Neukonzeption Maturitätsprüfung
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Abschluss der Initiierungsphase
Sind die Maturprüfungen im Kanton Aargau nach der Neukonzeption tatsächlich vergleichbarer? Wie beurteilen die Lehrpersonen das neue Prüfungsverfahren? An der Neuen Kantonsschule wurden die Ergebnisse einer Evaluation zur Neukonzeption der Maturitätsprüfungen vorgestellt. Der Kanton Aargau macht mit diesem Projekt schweizweit Schule.
Mit der Neukonzeption der Maturitätsprüfung wurden kantonal fächerübergreifende Rahmenvorgaben für die Maturitätsprüfungen geschaffen. Schulhausintern wurden die Maturprüfungen pro Fach vereinheitlicht. Damit soll eine höhere Gerechtigkeit und Vergleichbarkeit sowie ein einheitliches Prüfungsniveau erreicht werden. Die Universität Freiburg evaluierte die Maturprüfungen des Grundlagenfachs Mathematik, des Schwerpunktfachs Spanisch und der Ergänzungsfächer Chemie, Geografie und Pädagogik / Psychologie und befragte einzelne Lehrpersonen.
Kantonale Zusammenarbeit als Chance
Als besonders bereichernd wurde in der Evaluation von den Lehrpersonen die Zusammenarbeit in den kantonalen Fachschaften erachtet. Obwohl bereits vor der Neukonzeption stellenweise eine Zusammenarbeit gepflegt wurde, wird diese in der nun institutionalisierten Form der kantonalen Fachressorts ebenso als Chance erachtet wie die gemeinsame Validierung der Prüfungsaufgaben. Auch wenn die befragten Lehrpersonen zum Teil den sehr straffen Zeitplan für die Umsetzung des Projekts bemängelten und eine Senkung des Anspruchsniveaus sowie eine Einschränkung der persönlichen Lehrfreiheit befürchteten, wird der gemeinsame schulübergreifende Austausch über Form und Inhalt von Maturprüfungen insgesamt als positiv bewertet. Unter diesem Aspekt darf das Projekt trotz gewissen Schwierigkeiten im Umsetzungsprozess als erfolgreich betrachtet werden.
Evaluation der geprüften Kompetenzbereiche und Anforderungsniveaus
Neben der Befragung von Lehrpersonen wurden auch die Maturprüfungen einzelner Fächer des Jahres 2008 auf die geprüften Kompetenzbereiche und die Verteilung der Prüfungsaufgaben auf die verschiedenen Anspruchsniveaus überprüft. Im Zentrum stand die Frage, ob das ursprüngliche Ziel von vergleichbaren Prüfungen hinsichtlich Kompetenzbereichen und Anspruchsniveaus erreicht werden konnte. Die Analyse der Universität Freiburg bestätigt dies bei allen überprüften Fächern, sieht aber in einigen Punkten auch noch Entwicklungspotenzial.
Wahrung des allgemeinen Hochschulzugangs ohne Einheitsmatur
Regierungsrat Rainer Huber, Vorsteher des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS), wies auf die Wichtigkeit von Verfahrensstandards bei Abschlussprüfungen hin. Die allgemeine Studierfähigkeit sei unbedingt auch weiterhin zu gewährleisten. Hingegen spricht sich der Bildungsdirektor deutlich gegen eine Einheitsmatura aus. Diese würde die inhaltliche Autonomie der Lehrpersonen zu sehr einschränken. Rainer Huber ist stolz auf die Pionierarbeit des Kantons Aargau. Er schliesst nicht aus, dass dieses Konzept auch schweizweit Schule machen könnte. Er dankte den Lehrpersonen, den Schulleitungsmitgliedern und den Mitgliedern der Maturitätsprüfungskommission für ihren Einsatz zugunsten des Gymnasiums Aargau.