Vernissage Edition "Acta Murensia"
:
Veranstaltung am 13. November 2012, 19 Uhr im Dachtheater Muri
Die Acta Murensia gehören zu den bedeutendsten Handschriften aus dem Kloster Muri und gelten als wichtigste Quelle zur Frühgeschichte der Habsburger. Das Staatsarchiv Aargau präsentiert der Öffentlichkeit nach vierjähriger Projektarbeit die Neuedition mit erstmaliger deutscher Übersetzung.
Zur Buchvernissage der Edition "Acta Murensia" am 13. November 2012 um 19 Uhr im Dachtheater in Muri sprechen Regierungsrat Alex Hürzeler, der Abt des Klosters Muri-Gries Dr. Benno Malfèr und Prof. em. Dr. Guy Marchal von der Universität Luzern.
Die in Latein verfassten Acta Murensia berichten über Gründung und Aufbau des um 1027 gegründeten Benediktinerklosters Muri. Darüber hinaus enthalten sie ein Inventar des hochmittelalterlichen Klostervermögens sowie eine Genealogie der frühen Habsburger, des Stiftergeschlechts Muris. Die heute im Staatsarchiv aufbewahrte Handschrift datiert um 1400. Sie gilt als einziger mittelalterlicher Textzeuge der ursprünglichen, verlorenen oder zerstörten Fassung aus dem 12. Jahrhundert. Die anonym verfassten Berichte bestechen durch ihre Ausführlichkeit und Anschaulichkeit. Sie besitzen einen einzigartigen kulturellen Wert und gehören zu den wichtigsten Quellen des deutschschweizerischen Hochmittelalters überhaupt, einer Zeit, die als äusserst schriftarm gilt.
Erstmals mit deutscher Übersetzung
Die im Auftrag des Staatsarchivs von der Mittellateinerin Charlotte Bretscher-Gisiger und dem Mediävisten Christian Sieber bearbeitete Neuedition ist erstmals von einer Übersetzung der Handschrift begleitet. Diese erleichtert den Zugang zum lateinischen Text der Acta Murensia über den wissenschaftlichen Gebrauch hinaus auch für ein breites Publikum. Ein weiterer Zugang bietet der ausführliche Sachkommentar, welcher Fachbegriffe erläutert und die umfangreiche Forschungsliteratur bündelt. Die beigelegte CD-ROM enthält ein Digitalfaksimile der Originalhandschrift und ermöglicht einen ortsunabhängigen Zugriff auf die Handschrift. Ebenso enthält die CD-ROM den Editionstext sowie die Übersetzung in elektronischer Form mit der Möglichkeit der Volltextsuche.
Ersterwähnung von über 50 Gemeinden
Über 50 vor allem aargauische Gemeinden werden in den Acta Murensia erwähnt. So werden im ausführlichen Sachkommentar zahlreiche Freiämter Gemeinden nachgewiesen aber auch Orte in den heutigen Bezirken Baden und Brugg. Daher ist zu hoffen, dass das im Schwabe Verlag Basel erschienene Werk nicht nur der universitären Forschung, sondern auch der Orts- und Regionalforschung neue Impulse verleiht.
Aufarbeitung der Klostergeschichte
Mit der Neuedition der Acta Murensia ist ein wichtiger Grundstein für die Aufarbeitung der bald 1000-jährigen Geschichte des Klosters Muri geschaffen worden. Dieses Vorhaben wird in Zukunft unter anderem auch von der 2011 ins Leben gerufenen Stiftung und Fachkommission Geschichte Kloster Muri weiterverfolgt.