Stabilisierung auf tiefem Niveau
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Auswertung der Fischfangstatistik 2005 liegt vor
Die Fangstatistik ist ein unerlässliches Instrument zur Beurteilung der Bestandsentwicklung von Fischen und Krebsen. Auswertungen der aargauischen Jagd- und Fischereiverwaltung haben ergeben, dass sich die Fischbestände im Jahr 2005 nach einer leichten Erholung im Vorjahr wieder auf niedrigem Niveau eingestellt haben.
Jeder Fischer, jede Fischerin ist zum Führen einer Fangstatistik verpflichtet. Neben der Anzahl der gefangenen Fische wird seit 2002 auch der zeitliche Fangaufwand erfasst. Mit diesen Angaben lassen sich Rückschlüsse auf die Fischbestände ziehen. Dieses Wissen um die Entwicklung der Fischbestände ist grundlegende Voraussetzung für den nachhaltigen Schutz der Fischarten und deren Lebensräume.
Fischbestände auf niedrigem Niveau
Die Auswertung der Fangstatistik 2005 der Aargauer Flüsse sowie des Hallwilersees zeigt eine Stabilisierung der Fischbestände, allerdings auf tiefem Niveau. Bei einigen Fischarten wie dem Flussbarsch und der Bachforelle musste ein Bestandesrückgang festgestellt werden. Andere Fischarten wie der Hecht oder das Rotauge wurden hingegen häufiger gefangen. Der Fangaufwand, von dem auf die Grösse des Fischbestands geschlossen werden kann, wird als so genannter CPUE-Wert angegeben Anzahl gefangene Fische pro aufgewendete Stunde. Der CPUE-Wert der Flüsse im Kanton Aargau lag im Jahr 2005 bei 0,3 und ist damit gleich niedrig wie im Jahr 2002. Im Hallwilersees hingegen hat der CPUE-Wert seit 2002 um rund 15 % abgenommen. Er lag im Fischereijahr 2005 noch bei 0,5. Den Grund für den Rückgang sehen die Fachleute in der nach wie vor ungenügenden Wasserqualität und der mangelnden natürlichen Fortpflanzung der Fische. Einzig in den Bächen steigt der Wert tendenziell weiter an. Er beträgt im Jahr 2005 1,0 (gegenüber 0,8 im Jahr 2002).
Deutlicher Handlungsbedarf
Der aus der Fangstatistik abgeleitete Zustand der Aargauer Fischbestände im Jahr 2005 und dessen Vergleich mit den Vorjahren macht den Handlungsbedarf deutlich.
So müssen die Bemühungen zur Sanierung des Hallwiler-sees zwingend weitergeführt werden. Die Kantone Aargau und Luzern arbeiten in dieser Sache eng zusammen. Ziel ist, dass sich die typischen Fischarten bis ins Jahr 2015 wieder natürlich fortpflanzen können. Um das Überleben der Felchen im Hallwilersee bis dahin zu sichern, hat die Sektion Jagd und Fischerei zusammen mit lokalen Berufsfischern neue Methoden der künstlichen Aufzucht erprobt und mittlerweile zur Anwendung gebracht.
Auch die ökologische Integrität der Flüsse muss bei allen gegensätzlichen Nutzungsinteressen bestmöglich wieder hergestellt sein. Dazu René Urs Altermatt, Leiter der Sektion Jagd und Fischerei: "Für strömungsliebende Fischarten wie Äsche, Barbe oder Nase liegt ein Massnahmeplan auf dem Tisch, an dessen Umsetzung wir in den nächsten Jahren arbeiten werden".
Verbleiben noch die Bäche. Die zahlreichen Anstrengungen im Bereich der Lebensraumaufwertung, des naturnahen Wasserbaus und in der Fischerei scheinen Früchte zu tragen. Die Bestände erholen sich langsam. Noch bleibt aber ein langer Weg, bis die nachteiligen Auswirkungen jahrzehntelangen Raubbaus an den kleineren Fliess- und Fischgewässern wettgemacht sind. René Urs Altermatt meint: "Zusammen mit anderen kantonalen Fachstellen bleiben wir konsequent am Ball."