Hauptmenü

Alle Medienmitteilungen

Regierung setzt Zeichen in Vindonissa :
Günstige Ausgangslage, um die wertvollen Funde vor Ort zu erhalten

Die wertvollsten römischen Funde auf der Spillmannwiese und beim Römerblick in Windisch sollen der Nachwelt vor Ort erhalten bleiben. Die Kantonsarchäologie Aargau hat in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Windisch und den Bauherren Lösungen entwickelt, für die nun der Regierungsrat ausserhalb der ordentlichen Mittel zu Lasten des Lotteriefonds ein Kostendach von 5,18 Mio. Franken bewilligt hat.

Die Notgrabungen auf der Spillmannwiese und beim Römerblick auf dem Areal des ehemaligen Legionslagers Vindonissa haben archäologische Funde von internationalem Interesse zu Tage gebracht. So wurde die Via Praetoria, die vom Südtor ins Lager führende Hauptstrasse, in sehr gutem Zustand vorgefunden. Sogar die Wagenspuren haben 2000 Jahre unter der als Landwirtschaftsland genutzten Spielmannwiese überdauert. Ziel ist es, ein Stück dieser Strasse mit konservatorischen Mitteln zu erhalten, mit entsprechenden Informationen zu versehen und vor den Witterungseinflüssen zu schützen. Dank dem in Aussicht gestellten Verzicht der Spillmann AG auf den Bau eines der vier Mehrfamilienhäuser und dem Verkauf des Landes an den Kanton Aargau sollte es dereinst möglich sein, jener Strasse entlang zu gehen, über die im Jahr 101 die Legionäre auf Befehl von Kaiser Trajanus Vindonissa endgültig verlassen hatten.

Nur 200 Meter von der Spillmannwiese entfernt stiessen die Archäologen bei der Notgrabung Römerblick an der Dorfstrasse 23 auf die Mauern eines stattlichen Wohnhauses, dessen sehr gut erhaltene Küche als sensationeller Fund bezeichnet werden darf, wie er ausserhalb der Vesuvstädte Pompeji und Herculaneum kaum anzutreffen ist. Im vermutlich als Offiziersvilla zu deutenden Bau wurde nicht wie ortsüblich - und auch später noch jahrhundertelang praktiziert - am Boden gekocht, sondern nach mediterranem Vorbild auf einem luxuriösen gemauerten Herd. Die Stockwerkeigentümer und Bauherren des anstehenden Bauvorhabens Römerblick haben einer Verlegung des Kellers zugestimmt, was eine Erhaltung und öffentliche Erschliessung der römischen Küche ermöglicht.

In baulichen und finanziellen Detailfragen muss sowohl am Römerblick als auch auf der Spillmannwiese mit der Bauherrschaft noch eine Einigung erzielt werden. Der Regierungsrat will mit diesem grossen finanziellen und fachlichen Engagement die internationale Bedeutung des archäologischen Fundortes Vindonissa stärken und die Schätze der Vergangenheit einem breiten Publikum zugänglich machen, ohne dass für diese gemeinnützige Aufgabe im Moment Steuergeld eingesetzt werden. Zudem soll ein Gönnerkreis aufgebaut werden, der dieses grosse Vorhaben auch von privater Seite her unterstützt. Erste Kontakte haben bereits stattgefunden.

  • Staatskanzlei