Neues Waldreservat in Baden
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Vereinbarung zwischen Ortsbürgergemeinde und Kanton
Mit dem Naturwaldreservat Unterwilerberg in Baden entsteht neben dem Naturwaldreservat Teufelskeller ein zweites grosses, von forstlichen Eingriffen unberührtes Waldgebiet. Die Ortsbürgergemeinde Baden und der Kanton haben eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen. Regierungsrat Peter C. Beyeler und Stadtammann Stephan Attiger stellten den neuen Hotspot im Gelände vor.
Naturwaldreservate spielen eine wichtige Rolle im kantonalen Naturschutzprogramm Wald. Neben dem bereits bestehenden Reservat Teufelskeller entsteht auf Badener Stadtgebiet nun ein zweites grosses, von forstlichen Eingriffen unberührtes Reservat auf dem Unterwilerberg. Am 2. März haben Regierungsrat Peter C. Beyeler und Stadtammann Stephan Attiger das Projekt den Medienschaffenden während einer Begehung vor Ort vorgestellt.
Der schattig-kühle, bewaldete Nordhang mit zwei natürlich fliessenden Waldbächen birgt viele Schätze. Unter anderem einen natürlichen Eibenbestand mit 1200 Exemplaren dieser seltenen und speziellen Baumart. Auf einer Fläche von 58 Hektaren soll nun der natürlichen Entwicklung freien Lauf gelassen werden. Dadurch entstehen Waldstrukturen mit alten Bäumen und morschem Holz, ein bei uns sehr selten gewordener Lebensraum für viele spezielle Tier- und Pflanzenarten.
Baden hat schon 1999 mit dem Naturwaldreservat Teufelskeller 70 Hektaren einen wichtigen Beitrag zum kantonalen Naturschutzprogramm Wald geleistet. Mit der Ausscheidung des Naturwaldreservates Unterwilerberg 58 Hektaren bekräftigen Ortsbürgergemeinde und Stadt Baden ihre Pionierrolle in der vielfältigen Nutzung und Gestaltung des Lebensraums Stadtwald. 2005 wurde Baden dafür mit dem Binding Preis für vorbildliche Waldpflege ausgezeichnet.
Das kantonale Naturschutzprogramm Wald, das 1996 vom Grossen Rat gut geheissen wurde, hat zwei Stossrichtungen. Zum einen soll die Holznutzung auf geeigneten Waldflächen ganz eingestellt und den natürlichen Prozessen freien Lauf gelassen werden. Zum anderen sollen Waldflächen mit seltenen Tier- und Pflanzenarten sowie geeignete Waldränder speziell gepflegt und aufgewertet werden.
Das Programm steht nun in der zweiten Etappe und die Ergebnisse lassen sich sehen. Auf 2400 Hektaren Wald, das sind rund 5% der Waldfläche des Kantons Aargau, haben die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer aus Überzeugung der Natur den Vorrang vor der Holznutzung eingeräumt und entsprechende vertragliche Vereinbarungen mit dem Kanton abgeschlossen. Peter C. Beyeler ist denn auch überzeugt von der Wirksamkeit dieses Programms: "Die kantonalen Beiträge sind gut investiertes Geld. Es werden damit langfristig Naturwerte geschaffen, die im Rahmen einer naturnahen Waldbewirtschaftung allein nicht erreicht werden können. Sie sind ein wichtiger Beitrag für einen lebenswerten Wohnstandort Aargau.
Nach dem Vorbild von Baden wird es in der dritten Etappe des Naturschutzprogramms verstärkt darum gehen, den Menschen diese Naturwerte näher zu bringen und ihnen entsprechende Naturerlebnisse zu vermitteln.