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Stiftung Schlossdomäne Wildegg gegründet :
Rechtliche Voraussetzungen für die Übernahme sind gegeben

Die Stiftung Schlossdomäne Wildegg ist gegründet. Der Regierungsrat hat die Stiftungsurkunde gutgeheissen, eine einmalige Einlage von zehn Millionen Franken aus dem Swisslos-Fonds bewilligt und den fünfköpfigen Stiftungsrat gewählt. Präsidiert wird die neue Stiftung von Regierungsrat Alex Hürzeler. Die Stiftung übernimmt die Verantwortung für die gesamte Domäne mit gegen 100 Hektaren Fläche, zu der 37 Gebäude, ein Bio-Gutshof, Wald und Fischereirechte gehören.

In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause verabschiedete der Regierungsrat die Gründungsurkunde zur "Stiftung Schlossdomäne Wildegg". Damit sind die rechtlichen Voraussetzungen für die Übernahme der Wildegg vom Bund durch den Kanton Aargau gegeben. Am 1. Januar 2011 wird der gesamte Immobilienbesitz der Schlossdomäne an die Stiftung übergehen. Für Unterhalt und Pflege wird fortan ein fünfköpfiger Stiftungsrat verantwortlich zeichnen. Der Regierungsrat hat für eine erste Amtsperiode gewählt: Regierungsrat Alex Hürzeler (Präsident), Hans Ulrich Glarner, Abteilungsleiter Kultur, François Chapuis, Abteilungsleiter Immobilien Aargau, Dr. Hans-Jürg Reinhart, Gemeindeammann von Möriken-Wildegg und Andreas Buri, Bankfachmann aus Lenzburg.

Langfristige Sicherung des Stifterwillens

Der Stiftungszweck orientiert sich am Testament der Julie von Effinger, die 1912 die gesamte Schlossdomäne samt Mobiliar und Kunstgegenständen der Eidgenossenschaft vermachte. Als oberstes Ziel wird die Bewahrung und Erhaltung der Schlossdomäne in ihrem bisherigen Charakter festgehalten. Zudem legt die Stiftungsurkunde die sogenannte Kerndomäne fest. Diese als kulturhistorisch wertvoll eingestuften Liegenschaften unterliegen einem strikten Veräusserungsverbot. Liegenschaften ausserhalb dieses Perimeters dürfen veräussert werden, wenn sich dies langfristig zur Erhaltung der Domäne als notwendig erweisen sollte. Weitsichtig hat bereits Julie von Effinger in ihrem Testament diese Möglichkeit eingeräumt. Damit dieser Fall nicht eintrifft, ist die Stiftung in Zukunft als Ergänzung zu den Kapital-, Miet- und Pachterträgen auch auf zweckgebundene Beiträge von Privatpersonen und Firmen sowie auf Schenkungen und Vermächtnisse angewiesen.

Vermittlung des kulturellen Erbes

Die neu gegründete Stiftung soll nicht nur die ihr übertragenen Immobilien verwalten und die bestehenden Gebäude unterhalten, ihr ist auch aufgetragen, einen Beitrag zur Vermittlung des kulturellen Erbes zu leisten. Die Stiftungsurkunde schreibt vor, geeignete Gebäude und Anlagen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und durch Ausstellungen und Veranstaltungen die Auseinandersetzung mit Themen zur Geschichte und Kultur zu ermöglichen. Diese Vermittlungsaufgabe wie auch die konservatorische Betreuung der wertvollen Originalausstattung wird die Stiftung nicht selber leisten, sondern dem Museum Aargau übertragen. Das Schloss Wildegg passt optimal zu den bisherigen Standorten der Museumsgruppe, den Schlössern Lenzburg und Hallwyl, dem Kloster Königsfelden und der Habsburg, und ermöglicht damit erhebliche Synergien.

Investitionen in die Zukunft

Die Schlossdomäne Wildegg gehört seit dem Tod der Julie von Effinger im Jahr 1912 der Eidgenossenschaft und wird seither vom Schweizerischen Landesmuseum, heute Nationalmuseum, betreut. Im Rahmen der Reorganisation seiner Museen und Sammlungen hat der Bund beschlossen, sich vom Schloss Wildegg zu trennen. Seit 2007 fanden daher Gespräche mit dem Kanton Aargau über eine Übernahme des Schlossgutes statt. Im Sommer 2009 konnten diese Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden. Der Grosse Rat bewilligte im Januar einen jährlich wiederkehrenden Kredit in der Höhe von 500'000 Franken, damit das Museum Aargau die kuratorische Betreuung der Wildegg übernehmen kann. Zehn Jahre lang wird auch der Bund einen Beitrag an die Betriebskosten leisten. Das Museum Aargau wird zudem das gesamte heute vom Bund angestellte Personal übernehmen.

Instandsetzungsarbeiten bis Herbst 2011 abgeschlossen

Zurzeit finden auf Schloss Wildegg Instandsetzungs- und Erneuerungsarbeiten statt, die ebenfalls vom Bund getragen werden und noch bis im Herbst 2011 dauern werden. Der Kanton Aargau kann somit ein vollständig restauriertes, attraktives Schlossgut übernehmen.

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