Tschernobyl unvergessen
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Swetlana Alexijewitsch auf Lesetour in der Schweiz
Die weissrussische Autorin und Journalistin Swetlana Alexijewitsch liest am 9. November 2006 im Müllerhaus Lenzburg aus ihrem Buch "Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft". Das Müllerhaus ist die erste Station ihrer Lesereise, es folgen Haltestellen in Glarus, Bern, Brig und Appenzell. Die Veranstaltungen sind ein Engagement der Partnerschaft Aargau-Belarus.
Vor zwanzig Jahren explodierte der Reaktorblock 4 des Kernkraftwerks in Tschernobyl. In einer einzigen Nacht gelangten wir an einen neuen Punkt der Geschichte. Die weissrussische Autorin setzt sich literarisch und essayistisch mit dem Super-Gau auseinander. Sie befragte Betroffene in Weissrussland und in der Ukraine und sammelte eindringliche Monologe über die seelischen Folgen der Katastrophe. Entstanden ist dokumentarische Prosa. "Tschernobyl" ist ein eindrückliches Seelenpanorama, ein Roman in Stimmen, ein Requiem aus Monologen von Arbeitern, Wissenschaftlern, Soldaten, Helfern, Müttern, Verwirrten und Sprachlosen.
Swetlana Alexijewitsch wurde mehrfach ausgezeichnet, erst kürzlich mit dem National Book Critics Circle Prize New York 2006. Ausserdem hat sie den Eric-Maria-Remarque-Friedenspreis Osnabrück 2001, den Herder-Preis 1999, den Leipziger Buchpreis zur europäischen Verständigung 1998 und den Andrey-Sinjavsky-Preis Moskau 1997 erhalten.