Strukturabbau im Asylwesen
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Aargau braucht weniger Betreuungspersonal
Weil weniger Asylsuchende und Kriegsvertriebene in die Schweiz kommen, fahren Kanton und Gemeinden ihre Betreuungs-Strukturen auf das Normalmass zurück. Bei den unumgänglichen Kündigungen achtet das Gesundheitsdepartement auf sozial verträgliche Lösungen.
1999 liess der Kosovo-Krieg den Strom der Flüchtlinge innert weniger Wochen um ein Mehrfaches des langjährigen Durchschnitts anschwellen. Innert weniger Tage mussten rund 1000 zusätzliche Unterbringungsplätze bereit gestellt werden. Der Kanton stellte über 30 zusätzliche Betreuungspersonen als Aushilfen an. Zivildienstleistende und Angehörige des Zivilschutzes halfen mit, die ausserordentliche Lage zu bewältigen. Das Betreuungspersonal des kantonalen Sozialdienstes leistete Überzeit und verzichtete auf Ferien und Kompensations-Freitage.
Ab Herbst 1999 nahm die Flüchtlingszahl rasch wieder ab. Fast die Hälfte der 1999 eingereisten Personen aus dem Kosovo kehrte bis Ende Januar 2000 nach Hause zurück. Auch die Zuweisungen aus den über 50 weiteren Herkunftsländern von Asylsuchenden blieben deutlich hinter früheren Jahren zurück. Konsequenterweise reduzierten Kanton und Gemeinden die Unterbringungskapazitäten: Zahlreiche Mietverträge von Liegenschaften wurden gekündigt.
Kündigungen sind unumgänglich
Seit September 1999 werden Abgänge beim Betreuungspersonal nicht mehr ersetzt. Zusätzlich sieht sich nun auch der Aargau zu Kündigungen beim Aushilfspersonal gezwungen. Nach der momentanen Entwicklung müssen bis Ende Juni 15 Aushilfsstellen abgebaut werden. Das Gesundheitsdepartement bietet den Betroffenen in Zusammenarbeit mit der Abteilung Personal und Organisation des Finanzedepartements professionelle Hilfe bei der Stellensuche an:
- Berufliche und persönliche Standortbestimmung;
- Vermittlung von Know-how für erfolgreiche Bewerbungen.
Die Mitarbeitenden wurden seit November 1999 wiederholt über die Entwicklung der Situation und die Perspektiven informiert. Bei den unumgänglichen Kündigsungen nimmt das Gesundheitsdepartement Rücksicht auf Alter, Dienstalter, familiären Hintergrund und Berufschancen. In persönlichen Gesprächen wurden die betroffenen Personen über die bevorstehende Kündigung informiert. In Härtefällen wurden auch Kündigungsfristen erstreckt. Ferner stehen die regionalen Arbeitsvermittlungszentren zur Verfügung.
Unterstützung wird genutzt
Neben Einzelgesprächen veranstaltete das Gesundheitsdepartement zudem eine Zusammenkunft aller Betroffenen, zwecks allgemeiner Aussprache, Information und Bedürfnisabklärung. An dieser Veranstaltung nahmen die Betroffenen das Hilfe-Angebot des Arbeitgebers zustimmend zur Kenntnis. Fast alle Betroffenen nützen die angebotenen Unterstützungsmassnahmen.
Die Abteilung Personal und Organisation des Finanzdepartements hat mit den Personalverbänden Kontakt aufgenommen, um Konzept und Massnahmen zu erläutern.