Überraschende Entdeckungen in Ennetbaden
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Tag der offenen Grabung am 13. Dezember
Seit April dieses Jahrs finden in Ennetbaden Ausgrabungen statt. Die Kantonsarchäologie ist dabei auf bedeutende Ruinen des antiken Badekurorts Aquae Helveticae gestossen. Im Laufe der Arbeiten sind die Archäologen unerwartet auch auf frühmittelalterliche Gräber und einen vergessenen Friedhof der Neuzeit gestossen.
Wohl um 40 n. Chr. entstand auf Ennetbadener Seite der Limmat ein einfaches Handwerkerquartier, welches zum römischen Badekurort Aquae Helveticae gehörte. In den dortigen heissen Quellen fanden hauptsächlich Soldaten aus dem benachbarten Legionslager Vindonissa (Windisch) Erholung. Nach einem verheerenden Brand entstand an der Stelle des Handwerkerquartiers um 120 n. Chr. ein repräsentativer Terrassenbau. Solche Anlagen sind zur Römerzeit selten. Das Innere des Gebäudes verfügte über ungewöhnlichen Luxus: Freskenbemalung, Mosaike, Wände mit Marmorverkleidung und sogar Fussbodenheizungen. Auch Teile des wertvollen Hausmobiliars wurden gefunden: ein versilbertes Bronzetablett zum Auftragen von Speisen oder ein massiver bronzener Schlüsselgriff mit Löwenkopf. Von grossem Wert war auch eine Börse mit 30 Silbermünzen aus dem 3. Jahrhundert n. Chr., die ihr Besitzer wohl im Boden versteckt hatte und später nicht mehr bergen konnte.
Zwischen 260300 n. Chr. wurde das reiche Gebäude durch einen Grossbrand zerstört. In dieser Zeit zogen abermals kleine Trupps von Alemannen plündernd durch unser Gebiet. Es ist recht wahrscheinlich, dass sie für die Katastrophe verantwortlich sind. Die übrig gebliebenen Ruinen wurden noch kurze Zeit als Notunterkunft oder Unterstand genutzt. Kurz darauf verlieren sich hier die Spuren römischer Besiedlung.
Eine erste Überraschung: Spuren aus dem Mittelalter
Völlig unerwartet ist man während der Ausgrabungen auf zwei frühmittelalterliche Bestattungen mit Beigaben gestossen. Diese Gräber aus dem 7. Jahrhundert n. Chr. machen deutlich, dass das Leben um die Thermalquellen auch nach den Römern weiter ging.Eine zweite Überraschung: Ein vergessener Friedhof der NeuzeitIm Jahr 1966 wurde in Ennetbaden die barocke Kapelle St. Michael aus dem 17. Jahrhundert abgerissen. Auch älteren Einwohnern der Gemeinde war nicht mehr bekannt, dass sich gleich neben der Kapelle ein kleiner Friedhof befunden hatte. Dieser wurde ab 1821 nicht mehr genutzt und geriet in Vergessenheit. Als bei den Ausgrabungsarbeiten erste Skelette zum Vorschein kamen, war die Überraschung entsprechend gross. Bis jetzt wurde rund ein Dutzend Gräber freigelegt und dokumentiert. Bevor die Gebeine geborgen wurden, fand mit Unterstützung der Pfarreien Baden/Ennetbaden eine Einsegnung statt.
Abschluss in Sicht
Nach einer Winterpause bleiben im Frühjahr 2009 zwei Monate Zeit, um die Grabungsarbeiten abzuschliessen. Die Kantonsarchäologie erwartet weitere neue Erkenntnisse zur Geschichte von Aquae Helveticae, einer der wichtigsten römischen Ansiedlungen im Kanton Aargau.
Veranstaltungshinweis
Tag der offenen Grabung: Am Samstag, 13. Dezember, bietet sich Interessierten die Gelegenheit, Einblick in die römische Vergangenheit Ennetbadens zu nehmen.
Freie Besichtigung der Ausgrabung: ab 10.00 UhrFührungen (Dauer ca. 1h): 10.0015.00 Uhr, jeweils zur vollen Stunde
Ort: Eingang Restaurant Schief, Sonnenbergstrasse 1, 5408 Ennetbaden
Gruppen bitte anmelden. Es sind vor Ort keine Parkplätze vorhanden.