"Schwer verdaulich"
:
Aargauer Reaktion auf Bundesratsentscheid in Sachen Kernenergie-Ausstieg
Als "schwer verdaulich" bezeichnet das Oberhaupt der Aargauer Kantonsregierung, Landammann Dr. Ulrich Siegrist, dass der wichtigste Standortkanton der Kernenergie vor dem Bundesratsentscheid nicht begrüsst wurde.
Der Landammann, dem als Finanzdirektor auch der Bereich "Energie" untersteht, äusserte sich in einer ersten Reaktion wie folgt:
"Die Mitteilung über den Beschluss des Bundesrates betreffend Rückzug aus der Kernenergie hat die Aargauer Regierung völlig unerwartet erreicht. Überraschend und schwer verdaulich ist vor allem der Umstand, dass der Aargau als wichtigster Standortkanton für Kernenergieanlagen und Entsorgungseinrichtungen (KKWs Leibstadt und Beznau, Zwischenlager Würenlingen und Beznau) weder eine Vorinformation noch Gelegenheit zur Stellungnahme erhielt. Der Entscheidungsprozess lässt deshalb Fragezeichen offen.
Der Regierungsrat wird sich zunächst bemühen, den genauen Inhalt des Bundesratsbeschlusses zu erhalten. Anschliessend wird der Regierungsrat eine Situationsanalyse vornehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt sind keine materiellen Stellungnahmen vorgesehen.
Falls ein Rückzug tatsächlich erzwungen werden sollte, so dürfen die damit verbundenen Lasten und wirtschaftlichen Schäden keinesfalls diejenigen treffen, welche sich bisher für die Energieproduktion und für die Lösung der damit verbundenen Umweltprobleme engagiert haben. Die Kernenergie als Alternative zu CO2-belasteter Produktion entsprach der offiziellen Politik des Bundesrates. Dies gilt es zu berücksichtigen."