Seetalbahnsanierung: Offerten für neue Fahrzeuge
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Neues Rollmaterial ab 2001
Die SBB AG holt in Absprache mit den Kantonen Aargau und Luzern Offerten für Fahrzeuge einer neuen Generation im Regionalverkehr ein. Die Inbetriebnahme der neuen Fahrzeuge ist ab 2001 möglich. Der Sanierungsentscheid ist damit nicht präjudiziert.
Der Grundsatzentscheid des aargauischen Grossen Rates zur Sanierung der Seetalbahn soll sich auf verbindliche Angaben über Eignung und Betriebskosten des künftigen Rollmaterials stützen können.
Die SBB AG hat die Beschaffung von neuen Fahrzeugen für die Seetalbahn in die Wege geleitet. Im Rahmen einer Präqualifikation haben praktisch alle namhaften europäischen Fahrzeugproduzenten ihr Interesse an einer Offertstellung angemeldet. Es sind somit mehrere hochwertige, innovative Angebote für Produkte zu erwarten, welche dem aktuellen internationalen Stand der Technik entsprechen. Die europaweite Ausschreibung verspricht kostengünstige Offerten. Dank der neuen Fahrzeuge können die Betriebskosten gesenkt und und damit Bund und Kantone als Träger des Regionalverkehrs finanziell entlastet werden.
Um den ungenügenden Abstand zwischen Schiene und Strasse zu entschärfen, erhält das neue Fahrzeug eine reduzierte Breite von rund 2.70 m statt wie üblich 2.90 bis 3.00 m. Obwohl es Aehnlichkeiten mit einer Strassenbahn aufweist, soll es uneingeschränkt und ohne Sicherheitsverlust auf allen Strecken der SBB verkehren können. Die Beschleunigungs-, Brems- und Höchstgeschwindigkeitswerte sind auf die betrieblichen Anforderungen auf den Einsatzstrecken zugeschnitten.
Zur Komfortsteigerung und im Interesse behinderter Fahrgäste wird die Einstiegsplattform erstmals bei der SBB nur noch 35 bis 40 cm über Schienenhöhe liegen. Damit ist an vielen Stationen ein praktisch ebenerdiges Einsteigen möglich. Trotzdem ist das Fahrzeug an neuen Hochperrons mit 55 cm hohen Einstiegskanten wie in Luzern verwendbar. Aber auch die tiefliegenden Perrons auf der Strecke sind in der Regel genügend hoch für einen bequemen Einstieg; einzelne müssen noch auf 25 cm erhöht werden. Eintreten statt Einsteigen lautet die Devise! Der Innenraum wird sich im Interesse der Personensicherheit offen präsentieren und kann vom Wagenführer jederzeit überblickt werden.
Grosses Gewicht wird weiter auf einen niedrigen Lärmpegel innen und aussen, ein gutes Raumklima, genügend Raum für Kinderwagen, Gepäck etc., sowie ein behagliches Innendesign gelegt. Die Kantone Aargau und Luzern sowie die SBB bestimmen das äussere Erscheinungsbild nach der Wahl des Lieferanten gemeinsam.
Der Kanton Aargau erhält mit den Offerten eine verlässliche Grundlage für die anstehenden Entscheide. Insbesondere der Grosse Rat kann sich für seinen kommenden Grundsatzbeschluss über das neue Sanierungskonzept auf verbindliche Angaben über die Kosten des Bahnbetriebs auch im Vergleich zu einem Busbetrieb stützen. Vorher erhalten die Gemeinden Gelegenheit zu ausführlicher Information und Meinungsbildung.