Hauptmenü

Alle Medienmitteilungen

Teilerfolg gegen Eindringling :
Punktuelle Bekämpfung von amerikanischen Flusskrebsen: erste Resultate

In den letzten Wochen wurden in ausgewählten Bachabschnitten in der Region Baden und Mellingen Praxisversuche durchgeführt, amerikanische Flusskrebse zu eliminieren. Damit sollen Erfahrungen gewonnen werden, wie die einheimischen Krebsbestände vor unerwünschten fremden Arten geschützt werden können.

Die drei im Aargau noch vorkommenden einheimischen Flusskrebsarten sind stark gefährdet. Die grösste Gefahr geht von den eingeschleppten amerikanischen Flusskrebsarten aus. Sie sind Träger einer Pilzkrankheit, welche für die einheimischen Krebsarten tödlich ist und in zwei Beständen von amerikanischen Krebsarten im Kanton Aargau nachgewiesen wurde.

Im Rahmen des "Nationalen Aktionsplans Flusskrebse" des Bundesamtes für Umwelt haben die zuständigen Stellen im Departement Bau, Verkehr und Umwelt zwei Methoden getestet, wie die amerikanischen Krebsarten in abgeschotteten Bachabschnitten eliminiert werden könnten. In Baden sind die Signalkrebse mit Strom und in Mellingen die Roten Amerikanischen Sumpfkrebse mit Jauche bekämpft worden.

Erste Nachkontrollen lassen erkennen, dass die Signalkrebse in Baden den Elektroschock zum grössten Teil überlebt haben. Dies bedeutet, dass zumindest mit der angewendeten Spannung und Stromstärke diese Krebse nicht getötet werden können. Es wird zu prüfen sein, ob mit grösserer Leistung und längerer Einwirkungszeit der gewünschte Effekt eintritt.

Bei der Jaucheaktion in Mellingen wurde ein Teil der Roten Amerikanischen Sumpfkrebse getötet. Ob die ganze Population ausgelöscht wurde, kann erst nach Erfolgskontrollen im kommenden Jahr sicher beurteilt werden.

Dass solche Pilotprojekte auch Ihre Tücken haben können, zeigte sich daran, dass eine geringe Menge der eingesetzten Jauche über Sickerleitungen in ein kleines Biotop gelangte. Nach der Alarmierung der zuständigen kantonalen und kommunalen Stellen wurde das verschmutzte Wasser sofort abgepumpt. Gemäss ersten Nachkontrollen ist der Schaden an Fauna und Flora gering.

Der Einsatz der Jauche war ein Pilotprojekt mit dem Ziel, Erkenntnisse zu Möglichkeiten und Risiken beim Einsatz von chemischen Stoffen in definierten, abgeschlossenen Gewässern zu erarbeiten. Solche Verfahren erfordern die Einwilligung von verschiedensten Fachstellen von Bund und Kanton. Zudem müssen umfangreiche Abklärungen vorgenommen und zahlreiche Betroffene miteinbezogen werden. Wie die chemische Untersuchung des Bachwassers bestätigte, entsprachen die Werte nach Abschluss des Projektes wieder denjenigen von unbelastetem Bachwasser.

Im kommenden Jahr werden die Fachstellen von Bund und Kanton aufgrund der Erfahrungen die weitere Vorgehensweise festlegen und je nach Resultat zusätzliche Aktionen auslösen.

  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt