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Sicherung eines grossartigen Erbes :
Vertragsabschluss über das Eichenwaldreservat Schlattwald

Am 14. November 2006 unterschrieben auf der Gemeindekanzlei Hallwil die Ortsbürgergemeinden Hallwil, Boniswil und Seon Reservats-Verträge mit dem Kanton Aargau. Die Stiftung Hallwil entscheidet an der nächsten Sitzung des Stiftungsrates über die Verträge. Damit kann ein wertvolles Natur- und Kulturerbe gesichert werden.

Nördlich angrenzend an das Schloss Hallwil erstreckt sich auf Gemeindegebiet von Seengen ein grosser, eichenreicher Laubmischwald über eine Fläche von rund 80 ha. Bereits bevor das Aargauer Waldnaturschutzinventar auf den besonderen Wert des Schlattwaldes hinwies und das Gebiet anschliessend im kantonalen Richtplan festgesetzt wurde, war den Waldeigentümerinnen bewusst: Dieser Waldkomplex stellt ein Natur- und Kulturerbe dar.

Eichenreiche Wälder sind für viele Tier- und Pflanzenarten ein ökologisch wertvoller Lebensraum. Dies gilt besonders für den vom Aussterben bedrohten Mittelspecht, der auf grossflächige alte Eichenwälder angewiesen ist. Die Eichen sind auch als Zeugen längst vergangener Zeiten erhaltenswert, hatten diese doch vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert eine grosse wirtschaftliche Bedeutung. Neben der naturschützerischen und kulturellen Wichtigkeit sind die im Schlattwald noch vorhandenen Eichen auch wirtschaftlich wertvoll. Bei einer guten Holzqualität kann mit höheren Holzerlösen gerechnet werden als bei anderen Baumarten.

Die Waldeigentümerinnen haben bereits früh erkannt, dass die lichtbedürftige Eiche ohne Gegensteuer langsam aber unausweichlich aus dem Schlattwald verschwinden wird. In Zusammenarbeit mit der Abteilung Wald wurde deshalb ein Projekt zur Erhaltung und Förderung der Schlattwalder Eichen erarbeitet. Die Planung umfasst ein Gebiet von rund 70 ha. Als Zielsetzung wurde formuliert, dass langfristig ein eichenreicher, nachhaltig aufgebauter Wald erhalten resp. entstehen soll, der für den Mittelspecht sowie weitere Tier- und Pflanzenarten eine idealen Lebensraum bietet. Schutz und Nutzung konnten in Einklang gebracht werden.

Um diese Ziele erreichen zu können, wird die Erhaltung der meisten heute hiebsreifen Eichen sowie die konsequente Neuschaffung junger Eichenbestände notwendig. Zu diesem Zweck wurden zwischen den vier Waldeigentümerinnen und der Abteilung Wald Verträge erarbeitet: Ein langfristiger, über 50 Jahre gültiger Vertrag regelt die Erhaltung der alten Eichen, ein über 15 Jahre gültiger Pflegevertrag regelt die Massnahmen zur Neubegründung und Pflege der Eichenjungbestände.

Der Schlattwald bildet einen wichtigen Mosaikstein zur Erreichung der kantonalen Zielsetzungen im Bereich der Spezialreservate. Im Rahmen des Naturschutzprogramms Wald wird versucht, neben der Sicherung von Nutzungsverzichtsflächen Spezialstandorte wie den Schlattwald aus Gründen des Artschutzes gezielt aufzuwerten. Neben dem Sunneberg in Möhlin, dem Mellinger Wald und dem Tüeliboden in Villigen handelt es sich beim Schlattwald bereits um das vierte grosse Eichenwaldreservat im Kanton Aargau.

  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt