Übernachten wie ein Legionär
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Experimentalarchäologie im Dienste der Geschichtsvermittlung
Wo einst römische Legionäre lebten, entstehen bei der Klosterscheune Königsfelden bis nächsten Frühling originalgetreu rekonstruierte Unterkünfte, in denen bis zwei Schulklassen in die Wohn- und Lebenswelt vor 2000 Jahren eintauchen können. Dieses in Europa einzigartige Projekt verbindet die wissenschaftlich hoch interessante Experimentalarchäologie mit lebendiger Vermittlung von Geschichte. Auf dem Bauplatz verfolgen die Besucher die Errichtung der Holz-Lehmbauten und verbringen anschliessend im bereits fertig gestellten Gebäudeteil eine römische Nacht.
Ab Juni 2009 ertönt im einstigen Legionslager Vindonissa wieder der Ruf "Dormite milites" (Nachtruhe für Legionäre). Nur dass sich dann nicht Legionäre, sondern Schülerinnen und Schüler in den Mannschaftsstuben zum Schlafen legen werden. Das Erlebnis runden das gemeinsame Kochen einer römischen Mahlzeit nach Originalrezepten, das Ausprobieren von antiken Spielen und die geschichtsträchtige Atmosphäre ab.
Die Contubernia (lat. "Zeltgemeinschaften") bilden mit zwei originalgetreu nachgebauten Mannschaftsunterkünften das Herzstück des Legionärspfads. Die Legionsbaracken und das Haus des Centurio werden nach archäologischen Baubefunden aus Vindonissa und anderen römischen Legionslagern in antiker Holz-Lehmtechnik rekonstruiert. Von den ab Herbst 2008 beginnenden, wissenschaftlich begleiteten Bauarbeiten erwarten die Archäologen auch wichtige Erkenntnisse zur römischen Zimmermannstechnik. Dieses spannende "Living Science" Projekt werden die Besucher auf dem Bauplatz hautnah miterleben können.
Eine historische Rekonstruktion auf Zeit
Das dem Gemeinderat von Windisch vorliegende Baugesuch umfasst zwei lang gezogene Mannschaftsunterkünfte mit dazwischen liegender Gasse. Der Standortwahl vor der grossen Scheune in Königsfelden ging ein intensiver Evaluationsprozess voraus, bei dem die Lage innerhalb des Legionslagers und die räumliche Abtrennung von den psychiatrischen Diensten eine wichtige Rolle spielte. Aus Gründen der Authentizität werden die Contubernia wie ihre Vorbilder in Pfostenbauweise errichtet, was die Lebensdauer der Gebäude entsprechend verkürzt. Dies ist auch insofern sinnvoll, als es sich beim Legionärspfad um ein befristetes Projekt handelt.