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Prioritäten im Strassenbau :
Baudepartement hat Methodik entwickelt

Welche Strassenbauten haben im Aargau Vorrang? Um diese Frage in Zeiten knapper Finanzmittel beantworten zu können, hat das Baudepartement eine neue Bewertungsmethode für Strassenbauprojekte entwickelt.

Die Mittel bleiben auch im Strassenbau knapp: Der Kanton muss Prioritäten setzen. Seine Fachleute bearbeiten zur Zeit rund 450 Projekte der Verkehrsinfrastruktur. Auswahlkriterien müssen Gesamtnutzen und Kostenwirksamkeit sein. Also müssen Wege gesucht werden, um eine möglichst faire, gleichmässige, überprüfbare Verteilung sicherzustellen. Das Baudepartement hat zusammen mit einem Fachbüro eine Methodik zur objektiven Beurteilung des Gesamtnutzens entwickelt. Diese Methode orientiert sich an den bei Planungen bekannten Verfahren der Nutzwert- und der Kostenwirksamkeitsanalyse.

In der Nutzwertanalyse werden die Eigenschaften eines Projektes nach verschiedenen Kriterien (Mobilität für Privat- und öffentlichen Verkehr, wirtschaftliche Entwicklung, Störfallrisiko, Luft- und Lärmbelastungen, natürliche und kulturelle Ressourcen) beurteilt und nach einem im Voraus festgelegten Raster gewichtet.

In der Analyse der Kostenwirksamkeit wird der Nutzwert pro investierten Franken ermittelt. In der Kombination der beiden Betrachtungsweisen werden die Projekte nach Prioritätengruppen geordnet. Je mehr Mittel zur Verfügung stehen, desto eher können auch aufwendige Projekte mit hohem Nutzwert, aber geringerer Kostenwirksamkeit gebaut werden.

Zusatzkriterien (Zweckmässigkeit gemäss Richtplan, Akzeptanz eines Projekts in der Bevölkerung, Sachzwänge) und Zusatzinformationen (z.B. Baureife) tragen den mit Nutzwerten nicht erfassbaren Aspekten Rechnung. Die Berücksichtigung der Zusatzkriterien kann bewirken, dass ein Vorhaben in eine höhere Kategorie aufsteigt. Die Zusatzinformationen beeinflussen direkt die jährlichen Bauprogramme.

Diese Methodik wurde an vorerst 24 Projekten getestet. Diese Pilotanwendung ergab für die ausgewähl-ten Projekte eine provisorische Empfehlung für die Reihenfolge der Realisierung. Die definitive Zuteilung in die vier Prioritätenkategorien kann sich mit der Ausdehnung der Methodik auf alle Projekte noch verändern.

Diese Methodik wird in den folgenden Monaten auf alle Vorhaben in allen Verfahrensstufen, von der Planung bis zur Baureife angewendet. Mit einer rollenden Nachführung können auch neue Vorhaben erfasst werden. Erste Weichenstellungen, beispielsweise auf der Basis von einfachen Projektstudien, sind so schon vor der Entstehung von grossen Planungsaufwendungen möglich. Die Methode erlaubt Kosteneinsparungen und gibt den Verantwortlichen ein überzeugendes Steuerungs-Instrument: Die Projekte mit dem grössten Gesamtnutzen werden zuerst erstellt. Der politische Handlungsspielraum bleibt gewahrt: Der Regierungsrat nimmt - beispielsweise mit seinen Vorgaben im Regierungsprogramm - Einfluss auf die Realisierungsreihenfolge, der Grosse Rat beim Budget.

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