Qualität in den Spitälern
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Der Kanton Aargau zeigt die positive Wirkung seiner Qualitätspolitik
Im Kanton Aargau messen die öffentlichen Spitäler in Kooperation mit anderen Kantonen, dem Verein Outcome, dem Departement Gesundheit und Soziales und den Unfall- und Krankenversicherern seit 2004 ihre Qualität. Nach einer ersten Erfahrungsphase kann nun erstmals das Messergebnis für "Wundliegen" (Dekubitus) in den Spitälern des Kantons Aargau veröffentlicht werden. Gezeigt wird die positive Wirkung der Qualitätspolitik am Beispiel des Dekubitus (Wundliegen).
Der Kanton Aargau hat 2004 Qualitätsmessungen mit dem Verein Outcome in den Spitälern offiziell eingeführt. Grund hierzu war der Wunsch aller Beteiligten, die Qualität der Spitalversorgung nach einheitlichen Kriterien zu gewährleisten und die Qualität laufend zu optimieren. Der Kanton Aargau geht einen Schritt weiter und veröffentlicht erstmals Resultate dieser Qualitätsmessung am Beispiel Dekubitus.
Es werden verschiedene Qualitätsindikatoren (Rehospitalisation, Austrittsmanagement usw.) systematisch erhoben, die Resultate der Aargauer Spitäler verglichen und im Erfahrungsaustausch Verbesserungen eingeleitet. In einer ersten Phase stand der Umgang mit den Messinstrumenten, sowie der Erfahrungsaustausch mit den Vergleichsspitälern im Vordergrund. In einer zweiten Phase wurden die kantonalen Messresultate in einem aus allen Vertragspartnern bestehenden Gremium offengelegt und diskutiert. Die Leistungsfinanzierer (Kanton und Versicherer) konnten den in den Spitälern realisierten Verbesserungsprozess mitverfolgen, was letztlich positive Auswirkungen auf die Behandlungsqualität und das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten hat. Mit dieser Politik wurde in den Spitälern ein kontinuierlicher Prozess der Erhebung von Qualitätsindikatoren und Verbesserungsmassnahmen eingeleitet. Zur konkreten Darstellung wurde der Dekubitus aus dem Angebot an Messungen ausgewählt. Unter Dekubitus versteht man das Wundliegen eines Kranken. Schwerkranke, immobile und ältere Menschen sind eher gefährdet als junge Patienten. Daher ist die Dekubitushäufigkeit stark davon abhängig, was für Patienten in einem Spital behandelt werden.
Die erste Messwelle für Dekubitus wurde im Jahre 2004 durchgeführt. Während des gesamten stationären Spitalaufenthalts wurde der Anteil an Patienten mit neu entstandenem Dekubitus und von Patienten, die bereits mit Dekubitus ins Spital eingeliefert wurden, gemessen (Prävalenz). Im Durchschnitt erreichten die Aargauer Spitäler einen Wert von 3,6 Prozent. Die Resultate der Spitäler wurden in der Arbeitsgruppe diskutiert und individuelle Massnahmen umgesetzt: Zum Beispiel wurden Wundexpertinnen ausgebildet und Durchblutungsmessungen eingeführt. Nach durchgeführten Verbesserungsmassnahmen konnte der Durchschnittswert der im Jahr 2006 messenden Spitäler auf 3 Prozent gesenkt werden. Dieser positive Trend ist Ergebnis der umgesetzten Verbesserungsmassnahmen in den Spitälern. Im Jahre 2009 wird die Dekubitus Messung in allen Spitälern wiederholt. Ebenfalls werden die Qualitätsindikatoren "Spitalhygiene" und "Patientenbefragung" verglichen. Diese Ergebnisse sollen wiederum veröffentlicht werden.
Mit der Einführung neuer Finanzierungsmodelle insbesondere der Entschädigung der Spitäler nach Pauschalen (DRG) werden Informationen und Transparenz über Qualitätsdaten immer wichtiger. Deshalb werden die öffentlichen Spitäler des Kantons Aargau weiterhin Ergebnisqualitätsmessungen durchführen und sich aktiv beim Interkantonalen Verein Qualitätssicherung und -förderung in den Spitäler beteiligen.