Pauschale Ressourcenzuweisung für elf Versuchsschulen
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Zweijähriger Schulversuch mit erweitertem Handlungsspielraum für Schulen vor Ort
Mit einem zweijährigen Schulversuch testet das Departement Bildung, Kultur und Sport eine vereinfachte Berechnungs- und Zuweisungsart der Ressourcen im Volksschulbereich. Die Schulleitungen erhalten dadurch mehr Spielraum, um die gesprochenen Lektionen gezielt einzusetzen. Elf Schulen sind für die Versuchsphase ausgewählt worden und können die Schuljahre 2016/17 und 2017/18 mit einer Pauschale planen.
Die elf Schulen, die aus 30 Bewerbungen ausgewählt worden sind, werden in den kommenden beiden Schuljahren mit denselben Ressourcen ausgestattet, die ihnen gemäss geltendem Recht ohne Schulversuch zur Verfügung stehen würden. Bisher setzen sich diese aus unterschiedlichen Ressourcenarten zusammen und können von den Schulen nur zum vorgegebenen Zweck eingesetzt werden:
- Grundausstattung (inklusive Fachlektionen, Wahl- und Wahlpflichtfächer)
- Integrierte Heilpädagogik / Kleinklassen
- Sprachheilunterricht
- Verstärkte Massnahmen
- Unterstützende Massnahmen
- Deutsch als Zweitsprache
- Begabtenförderung
- Zusatzlektionen für Schulen mit erheblicher sozialer Belastung
- Assistenzen in schwierigen Klassensituationen an der Oberstufe
Projekt und Schulversuch erfolgen im Auftrag des Grossen Rats. Parallel zum Schulversuch wird die zukünftige Ausgestaltung der Pauschale ausgearbeitet. Eine flächendeckende Einführung ist ab dem Schuljahr 2020/21 geplant.
Mehr Spielraum für bedarfsgerechten Einsatz
Im Unterschied dazu erhalten die Versuchsschulen diese Lektionen pauschal zugeteilt und sind frei, wie sie diese einsetzen. Sie sorgen damit eigenständig für ein adäquates Bildungsangebot. Die Schulen müssen dabei weiterhin gewährleisten, dass die vorgegebenen Stundentafeln pro Klasse eingehalten werden. Darüber hinaus können sie die Lektionen abgestimmt auf die spezifischen lokalen Bedürfnisse und Eigenheiten einsetzen. Bildungsdirektor Alex Hürzeler sieht den erweiterten Handlungsspielraum als eine konsequente Weiterentwicklung der geleiteten Schule, welche im Aargau seit mehr als zehn Jahren flächendeckend eingeführt ist: "Mit den Schulleitungen gibt es in den Schulen vor Ort kompetente Profis, welche mit den spezifischen Eigenheiten und Bedürfnissen ihrer Schule bestens vertraut sind und die zur Verfügung stehenden Ressourcen deshalb gezielt einsetzen können." Durch diesen, auf die lokalen Rahmenbedingungen abgestimmten Einsatz der Unterrichtslektionen soll mit den bestehenden Ressourcen eine noch grössere Wirkung erzielt werden.
Grosses Interesse am Schulversuch
Das Departement Bildung, Kultur und Sport hat die elf berücksichtigten Schulen aus 30 Bewerbungen auswählt. Um zu möglichst aussagekräftigen Versuchsergebnissen zu kommen, wurden Schulen gewählt, die sich bezüglich der Schülerzahl, dem Bildungsangebot sowie der sozioökonomischen Zusammensetzung der Bevölkerung möglichst deutlich unterscheiden. Ebenfalls wurde auf eine gute geografische Verteilung im ganzen Kanton Aargau geachtet.
Hubert Anderhub, am Versuch teilnehmender Schulleiter aus Muri, zeigt sich von der positiven Wirkung einer globalen Ressourcenverteilung auf die Schulqualität überzeugt. Wichtig sei, dass es der Schule gelinge, die Lektionen entsprechend den Gegebenheiten vor Ort effizient, zielgerichtet und klug einzusetzen. Ein weiterer Aspekt ist ihm aber ebenso wichtig: "Der Einsatz globaler Ressourcen stärkt die Eigenverantwortung der Lehrpersonen, regt diese zum Mitdenken und Mithandeln an und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Zufriedenheit am Arbeitsplatz."