Hauptmenü

Alle Medienmitteilungen

Pilotprojekt Direktanstellung gestartet :
Neuerung bei den Berufen im Gesundheitswesen

Was im Berufsbildungswesen der Normalfall ist, soll jetzt auch bei den Pflegeberufen versuchsweise Einzug halten: die Direktanstellung durch den Arbeitgeber. Diese Woche hat an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege in Aarau ein Pilotprojekt mit 17 Schülerinnen und Schülern aus vier Spitälern den Schulbetrieb aufgenommen.

Bisher sind die angehenden Fachpersonen im Pflegebereich von ihrer Schule angestellt und besoldet. In verschiedenen Spitälern und Betrieben des Gesundheitswesens absolvieren sie Berufspraktika. Erst nach der Erlangung des Diploms kommt es zu einer Anstellung in einer Institution des Gesundheitswesens. Im Zusammenhang mit dem Entwurf für ein neues Berufsbildungsgesetz soll die duale Berufsbildung (Lehrbetrieb-Berufsschule) auch bei den Berufen im Gesundheitswesen Einzug halten.

Als Versuch hat diese Woche das Pilotprojekt "Direktanstellung" den Betrieb aufgenommen. 17 Schülerinnen und Schüler haben ihre vierjährige Ausbildung zur diplomierten Krankenpflegerin bzw. zum diplomierten Krankenpfleger (Diplomniveau 2) aufgenommen. Angestellt sind sie bei den Kantonsspitälern Aarau und Baden bzw. bei den Regionalspitälern Rheinfelden und Zofingen.

Gemäss Gesundheitsdirektor Ernst Hasler hat das neue Modell den Vorteil, dass sich Auszubildende und Lehrbetrieb von Anfang an kennen und so ein vertiefter Einblick und eine Identifikation mit dem Betrieb möglich ist. Entsprechend der Idee eines dualen Berufsbildungssystems wird der Ausbildung in der Praxis mehr Bedeutung zugemessen. Wie im übrigen Berufsbildungswesen regelt der Anstellungsbetrieb - und nicht mehr die Pflegeschule - Lohn, Arbeitszeit, Ferien oder Pensionkasse. Die Schule übernimmt eine Art Berufsschulfunktion.

Das Projekt "Direktanstellung" an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege Aarau wird vorläufig für eine Zeitspanne von 3 Jahren anstelle eines laufenden Kurses geführt. Dauer und Inhalte des Ausbildungsprogramms entsprechen den Ausbildungsbestimmungen für Gesundheits- und Krankenpflege an den vom schweizerischen Roten Kreuz (SRK) anerkannten Schulen. Am Schluss steht ein SRK-anerkanntes Diplom.

Mit der Idee Direktanstellung kann das Angebot an Ausbildungsgängen im Kanton Aargau erweitert und damit die Ausbildung in Krankenpflege attraktiver gestaltet werden. Zusätzlich können wertvolle Erfahrungen im Hinblick auf die neue Bildungssystematik gewonnen werden.

  • Staatskanzlei