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Sozialhilfe: Silberstreifen am Horizont :
Leichter Rückgang dank Wirtschaftsaufschwung

Die verbesserte Wirtschaftslage macht sich auch bei der Sozialhilfe bemerkbar. Im vergangenen Jahr bearbeitete der kantonale Sozialdienst 972 Gesuche, gegenüber 1'095 im Vorjahr. Dies entspricht einem Rückgang von 8,2 Prozent. Rund 5'000 Personen erhielten kantonale Unterstützungsleistungen.

Die sozialen und wirtschaftlichen Probleme der letzten Jahre haben den Sozialdienst stark beansprucht. Von 1991 - 1999 haben sich die Bruttoausgaben des Kantons für materielle Hilfe von 9,9 auf 28,5 Millionen Franken erhöht. Auch das Nettoergebnis, also der Aufwand nach Verrechnung der Einnahmen von andern Kostenträgern, wurde in diesem Zeitraum mehr als verdreifacht. In diesen Beträgen sind die Leistungen der Gemeinden noch nicht enthalten, weil der Kanton nur für einen Teil der Sozialhilfefälle - in erster Linie für ausländische Staatsangehörige - Kostenträger ist.

Die Zahl von neuen Gesuchen reduzierte sich 1999 von 1?059 auf 972, was einer Abnahme von 8,2% entspricht. Trotzdem erhöhten sich die Bruttoaufwendungen für materielle Hilfe um 8,8 % auf 28,5 Millionen Franken. Von andern Kostenträgern wurden 9,8 Millionen Franken eingenommen. Der Nettoaufwand stieg somit leicht um 0,3 Millionen auf 18,7 Millionen Franken. Grund dafür sind die immer länger dauernden Unterstützungsleistungen.

Insgesamt unterstützte der Kantonale Sozialdienst im Geschäftsjahr 1999 rund 5?000 Einzelpersonen und Familien.

Alleinstehende und Jüngere betroffen

84% der Antragstellerinnen leben allein, davon sind 37% alleinerziehende Mütter. Von den Antragstellern leben 59% allein, nur 1 Prozent sind alleinerziehende Väter. 58% der Hilfesuchenden sind weniger als 40 Jahre alt. Dies entspricht einem Rückgang um 7% gegenüber dem Vorjahr.Die Arbeitslosigkeit ist im Aargau immer noch der wichtigste Grund für die Beanspruchung von Sozialhilfe, obwohl ihr Anteil an den neuen Fällen von 38% auf knapp 35% zurückgegangen ist. Weiterhin an Bedeutung gewonnen haben Ursachen wie Trennung/Scheidung, Ausbildung, Rückwanderung von Schweizern aus dem Ausland und Familiennachzug von Angehörigen ausländischer Einwohner.

Weniger Betreuungsfälle in den Gemeinden Die Gemeinden bearbeiteten im Geschäftsjahr 1998 total 6?313 Gesuche von Antragsstellenden. Dies entspricht einer Abnahme von 3%. Die Bruttoleistungen erreichten 77,4 Millionen Franken. Nach Abzug der Vergütungen durch den Kanton und aller Rückerstattungen verblieb den Gemeinden 1998 ein bereinigter Nettoaufwand von 20,8 Millionen Franken (Vorjahr 19,8 Millionen). Zusätzlich richteten die Gemeinden in 1?462 Fällen Alimentenbevorschussungen im Betrag von 7,6 Millionen Franken aus (1,3 % mehr als im Vorjahr). Folgende Faktoren bewirkten einen Rückgang der Unterstützungsleistungen:- Die leicht rückläufigen Unterstützungsgesuche- Das leichte Absinken der Arbeitslosigkeit- Der Rückgang bei den unter vierzig Jahre alten Gesuchstellenden Ältere ausgesteuerte Arbeitslose hingegen konnten von dieser Entwicklung wenig profitieren.

  • Staatskanzlei