wie beispielsweise in der unmittelbaren Nähe von stark befahrenen Strassen oder in Bereichen von Schiessanlagen auftreten.
Bei 15 der 38 untersuchten Standorte wurden nach fünf Jahren deutliche Veränderungen der Schadstoff-Totalgehalte im Vergleich zur Erhebung von 1991/92 festgestellt: Bei sechs Landwirtschaftsstandorten sind mehrheitlich Abnahmen und bei neun Waldstandorten hauptsächlich Zunahmen zu verzeichnen. Auffällig sind die Zunahmen der Blei-Totalgehalte bei den Mittelland-Waldstandorten in den Agglomerationsgebieten Lenzburg, Oftringen, Suhr und Möriken-Wildegg-Niederlenz. Sie werden auf atmosphärische Einträge zurückgeführt. Die Höhe und Veränderung der Schadstoffbelastung sowie deren räumliche Verteilung werden detaillierter abgeklärt.
Die Sondernummer UMWELT AARGAU ist bei der Abteilung für Umwelt gratis erhältlich unter Tel. 062 835 33 60, Fax. 062 835 33 69 oder e-mail: umwelt.aargau@ag.ch.