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Regierung spricht Lotteriegelder :
Fast eine Million Franken für gemeinnützige Projekte

Der Regierungsrat hat für 41 Kultur- und Sozialprojekte Beiträge von insgesamt 927’000 Franken aus dem Lotteriefonds bewilligt. Die Palette reicht von Theaterprojekten, Geschichtsvermittlung, Jugendkulturaktivitäten bis hin zu interkulturellen Begegnungsprojekten.

Zahlreiche Festivals hat der Kulturkanton Aargau zu bieten: ein Besonderes ist das internationale Figura Figuren- und Animationstheaterfestival in Baden, das im Herbst 2008 zum achten Mal stattfindet. Der Regierungsrat würdigt den Anlass mit einer massgeblichen Unterstützung. Bedeutend kleiner, aber dennoch nicht weniger international ist das One Minute Film Festival, welches diesen August in Aarau einminütige Kurzfilme präsentieren wird. Einen Startbeitrag erhält das Ska- und Reggae-Festival Free for Peace in Riniken bei Brugg und die Rumänische Kulturwoche in Baden.

Amateurtheateraufführungen, die unter der Anleitung von Profis entstehen, locken in diesem Sommer vieler Orten und bereichern das regionale Kulturleben. Der Regierungsrat sprach Beiträge an die Theaterprojekte des TaB - Theater am Bahnhof Reinach und der Gaukelaien Aarau, des Theaters am Richtplatz Aarburg und des Vereins Theateraberbitte.

Geschichten und Geschichte machte während 200 Jahren der Aarauer Sauerländer Verlag, zu dessen Jubiläum das Forum Schlossplatz, das Museum Schlössli Aarau, die Kantonsbibliothek und das Staatsarchiv in Aarau ein grosses Sonderprojekt veranstalten: Zwei Ausstellungen, eine Website und verschiedene Veranstaltungen vermitteln die Geschichte des 1807 gegründeten Verlagshauses, das sich der Volksaufklärung und Volksbildung verschrieb. Das auf die Gründerzeit zurückreichende, einzigartige Firmen- und Familienarchiv und das Bucharchiv mit allen Titeln ab ca. 1830 wurden in das Aargauer Staatsarchiv und in die Kantonsbibliothek transferiert und steht heute vollumfänglich für Studien- und Ausstellungszwecke zur Verfügung.

Mit Unterstützung des Kantons erscheinen verschiedene Biografien historischer Persönlichkeiten: So über den Aarauer Ferdinand Rudolf Hassler, einen der Schweizer Pioniere der Kartographie im 18. Jahrhundert, der in die USA auswanderte und dort erster Vollzeitwissenschaftler wurde und über den Zurzacher Bundesrat Emil Welti, einem starken Verfechter der schweizerischen Eisenbahnpolitik im 19. Jahrhundert.
Daneben wird die Doppelbiografie über Emilie Paravicini-Blumer und Josephine Stadler veröffentlicht. Letztere war Vertraute von Augustin Keller, Initiantin eines schweizerischen Lehrerinnenseminars und als Leiterin der Töchterschule Aarau und Olsberg eng mit der Mädchenbildung im Aargau verbunden. Exemplarisch wird aufgezeigt, wie Frauen trotz Ausschluss von der politischen Arena und der universitären Bildung sich professionell betätigten und auf den Bereich des Politischen aktiv Einfluss nahmen.
Zeitgeschichtliches birgt die Publikation "Die Erzengelmacherin", in der Anne-Marie Rey das 30-jährige Ringen um die Fristenlösung in der Schweiz beschreibt.
Weiter erscheint neu der Bildband "Venedig 1954" von Jakob Tuggener, einem der wichtigsten Schweizer Fotografen, mit Texten der Aargauer Schriftsteller Christian Haller und Dieter Bachmann.Unter dem Titel "Vom Halm zum Hut über alte und neue Verflechtungen zwischen Italien und der Schweiz" wird das Zeitalter der Strohbarone des 19. Jahrhunderts in einer grossen Sonderausstellung des Freiämter Strohmuseums in Wohlen präsentiert.

Beiträge hat der Regierungsrat auch für die Konservierung und Erhaltung eines Wandbilds des Künstlers Werner Büchly an der Oberentfelder Turnhalle, an die Einrichtung eines Konferenzraumes in der Synagoge Baden und für die Erneuerung der Informatik im Jugendkulturhaus KIFF in Aarau sowie für eine Erweiterung des Kulturwegs Baden-Wettingen-Neuenhof gesprochen: während der Badenfahrt werden auf dem Schartenfels zeitgenössische Videoarbeiten zu sehen sein.

  • Departement Bildung, Kultur und Sport