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Restaurierungsarbeiten im Kloster Fahr :
Ein Unikum spätbarocker Wandmalerei wird gesichert

Die Fassade der Klosterkirche Fahr ziert ein monumentales Wandbild, das als Unikum spätbarocker Malerei gilt. Besorgniserregende Schäden werden nun durch Restauratoren behoben.

Die Tessiner Künstler Giuseppe und Gianantonio Torricelli schufen 1745 – 1747 an der Fassade des Klosters Fahr ein monumentales Fresco, das Architekturmalerei und eine Darstellung des Jüngsten Gerichts vereint. Nach einer sorgfältigen Gesamtrestaurierung 1963 – 1969 zeigten sich nun besorgniserregende Hohlstellen im Verputz. Diese machen umfassende Konservierungs- und Restaurierungsmassnahmen nötig, um die wertvolle Fassadenmalerei für die kommenden Generationen zu erhalten.

Ein besonderes Wandbild

Die eingerüstete Fassade des Kirchhofs mit den Fresken der Brüder Torricelli, © Doris Warger, Restauratorin SKR

Wer den Friedhof vom Kloster Fahr betritt, erlebt eine die Kirchenfassade und andere Klosterteile überspannende Malerei. Gemalte Scheinarchitekturen eröffnen imaginäre Räume, die allegorische Figuren, fliegende Engelputten und auch ein eilender Hund beleben. Im Westen ist – passend zum Friedhof – ein Jüngstes Gericht dargestellt. Das umfassende Bildprogramm lässt die Kirchenfassade zu einer programmatischen Schauwand werden.

Komplexe Restaurierungsarbeiten

Die Hohlstellen im Verputz werden mittels Injektionen hintergossen und so die instabilen Putzbereiche gesichert.

Im Zuge der laufenden Gesamtsanierung des Klosters Fahr ist die Konservierung der Wandmalerei, die sichtbare Schäden zeigt, ein wichtiges Projekt. Mit naturwissenschaftlichen und restauratorischen Untersuchungen wurde der aktuelle Zustand analysiert und ein Restaurierungskonzept erarbeitet. Im Frühjahr 2015 begann die Restauratorin Doris Warger mit ihrem Team mit den Konservierungsarbeiten. Zahlreiche hohlliegende Putzschichten konnten durch eine Verfestigung der Putzstruktur und das Hintergiessen mit dispergiertem Kalk bereits gesichert werden. Die vom Kloster Fahr veranlassten Arbeiten werden von der Kantonalen Denkmalpflege Aargau unterstützt und vom Bundesexperten Dr. Josef Grünenfelder begleitet.

Instandsetzungsarbeiten in der Klausur

Begehung des Gerüsts im Kirchhof des Klosters Fahr, © Doris Warger, Restauratorin SKR

Die laufenden Instandsetzungsarbeiten konzentrieren sich darüber hinaus seit 2014 auf die Klausur, die um 1700 nach Plänen des berühmten Einsiedler Klosterbruders und Architekten Caspar Moosbrugger erstellt wurde. Sie reichen von der Erneuerung der gesamten Elektroinstallationen bis zu einer sanften Renovation der Schwesternzellen und weiterer Räume.

An den Europäischen Tagen des Denkmals werden am 12. September um 14:00 und um 15.30 Uhr zur Restaurierung der Fresken Führungen für die interessierte Öffentlichkeit angeboten (www.hereinspaziert.ch).

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