Vision Naturwald
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Grosse Pläne für das Gebiet zwischen der ersten und zweiten Jurakette
Im Raum der ersten und zweiten Jurakette bieten sich ideale Voraussetzungen für ein grosses Naturwaldreservat. In einer intakten, naturnah bewirtschafteten Landschaft sollen sich grössere Waldflächen frei entwickeln können. Dieses Projekt wurde gestern den betroffenen Gemeinden erstmals vorgestellt.
Das Gebiet zwischen Erlinsbach und Thalheim im Bereich der ersten und zweiten Jurakette zählt zu den schönsten Landschaften des Aargaus und ist in das Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung aufgenommen worden. Der östliche Faltenjura ist geologisch und in Bezug auf die Vielfalt von Pflanzen und Tieren, darunter viele seltene und gefährdete, ein Juwel. Drei Viertel aller im Aargau vorkommenden Waldtypen sind vertreten, die grössten Trockenwiesen des Kantons sowie die besten Lebensräume für Wärme liebende Tier- und Pflanzenarten.
Neben der nachhaltigen Nutzung des einheimischen Rohstoffs Holz ist in diesem einzigartigen Raum bereits viel in die Erhaltung und Pflege der Naturwerte investiert worden. Dies von der Land- und Forstwirtschaft, von den Gemeinden und vom Kanton im Rahmen der Naturschutzprogramme. Dabei wird auf eine gute Vernetzung der Lebensräume über den Wald hinaus geachtet. Für die Erhaltung der Artenvielfalt braucht es insbesondere auch grössere, nicht bewirtschaftete Waldflächen, in denen die Bäume alt werden und natürliche Prozesse möglichst ungestört ablaufen können.
In diesem Raum besteht die Chance, ein grosses Naturwaldreservat von kantonal-nationaler Bedeutung zu schaffen. Landammann Peter C. Beyeler stellte am 13. August 2008 den neun im Perimeter liegenden Gemeinden die Vision Naturwald vor. "Ein grosses Naturwaldreservat ist nur als Gemeinschaftswerk aller Beteiligten möglich", führte er aus und stellte klar, dass der Mensch auch in einem Grossreservat willkommen ist. Auch die Jagd ist weiterhin möglich und nötig. Bei einer Abwägung der verschiedenen Interessen und Ansprüche kommt hier jedoch dem Naturwald eine Vorrangfunktion vor der Holznutzung, dem Erholungswald und den übrigen Waldfunktionen zu.
Ein Grossreservat setzt sich zusammen aus einem Kern ohne jegliche Holznutzung, dazu kommen Verbindungsflächen mit besonders naturnah bewirtschafteten Wäldern sowie Waldbeständen, in denen Aufwertungsmassnahmen für seltene und gefährdete Arten ausgeführt werden. Es wird also weiterhin auch Holz geschlagen. Ein grosses Naturwaldreservat in einer intakten Region hat auch positive Auswirkungen für die Menschen und die Wirtschaft. Wohnen und Arbeiten in unmittelbarer Nähe zur Natur ist ein wichtiger Faktor für die Attraktivität der Gemeinden und die Wirtschaftskraft der Region und des Kantons Aargau.
Um die Vision zu konkretisieren, soll eine gemeindeübergreifende Arbeitsgruppe eingesetzt werden. Informationsanlässe und Exkursionen für die Bevölkerung sollen das Verständnis für das Projekt fördern.