Schulbeginn im Aargau
:
Zahlen und Neuerungen; Stand der noch offenen Stellen und Massnahmen
Regierungsrat Rainer Huber informierte zum Beginn des neuen Schuljahres über aktuelle Zahlen und Neuerungen: Fast alle offenen Stellen sind definitiv besetzt. Die Zuversicht ist gross, dass mit dem Schulbeginn überall eine Lösung gefunden werden kann.
Grossunternehmen "Schule Aargau"
Knapp 20% der Aargauer Wohnbevölkerung, d.h. 106 000 Personen, sind im Grossunternehmen "Schule Aargau" im Bereich der Volksschule oder auf der Sekundarstufe II (Berufsbildung und Mittelschule) als Lehrperson, Schülerin oder als Schüler tätig. Mit der Tertiärstufe (Fachhochschule, Höhere Fachschule) würde die 20 %-Grenze sogar überschritten.
Knapp genügend Lehrpersonen im Aargau
Die Situation auf dem Lehrpersonen-Stellenmarkt muss weiterhin, auch im Hinblick auf das Schuljahr 2002/03 als sehr angespannt beurteilt werden. Am 15. Mai waren noch rund 150 Stellen offen. Dank grosser gemeinsamer Anstrengungen der Schulpflegen und der Lehrerschaft an Ort zusammen mit dem Departement BKS konnten die meisten Stellen besetzt werden. Am 7. August blieben gemäss den Informationen der Schulpflegen noch 2 Stellen und Pensen in einzelnen Fächern unbesetzt. In über zehn Schulen wurden zudem schulorganisatorische Massnahmen ergriffen wie z.B. interne Umverteilungen, Koordination mit Nachbargemeinden.
Lehrpersonen mit ausländischer Ausbildung und Wiedereinsteigerinnen
42 Gemeinden beteiligten sich an koordinierten Inseraten in in- und ausländischen Zeitungen. Diese lösten zusammen mit dem Plakataushang in Lehrerbildungsinstituten und Ämtern in Österreich, in Bayern, in Baden-Württemberg, im Südtirol und mit der Ausschreibung im Internet ein sehr grosses Echo aus. So melden sich bis heute immer noch qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber aus Deutschland und Österreich. Bis zum 7. August wurden insgesamt 52 Lehrpersonen mit ausländischer Ausbildung und Lehrdiplom gewählt. Ohne ihre Unterrichtstätigkeit wären am kommenden Montag viele Klassen verwaist. Diese Woche findet in der Fachhochschule Pädagogik, Abteilung Weiterbildung (Lehramtsschule), in Aarau ein Starthilfe-Kurs für die neu in den aargauischen Schuldienst eintretenden ausländischen Lehrpersonen statt. Diese Lehrpersonen werden zusätzlich im laufenden Schuljahr durch ein "Gotten- bzw. Göttisystem" in ihrer Schulgemeinde begleitet.
Einige Lehrpersonen, die aus familiären oder beruflichen Gründen in den letzten Jahren aus dem Lehrberuf ausgestiegen sind, sind erfreulicherweise wieder zurückgekehrt. Sieben nehmen am gleichen Starthilfe-Kurs teil.
Situation in den kommenden Jahren
Die Situation des Lehrpersonenmangels macht kurz-, mittel- und langfristig wirkende Gegenmassnahmen notwendig. Die Altersstruktur der Lehrpersonen - in den nächsten Jahren werden die altersbedingten Abgänge zunehmen - und die Tatsache, dass durch die Verlängerung der Ausbildung für Lehrpersonen an der Fachhochschule ein Abgängerjahrgang ausfallen wird, verstärken die Problematik. Besondere Anstrengungen wie frühzeitige Ressourcenplanung, Imagepflege des Lehrberufes (in Zusammenarbeit mit anderen Kantonen), und die Pflege der Angestellten ganz allgemein werden nötig sein, damit vermehrt Personen den Lehrberuf ergreifen, weniger Lehrpersonen aus ihrem erlernten Beruf aussteigen und mehr "Wiedereinsteigerinnen und -einsteiger" den Weg in die Schulstube zurück finden.
Dank des Vorstehers BKS
Regierungsrat Rainer Huber dankt allen Behördemitgliedern und Lehrpersonen, welche mit grossem Aufwand zur Bewältigung der ausserordentlichen Situation beigetragen haben. Ein spezieller Dank gehört insbesondere all jenen Lehrpersonen, welche sich mit grossem Engagement weiterhin im aargauischen Schuldienst einsetzen!