Umweltämter im Benchmarking-Vergleich
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Ein Pilotprojekt zur Prüfung von Kosten und Nutzen
Der Benchmarking-Pilotversuch der Umweltschutzämter Aargau, Luzern, Solothurn und Zug zeigt Potential auf.
Nicht nur in der Wirtschaft, auch in der öffentlichen Verwaltung kann Benchmarking helfen, Verbesserungspotential zu erkennen und die Leistung zu steigern. Die Umweltschutzämter verglichen zum ersten Mal mittels standardisierter Indikatoren Qualität und Wirkung ihrer Arbeit. Im Zentrum der Betrachtungen standen die Kosteneffizienz: Wieviel Geld kostet eine bestimmte Leistung den Staat?, die Prozessleistung: Wie gut wird der Leistungsauftrag erfüllt?, und die Prozesswirkung: Wie wirksam ist eine Tätigkeit; was nützt sie letztlich der Umwelt?. Für den Pilotversuch wurden 11 ausgewählte Prozesse herangezogen. Diese decken etwa zehn Prozent der gesamten Amtstätigkeit ab. Aus dem Vergleich ergeben sich drei wesentliche Folgerungen:
1. Leistungen und Prozesswirkungen
Sie sind gut. Es bestehen geringe Unterschiede zwischen den Kantonen.
2. Kosten
Unterschiede bei den Kosten einzelner Leistungen, zum Beispiel beim Vollzug der Luftreinhalteverordnung pro kontrollpflichtigen Betrieb oder bei der Abfallplanung pro Tonne Abfall.
Verschiedentlich unterscheiden sich die relativen Kosten bei gleichem Leistungsniveau. Beispiel: Die Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit pro Kopf der Bevölkerung sind in kleinen Kantonen markant höher.Dennoch sind die Bürgerinnen und Bürger aller vier Kantone annähernd gleich gut über Umweltprobleme informiert, wie eine telefonische Befragung der Bevölkerung ergab.
3. Zusammenhang zwischen Kosten und Leistung
Bei einzelnen Prozessen, wie beispielsweise bei der Beobachtung der Luftqualität, besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Kosten und Leistung: je besser die Leistung, desto höher die Kosten.
Um die Ursachen von Unterschieden herauszufinden, wollen die Beteiligten in einer nächsten Phase ihre Prozessabläufe miteinander vergleichen. Diese Phase ist für den Nutzen des Benchmarking entscheidend: Die intensive Auseinandersetzung ermöglicht, die eigene Tätigkeit kritisch zu überdenken und neue Wege einzuschlagen. Ob die Ausschöpfung des Verbesserungspotentials auch zu den gewünschten Erfolgen führt, lässt sich künftig einfach ermitteln: Die Benchmarking-Indikatoren werden für die optimierten Prozesse erneut erhoben und mit den vorhergehenden Werten verglichen.
Die Erfahrungen haben gezeigt, dass Benchmarking ein Verfahren ist, welches auch in der öffentlichen Verwaltung erfolgreich eingesetzt werden kann. Der Pilotversuch hat zudem aufgezeigt, dass die verschiedenen Strukturen der Kantone dazu führen könnten, die Daten unterschiedlich zu erheben und zu interpretieren.