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Sozialpartnergespräch 2009 :
Informationsaustausch zwischen der Regierung und den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden

Im Zentrum des diesjährigen Sozialpartnergesprächs des Kantons mit den Wirtschaftsverbänden standen die schwierige Konjunkturlage und ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.

Obwohl die Bauwirtschaft gesamtschweizerisch weniger stark von der Krise betroffen sei als die Gesamtwirtschaft, habe die Quartalserhebung Mitte dieses Jahrs ein eingetrübtes Bild gezeigt, sagte Richard Meyer, Präsident des Baumeisterverbands Aargau. Innert Jahresfrist habe der Verband ein 10-Punkte-Projekt zum Thema "Bauperspektiven" erarbeitet. Dabei habe man bei der Verbesserung der Arbeitsmarktfähigkeit junger Berufsleute sehr stark von der guten Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern profitiert.

Paul Meier, Inhaber der Firma Meier Gemüse in Baden-Rütihof, resümierte, dass der Preisdruck bei gleichbleibendem Konsum dank guten Ernten gestiegen sei. Gemäss Hanspeter Flückiger, Leiter Agroimpuls des Schweizerischen Bauernverbands, ist die Landwirtschaft stark auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Trotz hohem Bedarf hätte es keine Rekrutierungsprobleme gegeben.

Christian Burri, Präsident des Kantonalvorstands Gastro Aargau, sprach in Bezug auf das am 1. Mai 2010 in Kraft tretende Rauchverbot von einem "Jahr der Realität". Erfreut zeigte er sich von der Entwicklung im Lehrlingswesen und dem neuen Gesamtarbeitsvertrag.

Zunahme der Arbeitslosigkeit prognostiziert

Thomas Buchmann, Leiter Amt für Wirtschaft und Arbeit, führte aus, dass im Jahr 2009 die Wirtschaftskrise im Kanton Aargau sehr uneinheitlich spürbar war. Die schwache Auslandsnachfrage traf die Maschinenindustrie besonders hart, namentlich im Bereich Textil und Druckmaschinen. Hingegen konnten die Bauwirtschaft und über weite Strecken auch der Detailhandel von einer regen Nachfrage profitieren. Mit der starken Nutzung von Kurzarbeit versuchten viele Unternehmen Entlassungen zu verhindern; trotzdem wurde 2009 eine starke Zunahme der Anzahl Stellensuchender registriert. Für das Jahr 2010 fallen die wirtschaftlichen Prognosen deutlich optimistischer aus, auch wenn mit einer weiteren Zunahme der Arbeitslosigkeit gerechnet werden muss.

Personenfreizügigkeit führte nicht zu Lohndumping

Im Bereich bewilligungspflichtiger Arbeitseinsätze war die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte im Zeitraum Januar bis Oktober 2009 etwas tiefer als in den Vergleichsmonaten des Vorjahrs, wie Markus Rudin, Leiter des Migrationsamts, berichtete. Die Gesuchszahlen bewegten sich aber insgesamt immer noch auf einem hohen Niveau.

In Bezug auf den Vollzug der flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit stellte Sandra Fritschi, Leiterin Meldestelle und Inspektorat beim Migrationsamt, fest, dass Betriebe aus Deutschland, die Arbeitnehmende in die Schweiz entsenden, das Schweizer Lohnniveau kennen und zumeist einhalten. Bei Betrieben mit Sitz in Österreich und in den neuen EU-Staaten bestünden diesbezüglich noch Defizite. Die Personenfreizügigkeit hat gemäss den Erhebungen des Migrationsamts bei Schweizer Betrieben nicht zu einem systematischen Lohndumping geführt.

Die Teilnehmenden des Sozialpartnergesprächs 2009 lobten durchwegs die gute und angenehme Zusammenarbeit in diesem Kreis und betonten die gegenseitige Wertschätzung.

  • Departement Volkswirtschaft und Inneres