Sturmschadenflächen Lothar – erfolgreiche Wiederbewaldung
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Förster und Jäger ziehen Bilanz
Auf den „Lothar“-Sturmschadenflächen wächst wieder Wald: Mit gezielter Nutzung der Naturkräfte haben die Förster mit Unterstützung der Jägerinnen und Jäger in den letzten 6 Jahren den Grundstein gelegt für künftig stabile und wertvolle Wälder mit standortgerechten Baumarten.
Man erinnert sich: Am 26. Dezember 1999 fegte der Orkan Lothar über Frankreich, Deutschland und die Schweiz hinweg. Im Aargau wurden 3'500 Hektaren Wald zerstört, das sind 7% seiner Waldfläche.
Zur Behebung dieser Sturmschäden leistete der Kanton im Rahmen eines Verpflichtungskredites einen Beitrag von rund CHF 15 Millionen an die Waldeigentümerinnen und -eigentümer. Der grösste Teil dieser Mittel CHF 12 Millionen ist für die Unterstützung der Wiederbewaldung sowie die Wildschadenverhütung verwendet worden. Anlässlich einer Weiterbildungsveranstaltung für Förster, Jägerinnen und Jäger in Seengen zeigte sich Regierungsrat Peter C. Beyeler denn auch zufrieden über das Ergebnis dieses nicht alltäglichen Projekts: "Wir haben aus einer Naturkatastrophe das Beste gemacht. Dank der konstruktiven Zusammenarbeit von Waldbesitzern, Förstern und Jägern ist es gelungen, auf den Sturmschadenflächen den Grundstein für künftig stabile, wertvolle Wälder zu legen".
Vor allem die durch den Orkan "Lothar" entstandenen unzähligen Waldlichtungen stellten Förster wie Jäger vor eine besondere Herausforderung, weil sie vielen Tierarten zusätzlich Nahrung und Unterschlupf boten. Die Rehwildbestände nahmen in der Folge zu, ebenso die Verbissschäden an Jungpflanzen.
Die Verantwortlichen der Abteilung Wald im Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) einigten sich mit den Forst- und Jagdfachleute deshalb frühzeitig auf eine gemeinsame Strategie, um das Potenzial der natürlichen Verjüngung des Baumbestandes auszuschöpfen und die Jungpflanzen vor Verbissschäden so gut wie möglich zu schützen. Bestandteile dieser Strategie waren die schwerpunktartige Bejagung der Rehe auf den Schadenflächen, sowie die generelle Erhöhung der Abschussquote in lotharbetroffenen Jagdrevieren. Zur besseren Bejagung des Rehwilds wurden zudem Freihalteflächen eingerichtet. Flächen, auf denen der natürliche Aufwuchs niedergehalten wird mit dem Ziel, das austretende Rehwild besser erlegen zu können. Zäune, Drahtnetze oder Plastikröhren kamen schliesslich nur an speziellen Standorten bzw. zum Schutze besonders verbissgefährdeter Jungbäume zum Einsatz.
Damit die notwendige Jungwaldpflege auch in den nächsten Jahren sichergestellt werden kann, wird sich der Kanton weiterhin mit Beiträgen daran beteiligen müssen. Übergeordnetes Ziel muss es aber sein, dass die Waldwirtschaft wieder selbst in der Lage ist, die nachhaltige Waldpflege aus den Holzerlösen zu finanzieren.
Ausser in Seengen werden sich in den nächsten Tagen auch in Zeiningen, Wettingen und Staffelbach Förster, Jäger und Waldeigentümer zu einem Erfahrungsaustausch treffen. In diesen Gemeinden wurden in den letzten fünf Jahren spezielle Beobachtungen und Untersuchungen über die Entwicklung der Lotharflächen und der Rehwildbestände vorgenommen. Experten stellen die bisherigen Resultate vor. Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus diesen vier Untersuchungsgebieten sind nicht nur im Hinblick auf das nächste Sturmereignis, sondern auch für die normale Rehwildjagd wertvoll.